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    Lülsfeld

    Trauer um eine vielseitig engagierte Ortsbürgerin

    Julia Wiener aus Lülsfeld verstarb jetzt im Alter von 88 Jahren. Sie war eine vielseitig, ehrenamtlich engagierte Ortsbürgerin. Foto: Wiener

    Julia Wiener aus Lülsfeld war im Alter von 88 Jahren nach kurzer Krankheit gestorben. Das vielseitige, ehrenamtliche Engagement der respektierten Ortsbürgerin ließ Bürgermeister Wolfgang Anger in seiner Traueransprache bei ihrer Beisetzung Revue passieren.

    Die Gemeinde Lülsfeld mit dem Ortsteil Schallfeld gestaltete und prägte die Verstorbene über viele Jahre entscheidend mit. Durch den Tod ging ein Stück lebendiges Lülsfeld mit Vorbildfunktion verloren, so Anger.

    Als Gemeinderätin war Julia Wiener von 1978 bis 1996 aktiv und vertrat die Gemeinde Lülsfeld von 1992 bis 1996 als zweite Bürgermeisterin. Nach ihrer Tätigkeit im Gemeinderat war die beliebte Lülsfelderin zehn Jahre lang von 1996 bis 2006 als Hospizhelferin im Gebiet des alten Landkreises Gerolzhofen engagiert. Im Herbst 2011 ehrte der Landrat des Landkreises Schweinfurt, Harald Leitherer, Julia Wiener für ihr Lebenswerk und ihre ehrenamtlichen Tätigkeiten.

    "Mit Julia Wiener verabschieden wir uns heute von einer starken und charakterfesten Frau, die zu Lebzeiten viel mehr gegeben als genommen hat. Sie hat sich für die Belange der Allgemeinheit eingesetzt und ihre eigenen Interessen oftmals zurückgestellt", stellte Anger fest.

    Wieners Engagement beschränkte sich nicht nur auf die Gemeindepolitik, sie hat sich auch in vielen ehrenamtlichen Bereichen der Gemeinde Lülsfeld eingesetzt. Julia Wiener war 30 Jahre Vorstandsmitglied im örtlichen Frauenbund, und von 1968 bis 1986, also 18 Jahre lang, vertrat sie die kirchlichen Belange der Gemeindemitglieder im Pfarrgemeinderat. Auch beim SV Germania Lülsfeld war ihre stete Hilfsbereitschaft geachtet.

    Pfarrer Stefan Mai ging wie Bürgermeister Anger in seiner Ansprache auf die große Leidenschaft von Julia Wiener ein: die Ahnenforschung. Unter anderem erstellte sie mit gestochener Handschrift ein umfangreiches Archiv ihrer Großfamilie. Auch zahlreichen Lülsfeldern und ehemaligen Ortsbewohnern half sie durch mit ihren fundierten altdeutschen Schriftkenntnissen bei der Ahnenforschung und fertigte unschätzbar wertvolle Stammbäume.

    Das Gemeindearchiv war mitunter zu ihrer zweiten Heimat geworden. Mit unendlicher Geduld forschte Sie nicht nur tagelang im Gemeinde- sondern auch im Staatsarchiv in Würzburg, um ihren Wissensdrang zu befriedigen.

    Die Ehrenkreisbäuerin und Ortsbäuerin von Frankenwinheim Sieglinde Fackelmann sprach der Verstorbenen für ihre 35-jährige Tätigkeit als Ortsbäuerin von Lülsfeld in der Zeit von 1956 bis 1991 Anerkennung und Respekt aus. In diesem Zeitrahmen vertrat sie das Dorf zehn Jahre lang in der Kreisvorstandschaft des Altlandkreises Gerolzhofen.

    Um die Gestorbene trauern die fünf Kinder Edith, Josef, Barbara, Norbert und Matthias mit Familien – Ehemann Rudolf und Sohn Raimund sind bereits verstorben – sowie 13 Enkelkinder und 15 Urenkel. Eine große Trauergemeinde gab der geachteten und engagierten Gemeindebürgerin am Freitagvormittag das letzte Geleit.

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