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    Schweinfurt

    Über den Atlantik zum Skaten nach Schweinfurt

    Das ist kein Sturz, sondern ein sorgfältig eingeübter Trick, den die Skaterin beim Skateboardfestival zeigt. Foto: Guido Chuleck

    9 415 Kilometer oder zwölf Stunden Transatlantikflug war Erich Venzor unterwegs, um am Samstag am 5. Skateboardfestival in Schweinfurt an den Start zu gehen. Gestartet in seiner Heimatstadt Santa Barbara in Kalifornien, an der Westküste der USA, war er rechnerisch einen halben Tag lang unterwegs.

    Vom Jetlag allerdings (neun Stunden Zeitunterschied) war beim 28-Jährigen nichts zu spüren, als er auf der Skatebahn in Schweinfurt seine Kunststücke zeigte. Unter den Gewinnern war er nach einem halben Tag Skaten zwar nicht zu finden, dafür aber bereicherte er das Festival allein durch seine Anwesenheit.

    Jetzt ist er natürlich nicht vom Flughafen Frankfurt zum Festival gehetzt, um anschließend mit hochrotem Kopf wieder in den Flieger in die Heimat zu steigen. "Ich bin schon ein paar Wochen hier unterwegs, meinen Onkel besuchen", sagt Venzor, der einwandfrei Deutsch mit dem typischen amerikanischen Unterton spricht. Seine Mutter ist gebürtige Schweinfurterin und vor vielen Jahren mit ihrem Mann ausgewandert.

    Und weil Erich Venzor bei einem Besuch vor gut fünf Jahren "zufällig" dieses Festival entdeckt hat, plante er seinen Urlaub als zentrale Anlaufstelle um diesen Termin herum. Sportlich betrachtet macht er nach mehreren Jahren eine Pause, kann aber nicht so ganz vom Skateboardfahren lassen.

    Erich Venzor hat auch nach einigen Jahren Pause auf dem Skateboard noch nichts verlernt. Foto: Guido Chuleck

    Sechs Stunden lang, mit Einfahren, Wettbewerben, Qualifikationen und einer Pause waren die Skater unterwegs, angefeuert durch gut 100 Besucher (die ständig wechselten) und die beiden Moderatoren und Organisatoren Nico Merz und Maurice Roth. Wobei man sich bei einem Festival schon etwas mehr vorstellt als einen Würstchen- und Getränkestand sowie ein paar kleinere Stände der Sponsoren.

    Organisatoren hätten gerne mehr Platz 

    "Wir hätten schon gern ein paar Sponsoren und ein wenig Platz mehr", sagt Roth mit einem leicht neidischen Blick auf die Wiese neben dem Skaterpark. Die dürfen sie nicht benutzen, "ein idealer Platz, um beispielsweise regionale Bands auf einer Bühne spielen zu lassen". Das würde auch noch mehr Publikum anziehen.

    Auch wenn die Skaterbahnen technisch nicht unbedingt auf der Höhe sind, weil sich der Sport und die dazugehörigen Bahnen weiter entwickeln, so sind die Skater dennoch zufrieden mit dem, was ihnen angeboten wird. Auch das Niveau der Fahrer, darunter zwei junge Frauen, war schon etwas höher als der Durchschnitt zu sehen. Pro Lauf hatten sie eine Minute Zeit, gemessen ab dem ersten Trick. Klar, dass die beiden Topfahrer des Feldes, Laurin Breunig und Justin Dennis Mantel Platz eins und zwei belegten, gefolgt von Stanislav Poljakov auf Platz drei.

    Akrobatisch und fehlerfrei präsentierte sich dieser Skater während seines Laufes. Foto: Guido Chuleck

    Und klar, dass auf dem kleinen Parcours die Fahrer nicht unbedingt Höchstgeschwindigkeit fahren konnten, sonst wären sie über die Begrenzung hinaus geflogen. Dafür aber waren spektakuläre Tricks zu sehen, von denen eine ganze Menge auch sauber und absturzfrei gefahren wurden. Wie überhaupt der Style der einzelnen Fahrer, die aus ganz Deutschland nach Schweinfurt gereist waren sehenswert war, da mochte der unbeteiligte Zuschauer niemanden gesondert herauspicken.

    DJ Klassenfeind sorgt für die bei Skatern notwendige musikalische Stimmung. Foto: Guido Chuleck

    Tagsüber auf dem Festival sorgte DJ Klassenfeind für die notwendige Stimmung (stilvoll mit Plattenspielern), abends ließ DJ Smilla im Stattbahnhof bei der Party musikalisch die Sau raus. Unbestätigten Gerüchten zufolge soll ausgelassen bis in die frühen Morgenstunden des Sonntag hinein gefeiert worden sein.

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