• aktualisiert:

    Oberschwarzach

    Übergeht Vodafone den Markt Oberschwarzach?

    Drei Jahre war "Funkstille" zwischen der Marktgemeinde Oberschwarzach und der Firma Vodafone. Jetzt beschäftigt der geplante Bau der Hochfrequenzanlage auf dem Geiersberg wieder den Gemeinderat. Nach dem Beschluss des Gremiums vom Februar 2016, die Stromzuführung für die geplanten Anlage durch Gemeindegrund nur dann zu genehmigen, wenn Vodafone den Standort auf die Spitze des Geiersbergs verlegt und der Gittermast maximal 10 Meter über die Baumwipfel hinausragt, gab es keine weitere Antwort mehr von Seiten Vodafone. Umso überraschter war Bürgermeister Manfred Schötz dann, als er im April diesen Jahres durch einen Mitarbeiter der ÜZ Mainfranken davon erfuhr, dass Vodafone "nach längerer Planung" das Vorhaben nun in die Tat umsetzen wolle.

    Bezüglich des Bauvorhabens "Funkmast der Firma Vodafone" wollte der Mitarbeiter der ÜZ vom Bürgermeister eigentlich nun wissen, wo denn die Stromtrasse verlegt werden solle. Für Bürgermeister und Gemeinderat "wieder ein Versuch den Funkturm an der Gemeinde vorbei zu stellen." Seit der ersten Kontaktaufnahme des Konzerns im Jahre 2013 ringt man darum, einen, für alle Seiten passen Standort zu finden. Während der Funkmast an dem, von Vodafone bevorzugten Standort, bildlich gesprochen "im Wohnzimmer" der Marktgemeinde stehen und 30 Meter über die Baumwipfel herausragen würde, möchte die Marktgemeinde den Mast optisch besser in den Naturpark Steigerwald integriert wissen. Durch den erhöhten Standort soll außerdem auch eine bessere Versorgung des Gemeindeteil Handthal erreicht werden.

    Für Vodafone spielt die Versorgung Handthals dagegen eine untergeordnete Rolle. Für den Konzern steht die optimale Versorgung der B22 im Vordergrund. Das wiederum kann man in Oberschwarzach nicht nachvollziehen, denn gerade das D2-Netz zu dem Vodafone gehört, ist im Bereich der B22 bereits durch den bestehenden Vodafone-Funkmast 0283 – MXL – 283 der auf Gemeindegrund steht, bestens zu erreichen. Es bestand und besteht also immer noch Klärungsbedarf, weshalb die Markgemeinde seit dem Jahr 2014 darauf wartet, dass ein kompetenter Vertreter der Firma Vodafone für ein direktes Gespräch zur Verfügung steht. Dazu konnte sich Vodafone aber leider bis heute nicht entschließen, bedauert der Bürgermeister. Statt mit der Marktgemeinde zu reden um gemeinsam einen geeigneten Standort zu finden, schloss man lieber einen Vertrag mit den Bayerischen Staatsforsten und sah weiterhin keine Veranlassung für ein Gespräch.

    Da sich der neue Standort aber auf dem gemeindefreien Gebiet "Geiersberg" befindet, ist eine Stromzuführung über den Konzessionsvertrag mit der ÜZ Lülsfeld nicht mit abgedeckt und die Gemeinde muss der Stromzufuhr erst zustimmen. Bürgermeister Schötz nahm daher nach den drei Jahren der Funkstille wieder Kontakt mit der Firma Vodafone auf um abzuklären, ob die Realisierung denn tatsächlich vorgesehen sei und um nach einer Erklärung für die Beweggründe anzufragen. Statt dem erhofften klärenden Gespräch gab es wieder nur eine schriftliche Antwort. Diesmal mit der Aussage, dass man sich von Seiten Vodafone durch zahlreiche Mail- und Briefwechsel genug mit der Gemeinde ausgetauscht hätte und es nichts weiter zu erklären gäbe.

    Außerdem wolle man prüfen was man gegen den Beschluss der Marktgemeinde unternehmen könne, bzw. wie man dagegen vorgehen könne. Daraufhin beschloss der Gemeinderat nun in der nichtöffentlichen Sitzung vom 17.06.2019, dass man den, in der Sitzung vom 15.02.2016 einstimmig gefassten Beschluss, weiterhin aufrechterhalten will der wörtlich besagt: "Der Markt Oberschwarzach stimmt einer Stromzuführung über Gemeindegebiet für einen Mobilfunkmast der Fa. Vodafone nur zu, wenn dieser auf der höchsten Stelle des Geiersberg, wie auf der Auswertung vom 08.04.2014 als blauer Punkt dargestellt, errichtet wird und der Gittermast maximal 10 Meter über die Baumwipfel hinausragt." Zusätzlich wurde noch der Hinweis, dass der Ortsteil Handthal eine 100 prozentige Netzabdeckung erhalten muss, mit aufgenommen. Da der Bauantrag außerdem bei der Stadt Gerolzhofen eingereicht wurde, wird erwartet, dass er zunächst wegen fehlender Zuständigkeit an Vodafone zurück geschickt werden wird. Der Gemeinderat gab dem Bürgermeister in der Sitzung außerdem grünes Licht, bei Bedarf auch rechtliche Schritte gegen Vodafone einzuleiten. Zunächst aber wird man erst einmal Rücksprache mit den Staatsforsten nehmen.

    Fotos

      Kommentare (0)

        Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!