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    MAIBACH

    Ufra: Mehr Wertschätzung für regionale Lebensmittel

    Milch, Eier und ein Huhn und schon mal Probestrampeln auf der Getreidemühle: Vor der Milchtankstelle von Bauer Stefan Göbel in Maibach haben sich von links versammelt: BBV-Kreisobmann Michael Reck, Erlebnisbäuerin Michaela von der Linden, Matthias Ruß (Verband landwirtschaftliche Fachbildung VlF), Milchbauer Stefan Göbel, Klaudia Schwarz vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und Bäuerin Inge Back.
    Milch, Eier und ein Huhn und schon mal Probestrampeln auf der Getreidemühle: Vor der Milchtankstelle von Bauer Stefan Göbel in Maibach haben sich von links versammelt: BBV-Kreisobmann Michael Reck, Erlebnisbäuerin Michaela von der Linden, Matthias Ruß (Verband landwirtschaftliche Fachbildung VlF), Milchbauer Stefan Göbel, Klaudia Schwarz vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und Bäuerin Inge Back. Foto: Helmut Glauch

    „Nicht nur Kinder, die meisten Menschen essen gerne mal einen Hamburger, aber kaum einer weiß, dass es rund 19 Monate braucht, bis das Fleisch dafür zur Verfügung steht“. Michael Reck, Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes (BBV) spricht aus, was auch auf vielen anderen Gebieten gilt in denen es um das Verhältnis der Verbraucher zu ihren Lebensmitteln geht.

    Es gibt erhebliche Defizite, die Verbraucher wissen oft nicht mehr wie viel Arbeit in der Produktion hochwertiger Lebensmittel steckt, kurzum die Wertschätzung für Lebensmittel, in deren Namen schon der Begriff „Leben“ steckt, hat gelitten.

    Pädagogische und erlebnisorientierte Angebote

    Damit sich dies ändert, damit wieder ein Bewusstsein für die Wertigkeit unserer Nahrungsmittel entsteht, haben sich fünf Verbände und Organisationen zusammengetan um die Tierhalle auf der Ufra zu einem erlebnisorientierten und pädagogischen Angebot zu machen. Erlebnisbäuerinnen, Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Bayerischer Bauernverband, der Maschinenring Arnstein und der Verband der landwirtschaftlichen Fachschulabsolventen haben sich zusammengetan um in Halle 11 sozusagen die Landwirtschaft in die Stadt zu bringen.

    Kinder auf dem Pfannkuchenweg

    Um dies in die Tat umzusetzen wird deutlich mehr geboten als Küken beim Schlüpfen zugucken zu können oder mal ein Schaf zu streicheln (was es natürlich auch geben wird). Klaudia Schwarz vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Schweinfurt kündigt an, das vor allem für Kindergartenkinder und Schüler viel geboten wird. Für Grundschüler zum Beispiel einen Pfannkuchen-Erlebnisweg. Mittels mit Fahrrad angetriebener Getreidemühle wird Mehl gemahlen, Hühner liefern frische Eier und Kühe, wie zum Beispiel die von Biobauer Stefan Göbel in Maibach, liefern die frische Milch dafür.

    Auf dessen Milchviehbetrieb unweit von Maibach trafen sich die Vertreter der Organisationen, die ab 29. September die Tierhalle auf der Ufra mit Leben erfüllen, um die geplanten Aktionen noch einmal im Detail zu besprechen. Indem die Zutaten sozusagen frisch vor Ort zur Verfügung stehen, sollen die Kinder erfahren wie einfach es auf der einen Seite ist einen Pfannkuchen herzustellen, wie viele Produktionswege (Eier, Mehl, Getreide) aber auch ineinandergreifen müssen, um so ein einfaches Lebensmittel auf den Weg zu bringen.

    Der Wermutstropfen dabei: frische Pfannkuchen werden nicht gebacken, das geht aus hygienischen Gründen nicht. Auch lebende Bienen müssen draußen bleiben, wegen der aufgetretenen Faulbrut. Dafür gibt es aber eine Kuh samt frischgeborenem Kalb, eine Muttersau mit Ferkeln, Schafe, Alpakas, Ziegen, Küken im Brutautomat und Ponys.

    Ein Klassenzimmer auf der Ufra

    Zahlreiche Kindergärten und Schulen, die schon ab 9 Uhr, also eine Stunde früher in die Tierhalle dürfen, haben sich bereits angemeldet. „Wir sind fast ausgebucht“, so Klaudia Schwarz. Für die teilnehmenden Kinder ist ein extra Klassenzimmer in der Halle eingerichtet.

    Den Menschen anschaulich zeigen „aus der Urproduktion der Landwirtschaft entsteht unser Genuss“ ist das Hauptanliegen der Angebote in der Tierhalle. Wie wichtig dafür ein gesunder Boden ist, erläutert Erhard Rückert, ein anerkannter Fachmann für Bodenzusammensetzung. Vor allem Hauptschüler können sich bei ihm, sozusagen ergänzend zum Biologieunterricht, über den spannenden Mikrokosmos im Erdreich informieren.

    Leben, Lernen, Erfahrungen sammeln

    Lernen, Erleben, Erfahrungen sammeln – dies wollen die Organisatoren in Halle 11 auch gerne den Erwachsenen anbieten. „Der Dialog mit dem Verbraucher ist uns wichtig“, so alle an der Tierhalle beteiligten übereinstimmend. Den Menschen müsse klar gemacht werden, dass regionale Lebensmittel nicht nur die Umwelt schonen, weil lange Transportwege vermieden werden, sondern auch die Region und ihre Arbeitsplätze in ihrer Gesamtheit gestützt werden. Es müsse Schluss sein mit der Haltung, dass es beim neuesten Handy ruhig das teuerste sein darf, während bei Lebensmitteln an jedem Cent geknausert werde.

    Es gibt also viel zu reden zwischen Erzeugern und Verbrauchern. Ausführlich Gelegenheit dazu ist vom 29. September bis zum 7. Oktober in der Tierhalle auf der Ufra.

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