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    Gerolzhofen

    VCD zur Bahn: Worten Taten folgen lassen

    Der Kreisverband Mainfranken-Rhön des Verkehrsclub Deutschland (VCD) stellt sich die Frage, welche Konsequenzen das Klimaschutzpaket der Bundesregierung für die Landkreise Kitzingen und Schweinfurt hat. "So unzureichend die Berliner Beschlüsse auch sein mögen, so klar erkennbar ist doch der politische Wille, die umweltfreundliche Bahn zu stärken durch Reduktion der Mehrwertsteuer für Bahntickets und die Aufstockung von Investitionsmitteln", stellt Dr. Christian Loos, stellvertretender Vorsitzender des VCD Mainfranken-Rhön fest.

    Wichtig sei dem VCD nun, auch in Unterfranken den Ball aus Berlin aufzunehmen und die vorhandene Bahninfrastruktur besser zu nutzen, heißt es in einer Pressemitteilung des VCD. "Dafür sollten neben der bereits beschlossenen Reaktivierung der Mainschleifenbahn auch die vorhandenen Gleise der Steigerwaldbahn von Schweinfurt über Gerolzhofen nach Kitzingen als Chance begriffen werden", so Dr. Loos weiter.

    Der Verkehr ist nach Ansicht des VCD das Sorgenkind des Klimaschutzes, da seit 1990 aufgrund des immer mehr zunehmenden Verkehrs keinerlei Rückgang der CO2-Emissionen zu verzeichnen sei. Klimaschutz sei nicht nur eine globale, sondern auch eine lokale Herausforderung. "In diesen Zeiten noch Bahnstrecken mit Potenzial abzubauen und zu entwidmen ist unverantwortlich", erklärt Loos weiter.

    Vierspurige Straßen zu bauen, so wie die B 286 südlich von Schweinfurt, und gleichzeitig die benachbarte Bahnstrecke verrotten zu lassen - das sei heute nicht mehr zeitgemäß, meint man beim VCD.  Der Kreisverband kritisiert damit vor allem die ablehnende Haltung der CSU, die bei der Infoveranstaltung in Grettstadt am 30. September deutlich geworden sei. Dr. Loos: "Gerhard Eck und seine Parteifreunde versuchen, den Leuten einzureden, dass die Reaktivierung illusorisch sei und nennt völlig aus der Luft gegriffene Kostenschätzungen, während er die vorhandenen Gutachten anzweifelt.

    Es werden lau VCD immer neue Hürden aufgebaut und damit kaschiert, dass "einfach der politische Wille fehlt." Die Vollausbau der Steigerwaldbahn könne Teil einer Vision sein - von neuer, klimafreundlicher Mobilität, von weniger Platz für Autos und mehr Platz für Menschen in den Städten, von mehr Gemeinsinn und weniger Individualverkehr. Doch bei der CSU heiße es, dass, wer Visionen hat, zum Arzt gehen sollte.

    Den zahlreichen Bekenntnissen zu einer Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs müssten jetzt auch Taten folgen. Der Landkreis Schweinfurt habe bereits ein zukunftsweisendes Mobilitätskonzept in Auftrag gegeben und beschlossen. Der VCD fordert den Kreistag Kitzingen auf, diesem Beispiel zu folgen.

    Der VCD vertritt die "Mobilität für Menschen" und setzt sich insbesondere für Rad- und Fußverkehr, Ausbau des öffentlichen Verkehrs und Minderung der Wirkung des motorisierten Individualverkehrs ein. Er ist ein gemeinnütziger eingetragener Verein.

    Bearbeitet von Norbert Finster

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