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    Gerolzhofen

    VG Gerolzhofen: Die Rücklagen sind abgeschmolzen

    Die Delegierten der Gemeinschaftsversammlung der VG Gerolzhofen beschlossen am Dienstagabend einstimmig den Haushalt 2020. Die Rücklagen sind nun aufgebraucht.
    Im Gebäude der Verwaltungsgemeinschaft Gerolzhofen fand am Dienstagabend die letzte Gemeinschaftsversammlung dieses Jahres statt. Foto: Rummel

    Der Haushalt des Jahres 2020 der Verwaltungsgemeinschaft (VG), der die Stadt Gerolzhofen und die Gemeinden Dingolshausen, Donnersdorf, Frankenwinheim, Lülsfeld, Michelau, Oberschwarzach und Sulzheim angehören, wird ein Volumen von knapp drei Millionen Euro haben. Dies beschlossen die Delegierten der Gemeinschaftsversammlung am Dienstagabend einstimmig.

    Im Vergleich zum Vorjahr sinkt das Haushaltsvolumen damit um rund 277 000 Euro. Obwohl nochmals 333 000 Euro aus den Rücklagen entnommen werden, bleiben rund 1,83 Millionen Euro als ungedeckter Bedarf übrig, der über die Verwaltungsumlage von den acht Mitgliedsgemeinden aufgebracht werden muss, sagte Kämmerer René Borchardt bei der Vorstellung des Zahlenwerks.

    1,83 Millionen Euro ist der höchste ungedeckte Bedarf seit dem Jahr 2006. Er liegt um knapp 330 000 Euro über dem des Vorjahrs. Bei 16 470 Einwohnern in der VG (Stand: 30. Juni 2018) errechnet sich so eine Verwaltungsumlage von 111 Euro pro Kopf. Die Umlage steigt damit im Vergleich zu 2019 um 20 Euro pro VG-Einwohner.

    Ende 2017 hatte die VG noch über eine Million Euro im Sparstrumpf gehabt. Doch auf Drängen der Mitgliedsgemeinden wurden die Rücklagen dann Stück für Stück angegriffen, um in den Jahren 2018 und 2019 die VG-Umlage und somit die finanzielle Belastung der Kommunen sogar senken zu können. Ende 2018 hatten sich die Rücklagen dann schon auf rund 660 000 Euro verringert. Zum 31. Dezember 2019 wird die Rücklage voraussichtlich bis zu einem Betrag von 368 000 abgeschmolzen sein.

    Rücklagen aufgebraucht

    Somit kann man letztmalig im Jahr 2020 noch einmal voll in die Spardose greifen und 333 000 Euro entnehmen. Für 2021 ist dann nur noch eine minimale Entnahme von 8000 Euro denkbar, weil eine gesetzlich vorgeschriebene Mindestrücklage auf dem Konto verbleiben muss. Für die Zukunft ist also mit einer wieder steigenden VG-Umlage zu rechnen. 2021 wird sie wohl schon 125 Euro pro Einwohner betragen, rechnete Kämmerer Borchard vor. Aber selbst dieser Wert sei dann immer noch niedrig im Vergleich zu anderen Verwaltungsgemeinschaft in der Region. In Wiesentheid betrage die Umlage 145 Euro, in Kitzingen 129 Euro und in Volkach gar 160 Euro. "Wir haben damit noch immer einen attraktiven Schlüssel", ergänzte der VG-Vorsitzende, der Gerolzhöfer Bürgermeister Thorsten Wozniak.

    Die VG-Umlage von rund 1,83 Millionen Euro ist mit 69 Prozent auch der größte Einnahmeposten im Verwaltungshaushalt 2020. Zum Vergleich: Die bei den Bürgerinnen und Bürgern direkt erhobenen Verwaltungsgebühren, zum Beispiel beim Einwohnermelde- oder Standesamt, machen gerade mal fünf Prozent der jährlichen Einnahmen aus.

    Über zwei Millionen fürs Personal

    Der mit weitem Abstand größte Ausgabenposten im Verwaltungshaushalt sind die Personalkosten mit 2 093 600 Euro. Der Personalstand an der VG wird sich in 2020 um eine Person auf dann 38 Männer und Frauen reduzieren. Darunter befinden sich neben acht Beamten auch 13 Teilzeitkräfte sowie zwei Beschäftigte, die sich bereits in der Freistellungsphase der Altersteilzeit befinden. Auf Vollzeit hochgerechnet, ergibt dies 29,60 Stellen. Diese Quote ist seit dem Jahr 2011 von 28,60 nur um eine Stelle auf nun 29,60 gestiegen.

    Weil es die letzte Gemeinschaftsversammlung in diesem Jahr war, ergriff am Ende der Sitzung der stellvertretende VG-Vorsitzende, der Dingolshäuser Bürgermeister Lothar Zachmann, das Wort. Er würdigte die gute Zusammenarbeit des Vorsitzenden Thorsten Wozniak mit den Mitgliedsgemeinden und dessen Einsatz für die Beschäftigten in der Verwaltung. Das Handeln des Vorsitzenden sei stets fair und lösungsorientiert gewesen. Gemeinsam habe man den starken Generationswechsel in der VG-Belegschaft und die deutliche Verjüngung der Mannschaft gemeistert. "Es funktioniert gut", resümierte Bürgermeister Zachmann.

    "Unkomplizierte Zusammenarbeit"

    Bürgermeister Wozniak gab den Dank zurück. Er lobte die unkomplizierte Zusammenarbeit und die kurzen Kommunikationswege mit seinem Stellvertreter aus Dingolshausen. Auch die gemeinsame Arbeit mit den Bürgermeistern der Mitgliedsgemeinden sei beispielgebend gewesen. "Es ging zwar auch ab und zu mal ans Eingemachte, aber alles blieb extrem konstruktiv."

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