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    BERGRHEINFELD

    Verfassungsbeschwerde ohne Erfolg

    Vater Serhil und Mutter Juliia, der zwölfjährige Sohn Maksym Voloshyn sowie Oma Olga Manakova (81) waren 2014 vor dem Bürgerkrieg im Osten der Ukraine von Donezk nach Deutschland geflüchtet. Hier hatten sie Asylanträge gestellt, die negativ beschieden wurden. Anfang Dezember letzten Jahres wurden alle vier früh um 6 Uhr aus dem Bett geholt, nach Hannover gebracht, in den Flieger nach Kiew gesetzt und abgeschoben. Dies geschah, obwohl beide Eltern arbeiteten, Juliia eine Ausbildung in einem Gastronomie- und Metzgereibetrieb machen wollte und Oma Olga schwer krank war.

    Unterkunft in Russland gefunden

    In Kiew kannte die Familie niemanden, die vier waren als russischsprachige Ukrainer dort nicht gut gelitten, der Sohn konnte nicht zur Schule gehen. Sie wussten sich nicht anders zu helfen, als sich mit logistischer Hilfe und finanzieller Unterstützung von Verwandten in Deutschland in Russland unterzukommen – aber getrennt: die Voloshyns in Kaliningrad, Oma Olga Manakova in Jekaterinburg – östlich des Uralgebirges.

    Ihre Schweinfurter Rechtsanwältin Anette Stöhr hatte gegen das Verwaltungsgerichtsurteil Beschwerde zum Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe eingelegt. Gründe: Wegen Juliias Risikoschwangerschaft und schweren Krankheiten der Olga Manakowa hätte nicht abgeschoben werden dürfen. Außerdem hätte vor einer Abschiebung das anhängige Klageverfahren von Juliia auf Ausbildungsduldung abgewartet werden müssen. Das Ziel: Die nach Ansicht der Anwältin zu Unrecht Abgeschobenen zurück zu holen.

    Beschwerde „durch Tod erledigt“

    Vor kurzem nun kam die Entscheidung aus Karlsruhe. Ergebnis: Die Verfassungsbeschwerde der Familie Voloshyn wird „nicht zur Entscheidung angenommen, weil sie „keine hinreichende Aussicht auf Erfolg bietet“. Und: Die Verfassungsbeschwerde der 81-jährigen Olga Manakowa „hat sich durch deren Tod erledigt“. Sie war am 28. Februar in Jekaterinburg gestorben.

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