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    Untersteinbach / Gerolzhofen

    Vergiftung: Kohlenmonoxid bringt sieben Menschen ins Krankenhaus

    Zu einem Großeinsatz kam es am Freitag um die Mittagszeit in Untersteinbach (Lkr. Haßberge). Bei einem Gasaustritt erlitten sieben Menschen eine Kohlenmonoxidvergiftung. Sie alle kamen schwerverletzt in Krankenhäuser, drei von ihnen mussten mit dem Hubschrauber transportiert werden.

    Polizeioberkommissar Enrico Ball von der Pressestelle des Polizeipräsidiums Unterfranken berichtet auf Nachfrage dieser Redaktion: "Mit dem Ableben ist zum Glück bei keiner der Personen zu rechnen."

    Der Notruf ging gegen 12 Uhr bei der Integrierten Leitstelle Schweinfurt ein. Zwei Bewohner eines Drei-Parteien-Wohnhauses in Untersteinbach klagten über Schwindel und Unwohlsein.

    Ein Rettungswagen machte sich auf den Weg. Als das Rotkreuz-Team im Haus ankam, löste dort ein mitgeführter CO-Warner Alarm aus, worauf die Retter alle Bewohner anwiesen, das Gebäude zu verlassen. Laut einer Pressemitteilung von Michael Will, Pressesprecher des BRK-Kreisverbandes Haßberge, mussten zwei Bewohner, die nur noch bedingt ansprechbar waren, von den Einsatzkräften ins Freie gebracht werden.

    Die Retter forderten weitere Rettungskräfte sowie die Feuerwehr zur Gefahrenabwehr an. Nach Angaben von Polizei und Rotem Kreuz waren insgesamt fünf Rettungswagen und zwei Notärzte vor Ort, ebenso wie 30 Feuerwehrleute. Auch die Feuerwehr aus Gerolzhofen eilte zu Hilfe.

    Sieben Hausbewohner kamen mit Kohlenmonoxidvergiftungen ins Krankenhaus. Vier Patienten kamen mit dem Krankenwagen in umliegende Kliniken, in drei Fällen war die Vergiftung so stark, dass sie mit Hubschraubern in Spezialkliniken gebracht werden mussten.

    Feuerwehrleute betraten das Haus mit Atemschutzgeräten, um die Fenster zu öffnen und mit einem Speziallüfter dafür zu sorgen, dass das giftige Gas aus dem Gebäude entweichen konnte.

    Wie Michael Will vom BRK berichtet, kam noch während des Einsatzes eine weitere Bewohnerin nach Hause und klagte über Kopfschmerzen. Sie hatte das Haus bereits am Morgen verlassen. Daher sei anzunehmen, dass der vermutete Defekt bereits in der Nacht aufgetreten und das gefährliche Gas nach und nach entwichen war.

    Die ersten Ermittlungen der Schweinfurter Kripo deuten auf einen technischen Defekt an der Heizungsanlage hin. Vom Keller des Hauses breitete sich das Gas im gesamten Haus aus, so die Polizei.

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