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    SCHWEINFURT

    Viel zu hohe Nitratwerte im Grundwasser

    Harlad Gülzow (Mitte) nahm bei einer Informationsveranstaltung in Schweinfurt Wasserproben entgegen. Die Untersuchungen ... Foto: Gerhard Seybert

    Viel zu hohe Nitratwerte im Grundwasser hat der VSR-Gewässerschutz bei den Brunnenwasserproben festgestellt, die im Rahmen einer Informationsveranstaltungen am 7. August in Schweinfurt abgegeben wurden. In jeder vierten untersuchten Probe habe die Nitratkonzentration oberhalb des Grenzwertes der deutschen Trinkwasserverordnung von 50 Milligramm pro Liter gelegen, heißt es in der Pressemitteilung des Umweltverbandes.

    Insgesamt wurden 51 Wasserproben aus privat genutzten Brunnen bei Lina Remme, Mitarbeiterin im Bundesfreiwilligendienst, und Harald Gülzow, Projektleiter aus dem Raum Schweinfurt-Gerolzhofen, für die Untersuchung abgegeben. Ein Grund für die hohen Belastungen ist laut VSR-Gewässerschutz die intensive Landwirtschaft. Er rät deshalb Gemeinden, Kreisen und Kirchengemeinden, ihre landwirtschaftlichen Flächen in Zukunft nur noch ökologisch bewirtschaften zu lassen.

    Seit seiner Gründung 1981 engagiert sich der VSR-Gewässerschutz für den Schutz des Grund- und Oberflächenwassers vor Verunreinigungen. Er entstand als Zusammenschluss verschiedener Bürgerinitiativen, um auf ökologische Probleme und gesundheitliche Risiken aufmerksam zu machen.

    Etliche Brunnen stark verschmutzt

    Die Mitglieder vom VSR-Gewässerschutz fanden bei den Untersuchungen der in Schweinfurt abgegebenen Wasserproben 217 Milligramm Nitrat pro Liter in einem privat genutzten Brunnen in Geldersheim. Weitere mit Nitraten stark verschmutzte Brunnen stellten die Umweltschützer in Hesselbach mit 59 Milligramm pro Liter (mg/l), in Röthlein mit 84 mg/l, in Schwanfeld mit 68 mg/l, in Kolitzheim mit 94 mg/l, in Gerolzhofen mit 61 mg/l und in Oberschwarzach mit 73 mg/l fest. Das Wasser sei wegen der Überschreitung der Trinkwasserverordnung nicht mehr zum Trinken geeignet und dürfe auch nicht zum Befüllen eines Fischteichs genutzt werden, warnen die Umweltschützer. Denn es bestehe die Gefahr, dass es zur Massenvermehrung von Algen komme. Abgestorbenen Pflanzen könnten anschließend zu Fischsterben führen.

    Der VSR-Gewässerschutz weist außerdem darauf hin, dass nitratbelastetes Grundwasser beim Bewässern für eine zusätzliche Düngung sorgt. Diese müsse deshalb in die Berechnung über den Stickstoffbedarf der angebauten Pflanzen einbezogen werden. Nur so könne eine Überdüngung und eine Nitratanreicherung in Gemüse verhindert werden.

    Bürger können noch bis Ende September dem Verein eine Wasserprobe mit der Post zusenden, falls sie wissen möchten, ob sie auch von der hohen Nitratbelastung betroffen sind.

    Informationen gibt es unter www.vsr-gewässerschutz.de

    Bearbeitet von Irene Spiegel

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