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    ÜCHTELHAUSEN

    Vom Kirchturmdenken zum Wir-Gefühl

    „Das ist schon mal ein guter Anfang“, findet Agnes Schmitt, sie ist gemeinsam mit ihrer 87-jährigen Mutter von Hoppachshof in Richtung der Alpenvereinshütte an der Haselstaude gelaufen. Etwas unterhalb der Hütte übergab Bürgermeisterin Birgit Göbhardt die geografische Mitte der Flächengemeinde Üchtelhausen.

    Achim Zehner hatte als Zeichen hierfür einen Gedenkstein gesetzt und eine Winterlinde gepflanzt. Er und Theresa Schmitt waren gemeinsam mit den Mitgliedern des Arbeitskreises „Gesamtgemeindliches Engagement“ die Motoren dieser Aktion. Entstanden aus dem Gemeindeentwicklungskonzept, tut der Arbeitskreis alles um das Wir-Gefühl zwischen den neun Ortsteilen der Flächengemeinde zu stärken. Nach der offiziellen Übergabe waren die Bürger zur Begegnung an der Hütte eingeladen.

    Göbhardt wies auf das Sprichwort hin, das den Gedenkstein vor der Linde ziert. Da steht zu lesen, dass Linden 300 Jahren gehen, 300 Jahre stehen und 300 Jahre vergehen. „Übertragen auf das Gemeindeleben stehen wir ganz am Anfang“, meinte die Bürgermeisterin, hoffte aber gleichzeitig, dass das Entstehen eines Zusammengehörigkeitsgefühls keine 300 Jahre braucht. „Viele sehen den Sinn in diesem Gemeindefest nicht“, bedauert Zehner, aber es ginge nicht um ein weiteres Fest, sondern darum, dass über die Ortsteile hinweg Freundschaften entstehen können. Dafür böten solche Zusammenkünfte eine Chance. Er träumt davon, dass jedes Jahr ein anderer Verein aus einem anderen Ortsteil ein solches Fest der Gemeinschaft ausrichtet.

    Ulrich Bianchi ist mit einer ganzen Gruppe aus Üchtelhausen zur Haselstaude gewandert. „Eine gute Gelegenheit die Leute zusammenzubringen“, findet er. Werner Denninger (Madenhausen) lobt die Idee ebenfalls. Für ihn ist das ein Baustein, der die Gemeinde zusammenführt. Gemeinsam mit Winfrid Meuerer zählt er noch andere Bausteine auf, die Montagswanderer von Hesselbach, die Kooperation zwischen den Sportvereinen, sowie den Pfarreien. Und der nächste Schritt wird, so Hermann Röß (Ebertshausen), die Kooperationen der freiwilligen Feuerwehren sein. Aber sie sehen an diesem Tisch auch die Probleme. Das Tal zwischen den Dörfern trenne die Ortsteile schon sehr voneinander, erklären sie und dann stellen sie fest, dass es ja oft schon ein Problem sei, dass sich die Zugezogenen einbringen. „Wir reden davon Flüchtlinge zu integrieren, dabei müssten wir erst mal bei uns anfangen“, stellt Röß fest.

    Karlheinz Stenzinger (Weipoltshausen) wünscht der Idee „viel Erfolg“, als er die Voranzeige dieser Veranstaltung im Schweinfurter Tagblatt gelesen hat, begann er gleich zu zeichnen. „Wir müssen weg vom Kirchturmdenken“, lautet seine Devise und so malte er die Kirchtürme der Großgemeinde alle auf einen Fleck. Die Hoppachshöfer können sogar zwei Kirchtürme beisteuern, stellte er fest.

    Im Laufe des Tages kommen immer wieder Bürger an die Hütte, und auch wenn viele in Ortsteilgruppen zusammensitzen, so kommen sie doch auch miteinander in Kontakt. Die Arbeitsgruppe kann ihren Gemeinschaftsbaustein als Erfolg verbuchen und auch der Erlös aus dem Verkauf kommt Kindern aller Ortsteil zugute, er geht an den Hort.

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