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    Niederwerrn

    Von Türkeil, Brandschutz und Digitalisierung

    Der moderne Schutzanzug der Feuerwehr kann Leben retten: Mario Miller (links) und Thomas Schumm präsentierten dem Gemeinderat das neue Feuerwehr-Outfit.
    Der moderne Schutzanzug der Feuerwehr kann Leben retten: Mario Miller (links) und Thomas Schumm präsentierten dem Gemeinderat das neue Feuerwehr-Outfit. Foto: Uwe Eichler

    Das Bild von den Männern (oder Frauen), die durchs Feuer gehen, ist im Feuerwehr-Job kein Klischee. Bis zu 1400 Grad hält die brandneue Schutzkleidung aus, die bei einer kleinen "Modenschau" im Sitzungssaal präsentiert wurde. Zumindest einige Sekunden lang kann der Träger in einer solchen Feuerhölle überleben. Feuerwehrkommandant Mario Miller sowie Atemschutz-Experte Thomas Schumm zeigten die aktuelle Kollektion mit Reflektoren, die bei den Floriansjüngern nebenan bereits vorhanden ist oder zeitnah eingeführt werden soll.

    Neben der Gefahr durch Kunststoff-Brände oder jähe Feuerwalzen durch Rauchgasentzündug spielt auch die bessere Sichtbarkeit eine Rolle. Denn die Feuerwehrleute berichten, dass selbst bei schwierigen Licht- und Sichtverhältnissen Autofahrer ungebremst an Einsatzstellen vorbeirasen.

    Stauraum für Ausrüstung

    Polsterungen an Knie und Ellenbogen sollen die Fortbewegung erleichtern. Dazu kommt Stauraum für Ausrüstung, wie Lampe, Seil-Haken, Handschuhe, Flammschutzhaube oder den oft unterschätzten Türkeil.

    Während Schumm die Ausrüstung für den Angriffstrupp präsentierte, zeigte Mario Miller die künftige Kleidung für technische Hilfeleistung: die nicht brandfest ist, dafür aber Ölflecken aushält.

    Nachgerüstet werden soll auch die EDV-Ausstattung an der Niederwerrner Grund- und Mittelschule sowie an der künftigen Zweigstelle, dem "Haus des Kindes" Oberwerrn. Verwaltungsleiterin Andrea Steinlein stellte das Konzept der Schulleitung vor, wobei ein PC-Raum in Niederwerrn ohnehin zur turnusmäßigen Modernisierung ansteht. In Oberwerrn geht es um zwei C-Touchboards, Beamer, Dokumentenkamera, Laptop und ein Whiteboard für den Intensivraum, ein WLAN-Netz sowie einen kleinen Schulserver. Für Niederwerrn sollen 15 C-Touchboards angeschafft werden, die Rechner in einem der EDV-Räume sollen erneuert werden. Schul- und Verwaltungsserver werden ebenfalls ausgetauscht, das lokale WLAN-Netz wird ertüchtigt, und ein WLAN-Netz wird aufgebaut. 2021 steht die Beschaffung von zwei Tablet-Klassensätzen ins Haus.

    Kosten von mehr als 180 000 Euro

    Alles in allem stehen Kosten von mehr als 180 000 Euro im Raum, die nicht komplett förderfähig sind. Die Maßnahmen sollen zunächst zur Förderung vorgeschlagen werden. Vom Digitalpaket des Bundes sind 90 Prozent Zuschuss zu erwarten, in Bayern gibt es 80 Prozent Zuschuss, bei unterschiedlicher Deckelung.

    Dass die Oberwerrner Grundschul-Klassen gegenüber Niederwerrn mit einem Modernitätsvorsprung einsteigen würden, bereitet Willi Gößmann Bedenken. Die Ausstattung sämtlicher Grundschulklassen mit C-Touchboards würde 80 000 Euro Mehr-Kosten verursachen, sagte Steinlein. Bürgermeisterin Bettina Bärmann erinnerte daran, dass auch die Schule in Niederwerrn zur Sanierung ansteht.

    "Zukunftsfähiges Konzept"

    Wolf-Dietrich Lang hätte sich eine Erläuterung des pädagogischen Konzepts gewünscht. Für Roland Fick ist es möglich, die IT-Beschaffung zeitlich so zu organisieren, dass alle Klassen eines Jahrgangs gleich ausgestattet sind, von der ersten Klasse an. Florian Negwer sah ein "zukunftsfähiges Konzept". Michael Holzmann verwies auf Erfahrungen, wonach Kinder Schönschreiben am besten auf einer konventionellen Schultafel lernen würden.   

    Eine Neuregelung gibt es beim Zuschuss für Krippenkinder: Seit Anfang des Jahres sind dank bayerischem Krippengeld bis zu 100 Euro Förderung monatlich möglich, wobei der Antrag ans "Zentrum Bayern Familie und Soziales" gestellt wird: für Kinder ab dem ersten Lebensjahr. Um eine Doppelförderung auszuschließen, sollen von der Gemeinde nur noch Kinder gefördert werden, die jünger sind als ein Jahr und für deren Geschwister bereits volle Beiträge gezahlt werden: mit 50 Prozent Zuschuss für das erste Kind und 100 Prozent für alle weiteren (eine Gegenstimme).  

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