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    STADTLAURINGEN

    Vorbilder aus Lisieux

    Mit einem Blumenkranz geschmückt stand der Reliquenschrein vor dem Altarraum der Stadtlauringer Pfarrkirche. Im Bild im ... Foto: Rita Steger-Frühwacht Rita Steger-Frühwacht

    „Eine großartige und einzigartige Lebens- und Liebesgeschichte“ – unter diesen Gedanken stellte Pfarrer Klaus Leist seine Predigt bei der Messfeier in der Stadtlauringer Pfarrkirche. Dieser Gottesdienst fand anlässlich der Reliquienreise der heiligen Eltern Louis und Zélie Martin statt, die hier Station machte. Zum Empfang des Reliquienschreins hatten sich viele Gläubige vor der Kirche versammelt, die mit Fahnen beflaggt war und deren Glockengeläut weithin schallte. Der Schrein ist eine Nachbildung des Reliquienschreins in der Basilika im nordwestfranzösischen Lisieux, wo ihre Gebeine ruhen.

    „Die heiligen Eltern sind nicht deshalb heiliggesprochen worden, weil sie eine heilige Tochter haben, sondern weil sie selbst ein herausragendes christliches Leben geführt haben“, betont Pfarrer Eugen Daigeler. Louis und Zélie Martin waren die Eltern von der heiligen Theresia von Lisieux. Das Ehepaar, er Uhrmacher, sie stellte Alencon-Spitzen her, hatte neun Kinder, von denen vier noch im Kindesalter verstarben. Die Eltern pflegten in der Familie das Gebet, besuchten eifrig Gottesdienste und waren mildtätig gegenüber Armen, Alten und Kranken. Ihr neuntes Kind, die spätere Heilige Theresia, trat mit 15 Jahren in das Karmelitinnenkloster in Lisieux (Normandie) ein.

    „Der liebe Gott hat mir einen Vater und eine Mutter gegeben, die des Himmels würdiger als der Erde sind“, sagte Theresia von ihnen. Theresia nannte immer den „kleinen Weg“ als eine Möglichkeit Gottes Willen zu erfüllen: Alles, was man aus Liebe tut, ist in Gottes Augen wertvoll und kann als ein Beitrag zum Heil der Menschen und der ganzen Welt gesehen werden.

    Das Theresienwerk, Sitz in Augsburg, ist ein Verein, der sich bemüht, die Verehrung der heiligen Therese und ihrer Eltern zu fördern und ihr beispielhaftes Leben den heutigen Menschen nahezubringen. Zu dieser Institution hat Pfarrer Eugen Daigeler eine enge Verbindung durch den Besuch von Gottesdiensten im Würzburger Karmeliterkloster in der Sanderstraße während seiner Schul- und Studentenzeit. Daigeler zeigte sich beeindruckt, dass Papst Franziskus während der Synode für Ehe und Familie 2015 zum ersten Mal ein Ehepaar gemeinsam heiliggesprochen hat.

    Deshalb hat er sich für Stadtlauringen um eine Station dieser Reliquienreise beworben, die durch ganz Deutschland führt, aber in der Diözese Würzburg nur diesen einen Halt in Stadtlauringen macht. In der Predigt bei der Messe betonte Pfarrer Klaus Leist, dass diese heiligen Eltern den Gläubigen eine Botschaft der Liebe bringen. „Es ist die ins Leben umgesetzte Botschaft Jesu Christi und seines Evangeliums.“ Seine größte Aufgabe sah das Ehepaar darin, ihre Kinder im katholischen Glauben zu erziehen, so Leist.

    Als Vorbereitung auf dieses Ereignis wurde in allen Gottesdiensten der Pfarreiengemeinschaft seit neun Tagen ein Gebet um Fürbitte der heiligen Louis und Zélie Martin gesprochen, im besonderen Anliegen von Eheleuten und Familien. Nach der Messfeier an diesem Abend wurde Ehepaaren eine Segnung in der Pfarrkirche angeboten.

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