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    Dittelbrunn

    Vortrag über moderne Dachnutzungen

    Ein gut gefüllter Sitzungssaal im Dittelbrunner Rathaus zeugte vom großen Interesse der Bevölkerung für das angekündigte Thema „Dein Dach kann mehr“. Bürgermeister Willi Warmuth übergab nach seiner Begrüßung das Wort an Günter Ludwig von der Bürgerenergiegenossenschaft (BEG) Marienbachtal, heißt es in einer Pressemitteilung.

    Ludwig stellte die am 20. Oktober 2013 gegründete BEG Marienbachtal mit aktuell 101 Mitgliedern vor, die sich die Förderung der erneuerbaren Energien und die Unterstützung bei der Umsetzung der Energiewende zum Ziel gesetzt hat. Der Focus liegt bei der Errichtung von Photovoltaik-Anlagen auf Dächern.

    Strom für den Eigenverbrauch

    Das Potenzial an geeigneten Dächern sei in Dittelbrunn vorhanden. Ludwig stellte die durch die BEG realisierten Projekte wie die Anlagen auf der Schule in Dittelbrunn, dem Haus der Bäuerin und dem Sportheim Pfändhausen vor. Als neuestes Projekt wurde erstmals auf dem Dach eines Einfamilienhauses eine PV-Anlage durch die BEG errichtet, die vom Eigentümer betrieben wird. Der Vorteil, der sich bei diesem Konzept für den Eigentümer ergibt, ist eine verbilligte Verrechnung des eigenverbrauchten Stromes. Je höher der Anteil an eigenverbrauchtem Strom, umso höher der Vorteil für den Dacheigentümer. Das finanzielle Risiko liegt dagegen bei der BEG Marienbachtal.

    Im zweiten Teil des Vortragsabends widmete sich Bürgermeister Willi Warmuth der Aussage: „Ein begrüntes Dach, mehr als nur Klimaschutz“. Dachbegrünungen vereinen eine Vielzahl von Vorteilen. Vom Flachdach bis zu einer Dachneigung von circa 25 Grad lassen sich extensive, aber auch intensive Dachbegrünungen aufbringen. Die Vorteile einer Dachbegrünung beginnen schon bei der optischen Aufwertung gegenüber einem Blech- oder mit Kies bedeckten Dach durch die Blühfläche, die auch noch Lebensraum für eine Vielzahl von Insekten zur Verfügung stellt. Die begrünte Fläche binde Staub, reduziert Lärm und sorge vor allem für eine Kühlung, nicht nur des darunterliegenden Raumes, sondern auch der gesamten Wohnsiedlung. Dieser Kühleffekt stellt sich durch die Verdunstung des zurückgehaltenen Wassers ein.

    Vorteile bei Starkregen

    Die Rückhaltung des Niederschlagswassers ist für die Kommunen ein entscheidender Vorteil.  Je nach Aufbau und Stärke der Dachbegrünung ergibt sich demnach gerade bei den relativ kurzen Starkregen, die in den letzten Jahren verstärkt auftraten und auch für die Zukunft zu erwarten seien, ein erhebliches Rückhaltevolumen. Allein die Flachdachgaragen in der Gemeinde Dittelbrunn ergeben bei einer einfachen Extensivbegrünung ein Rückhaltevolumen von rund 600 Kubikmetern.

    Mit den Flachdächern auf den Wohnhäusern lassen sich, so Warmuth, bis zu 3000 Kubikmeter Rückhaltevolumen vorhalten, die die Kanäle enorm entlasten könnten, da das Regenwasser zunächst auf dem begrünten Dach zurückgehalten wird und erst zeitverzögert einfließt - abzüglich der Wassermengen, die im Substrat oder Regenspeichermatten zur Verdunstung dauerhaft zurückgehalten werden.

    Niedrigere Gebühren

    Diese Retentionsmenge könne die Kosten für den Ausbau der Entwässerungsanlagen und bei einem Starkregenereignis die Schadensbeseitigungskosten einschließlich Feuerwehreinsätze reduzieren. Deshalb werde eine begrünte Fläche bereits bei der Berechnung der Niederschlagsabwassergebühr berücksichtigt.

    Warmuth beabsichtigt auch, gemeinsam mit dem Gemeinderat, ein Zuschussprogramm durch die Gemeinde Dittelbrunn aufzulegen. Am Ende wiesen die Referenten darauf hin, dass natürlich auch die Kombination beider Maßnahmen möglich ist. Diese können sich auch positiv ergänzen, so kann der Wirkungsgrad von Photovoltaikanlagen durch die Kühlwirkung einer Dachbegrünung um bis zu fünf Prozent gesteigert werden. In der Region gebe es einige Dachdecker- und „Solar“firmen, die für eine kompetente Beratung im Einzelfall zur Verfügung stehen.

    Bearbeitet von Peter Kallenbach

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