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    SCHWEINFURT

    Vorwurf: Schwere Vergewaltigung

    Laut Anklage kam der gelernte Maler und Lackierer Anfang Januar 2017 stark angetrunken in die Wohnung in Bad Neustadt zurück, die er erst acht Wochen zuvor mit seiner Partnerin bezogen hat. Ihr – sie war im vierten Monat schwanger – warf er vor, dass sie bei seinem Anruf nicht ans Handy gegangen sei.

    Schläge, Würgen, Messereinsatz

    Darüber wurde der Angeklagte laut Staatsanwalt – zunehmend aggressiv und er schlug die Frau mit der Hand auf die rechte Wange. Als sie zur Toilette gehen wollte, habe er sie an den Haaren ins Wohnzimmer zurück gezogen und zwei weitere Schläge mit der flachen Hand ins Gesicht verpasst. Danach würgte er sie, schlug ihr nun mit der Faust auf Oberschenkel, Rücken und Gesicht und holte schließlich ein Küchenmesser und drückte dieses – so die Anklage – auf ihren Bauch. Anschließend soll er das Messer seinem Opfer an den Hals gehalten, Richtung Oberkörper nach unten gezogen und ihr dabei eine kleine blutende Schnittwunde zugefügt haben.

    Nach dieser Brutalität habe der Angeklagte die Schwangere aufgefordert, sich auszuziehen, was sie aus Angst auch tat – und sie dann über einen längeren Zeitraum hinweg ohne Verhütung vergewaltigt und dabei mindestens einmal erneut gewürgt. Dass sie ihm mehrfach gesagt habe, sie wolle keinen Sex mit ihm, habe er ignoriert, so der Ankläger. Durch diese Gewalt habe die Frau Schmerzen im Unterleib und am Hals, Hämatome und eine Schnittverletzung am Hals erlitten.

    Sogar kleine Tochter misshandelt?

    Im Februar 2017 wurde der Mann laut Anklage erneut gewalttätig. Wieder soll er seine Partnerin geschlagen und ihr den Mund zugehalten haben, so dass sie Atemnot verspürte. Sogar ihrer damals einjährigen Tochter habe er mit der Hand ins Gesicht und aufs Gesäß geschlagen und ihr den Mund zugehalten. Wohl Ende März dann soll er seine damalige Lebensgefährtin am Hals gepackt und gegen die Wand gedrückt und ihren Kopf „mit großer Wucht gegen die Wandschräge im Badezimmer“ geschlagen haben.

    Wegen schwerer Vergewaltigung und der vielfachen Körperverletzungen muss sich der Maler und Lackierer aus Bad Neustadt nun vor der Großen Strafkammer des Landgerichts Schweinfurt verantworten. Er wolle sich dazu äußern – aber nicht öffentlich, so sein Anwalt. Das Gericht gab dem Antrag statt. Auf Anfrage teilt der Gerichtssprecher dieser Redaktion mit, der Angeklagte habe sämtliche Vorwürfe des Staatsanwalts bestritten. Seit Juli 2017 sitzt der 28-Jährige in Untersuchungshaft.

    Prozess wird am Freitag fortgesetzt

    Auch die Vernehmung des Vergewaltigungsopfers fand auf Antrag der Nebenklägeranwältin nichtöffentlich statt. Der Prozess wird am Freitag, 16. März, 8.30 Uhr mit Zeugenvernehmungen fortgesetzt. Plädoyers stehen noch nicht an.

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