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    DITTELBRUNN

    Wahlprüfsteine aus der Landwirtschaft

    Drei Politiker und zwölf Landwirte: Drei der Direktkandidaten für den Landtag, Kathi Petersen (SPD, rechts), Paul Knoblo... Foto: Guido Chuleck

    Landwirtschaft nach ökologischen Aspekten oder auf die konventionelle Art – auf das Glatteis, was jetzt die „bessere“ Landwirtschaft sein soll, wagten sich die Politiker dann doch nicht, als sie mit dem Kreisvorstand Schweinfurt sowohl des Bauernverbandes als auch der Landfrauen an einem Tisch saßen.

    Gerhard Eck (CSU), Kathi Petersen (SPD) und Paul Knoblach (Bündnis 90/Die Grünen) sahen sich als drei der Direktkandidaten für die Landtagswahl im Oktober Wahlprüfsteinen der Landwirte ausgesetzt, und unterm Strich schlugen sie sich recht gut. Michael Reck, der Kreisobmann der Landwirte, hatte seine Genussscheune in Hambach als Veranstaltungsort für die Gesprächsrunde präpariert.

    Die drei Politiker sahen sich zwölf Landwirten und Landfrauen gegenüber, die sich gut vorbereitet hatten und nicht nur ökologisch/konventionell dachten, sondern auch an ihre eigenen Betriebe und die Verantwortung für die Familien, Mitarbeiter und die Menschen in der Region dachten.

    Eingeladen hatte der Kreisgeschäftsführer Manfred Kraus die „großen Parteien“, von der FDP und den Freien Wähler war niemand gekommen. Den Direktkandidaten der AfD hatte er bewusst nicht eingeladen, „weil ich das Demokratieverständnis der AfD nicht mit meinen vereinbaren kann, und der Kreisvorstand war mit dem Nicht-Einladen auch einverstanden“, so Kraus.

    Thema ökologischer Landbau

    Knoblach betreibt seit 25 Jahren in Garstadt einen Naturland-Bauernhof, und für ihn geht ökologischer Landbau im Grunde genommen über alles. „Ginge es nach mir, wäre das der Standard“, so seine Ansicht. Zum Glück würden die Landwirte, was die Tierhaltung angeht, mittlerweile sehr gute Standards bieten, „mit hellen und licht- und luftdurchfluteten Ställen“. Wobei er eher dazu tendiert, dass die Tiere auch im Freien ihren Auslauf haben sollten.

    Kathi Petersen ärgerte sich darüber, dass Ackerland von Spekulanten aufgekauft werden würde, und sie will kleine und mittlere Betriebe durch gezieltere Subventionen stärken. „Umweltleistungen wie Blühstreifen sollten besonders honoriert werden“, befand sie.

    Flächenverbrauch ein Thema

    Der Freistaat, so Eck, würde ohnehin schon freiwillig 150 Millionen Euro an die Landwirte auszahlen. Er brachte auch den Flächenverbrauch ins Gespräch, etwa für Supermärkte, und da müssten dann Landwirte auf Flächen verzichten, die als Ausgleichsflächen hergenommen werden würden. „Wir in Bayern unterstützen die Landwirte wie in keinem anderen Land, und wir wollen und dürfen den ökologischen und den konventionellen Landbau nicht gegeneinander ausspielen.“

    In diesem Punkt waren sich die drei Politiker auch einig, bei anderen Fragen kreuzten sie hingegen mehr oder weniger deutlich die politischen Klingen. Etwa beim Thema Export, bei dem sich die Vorsitzende der Landfrauen, Barbara Göpfert, mehr Übersichtlichkeit wünschte, welche Waren in welche Länder ex- und auch aus welchen Ländern importiert würden.

    Oder das Thema der Weiterbildung, die von Landwirten angeboten würde ( wie Koch- oder Baumschnittkurse). Oder steuerrechtliche Fragen, die allein schon ein komplettes Wochenend-Seminar füllen würden. Oder auch das Vermarkten der Produkte in der Region. Insgesamt umfasste der Gesamtkatalog der Wahlprüfsteine auf drei DIN A4-Seiten 16 Bereiche mit vielen Unterpunkten, von denen das „nachhaltige Stärken der Familienbetriebe im ländlichen Raum“ und „Umweltpolitik und nachhaltiges Wirtschaften“ die umfangreichsten Themen waren.

    Alles konnte und wollte die Runde gar nicht abarbeiten, den Rest gaben die Landwirte den Politikern als Hausaufgabe für „nach der Wahl“ mit.

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