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    Waigolshausen

    Waigolshausen: Rekordhaushalt mit 1,3 Millionen Kreditaufnahme

    Haushaltsgrafik Waigolshausen Foto: Grafik: Leon Fröhlich

    Nach der Vorberatung des Haushaltsentwurfs im Finanzausschuss verabschiedete der Gemeinderat ohne weiteren Diskussionsbedarf einstimmig das von Kämmerer Thomas Klein erarbeitete Zahlenwerk für 2019. Mit einem Gesamtvolumen von 9,14 Millionen Euro hat der Haushalt eine bisher nicht bekannte Größenordnung erreicht. Der Grund liegt insbesondere beim Vermögenshaushalt, der im Vergleich zum Vorjahr um rund 40 Prozent auf 4,44 Millionen Euro zulegt.

    Abhängigkeit vom kommunalen Finanzausgleich

    An der guten Finanzausstattung der letzten Jahre ändert sich nichts. Größte Einnahmeposten im Verwaltungshaushalt bleiben mit 1,836 Millionen Euro die weiter steigende Einkommenssteuerbeteiligung und die leicht sinkenden Schlüsselzuweisungen in Höhe von 910 000 Euro. Das gemeindliche Steueraufkommen bezifferte der Kämmerer bei gleichbleibenden Hebesätzen mit 430 500 Euro, wobei 150 000 Euro auf die Gewerbesteuer entfallen. Dies zeige die große Abhängigkeit der Gemeinde vom kommunalen Finanzausgleich, machte der Kämmerer deutlich. Schwächeln Wirtschaft und Konjunktur, hätte das sehr schnell Auswirkungen auf die finanzielle Situation der Gemeinde.

    Eingeplant sind für den Straßenunterhalt 130 000 Euro. Als Ausgleich für die von der Staatsregierung abgeschafften Straßenausbaubeiträge stehe eine Pauschale von jährlich 10 000 Euro im Raum, sagte der Kämmerer. Diese Größenordnung könnte die bisherigen Beitragseinnahmen der Anlieger aber nicht ersetzen. Trotz Senkung des Hebesatzes steigt die Kreisumlage um 77 000 Euro und knackt mit 1,007 Millionen Euro erstmals die Millionen-Marke. Die Zinszahlungen der Gemeinde sinken weiter auf nur mehr 12 500 Euro.

    1,3 Millionen Kreditaufnahme

    Als erwirtschaftete Zuführung an den Vermögenshaushalt plant der Kämmerer 614 700 Euro ein. Das langt zur Vorfinanzierung der anstehenden und begonnenen Projekte bei weitem nicht aus. Eingeplant ist in diesem Jahr eine Rücklagenentnahme von 759 000 Euro. Weitere 950 000 Euro Rücklagen werden im kommenden Jahr gebraucht, womit diese weitgehend aufgebraucht wären. Notwendig ist nach derzeitigem Stand zum Haushaltsausgleich auch eine Kreditaufnahme in Höhe von 1,3 Millionen Euro. Nach jahrelangem Abbau der Schulden machen die zum Jahresende deshalb wieder einen gewaltigen Sprung nach oben.

    Größtes Projekt bleibt der Neubau der Kindertagesstätte in Waigolshausen. Mit dem Grunderwerb für das neue Baugebiet in Waigolshausen, Kanalsanierung in Hergolshausen und dem Abschluss der Sanierung der alten Schule in Theilheim summiert sich das bereits auf 3,25 Millionen Euro. 80 000 Euro sind für das neue Einsatzfahrzeug und die Atemschutzausrüstung für die Waigolshäuser Feuerwehr eingeplant, weitere 90 000 Euro im kommenden Jahr.

    Großprojekt Dorferneuerung

    Für die Ertüchtigung der Kläranlage in Hergolshausen sind 100 000 Euro für Planungen und vorbereitende Arbeiten eingeplant. Mit Blick auf einen möglichen Baubeginn sieht die Haushaltsplanung 2020 dann 720 000 Euro für eine Anfinanzierung vor. Für die begonnene Dorferneuerung in Hergolshausen sind 10 000 Euro Planungskosten eingestellt. Für 2020 sieht die Haushaltsplanung dann 120 000 Euro von der Gemeinde und einen Zuschuss in gleicher Höhe vor. Auf zehn Jahre verteilt sollen in die Dorferneuerung zwei Millionen Euro fließen.

    Beim geplanten Neubaugebiet in Waigolshausen laufen derzeit noch Planung und Untersuchungen. Für die Erschließung der 25 Bauplätze sind im nächsten Jahr 2,5 Millionen Euro vorgesehen. Auch hier muss die Gemeinde vorfinanzieren.

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