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    Schweinfurt

    Walther-Rathenau-Schulen: Wittmann geht, Eirich rückt nach

    Seit Jahrzehnten Kollegen und beide ausgezeichnete Kenner der Walther-Rathenau-Schulen (Gymnasium mit Realschule). Der neue Schulleiter Roland Eirich (links) ist ein gebürtiger Schweinfurter und hat Wirtschaftswissenschaften und Sport studiert. Der scheidende Schulleiter Ulrich Wittmann war einst mit dem Studium von Mathematik und Physik in seine Lehrerlaufbahn gestartet. Foto: Helmut Glauch

    Von einem "Doppelschlag" sprach Oberbürgermeister Sebastian Remelé, als es am Montagnachmittag einerseits einen Abschied, andererseits einen Neubeginn auf den letzten Metern zweier Berufsleben zu feiern galt. Abschied weil Schulleiter Ulrich Wittmann nach 36 Jahren am Rathenau in die Freistellungsphase der Altersteilzeit wechselt. 26 Jahre davon hat er in der Schulleitung mitgearbeitet, seit 2013 war er Chef der Walther-Rathenau-Schulen, in denen als Besonderheit Gymnasium und Realschule  unter einem Dach vereint sind, was zusätzliche Aufgaben und Herausforderungen mit sich bringt. In seine Fußstapfen tritt Studiendirektor Roland Eirich. Der 63-Jährige rückt sozusagen vom Sozius auf den Fahrersitz vor,  war er doch seit 2013 ständiger Vertreter des Schulleiters.   

    Abschied und Neubeginn: Im Bild von links berufsmäßiger Stadtrat Jürgen Montag (links), unter anderem zuständig für die Schulen, die Ministerialbeauftragte für die Gymnasien in Unterfranken, Monika Zeyer-Müller, der neue Schulleiter Roland Eirich, der am 1. August das Amt übernimmt, sein Amtsvorgänger Ulrich Wittmann und Oberbürgermeister Sebastian Remelé. Foto: Helmut Glauch

    Remelé zeigte sich erfreut darüber, dass es gelungen ist, ohne Vakanz direkt einen Nachfolger für Wittmann zu finden. Die Freude sei um so größer, weil es immer schwerer werde, Schulleiterstellen zu besetzen, nachdem schulische Führungskräfte zunehmend in die Schusslinie gerieten. Die Bereitschaft, in einer solchen Position Verantwortung zu übernehmen, schwinde daher. Zwar verbleiben Eirich nur noch drei Berufsjahre, dafür dürfte seine Einarbeitungsphase recht kurz sein, unterrichtet er doch schon seit 1993 an der Schule, ist seit 2007 in die Arbeit der Schulleitung eingebunden und seit 2013 ständiger Vertreter des Schulleiters.  

    Einsatz für die Schule, als deren Fortbestand diskutiert wurde

    Faszinierende Klänge. Zeynep Ersoy steuerte das Klaviersolo "Nuvole Bianche" von Ludovico Einaudi bei. Foto: Helmut Glauch

    Remelé würdigte Wittmanns Einsatz für seine Schule, als vor wenigen Jahren die Schließung des Hauses diskutiert wurde.Wittmann stehe wie kein Zweiter für den Erhalt der Schule und dafür, den Spagat zwischen gestiegenen Ansprüchen der Eltern an Lehrkräfte und Bildungseinrichtung und teilweise nachlassender Erziehungsarbeit im Elternhaus hinbekommen zu haben. Als einen, der engagiert für den Erhalt des Gymnasiums gekämpft habe, würdigte auch die Ministerialbeauftragte für die Gymnasien in Unterfranken, Monika Zeyer-Müller, den scheidenden Schulleiter. Mit Roland Eirich habe man einen Nachfolger gefunden, der die Schule nicht nur ausgezeichnet kenne, sondern auch für seine kollegiale Zusammenarbeit bekannt sei.

    Personalratsvorsitzende Jutta Rösch verglich die beruflichen Werdegänge ihrer beiden Kollegen mit einem Marathonlauf. "Lang, hart, aber auch voller Momente der Freude" sei so ein Lauf, auf den man gut vorbereitet sein müsse. Als es 2016 hieß, das Rathenau solle geschlossen werden, seien dies sicherlich die wichtigsten Kilometer auf Ulrich Wittmanns Weg gewesen. Immer sei es gelungen, eine Lösung zum besten für die Schule zu finden. Auch Elternbeiratsvorsitzende Andrea Spath würdigte die stets konstruktive Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternbeirat. Gleiches gilt für den Förderverein, für den dessen Vorsitzende Ute Walter sprach. Sie hat eine besondere Verbindung zum Rathenau, wurde sie doch schon als Schülerin von Ulrich Wittmann unterrichtet.

    Ulrich Wittmann –  ein Koordinator mit Umsicht 

    Klemens Alfen (Alexander-von-Humboldt-Gymnasium) sprach stellvertretend für die Schulleiter der Stadt. Er würdigte seinen Kollegen als Koordinator, der mit großer Umsicht zwei Schulen leitet, wo doch schon die Leitung einer Schule meist mehr als genug Arbeit bedeute. Wie seine Vorredner würdigte auch Alfen die Projektierungen der Schule, die Auszeichnungen wie "Fair-Trade-Schule", "Nachhaltige Schule" oder "Schule mit Courage und gegen Rassismus"  zur Folge hatten.      

    Ulrich Wittmann selbst ging auf das digitale Zeitalter ein, das an den Schulen Einzug gehalten habe. Er sprach von einem schmalen Grat zwischen gewinnbringendem Einsatz und verantwortungsvollen Umgang mit den digitalen Medien. Diesen Weg zu finden, sei eine der Herausforderungen für die Schule. Langanhaltender Applaus begleitete den Mann, der stets freundlich und besonnen sein Amt ausgefüllt habe, wie Klemens Alfen kurz zuvor betont hatte, in den Ruhestand. Wittmann selbst bedankte sich bei allen Wegbegleitern und will sich nun Zeit nehmen "für die schönen Dinge des Lebens" und die Familie.

    "Alter schützt nicht vor Leidenschaft für die Bildung", so Roland Eirich, der mit 63 Jahren die Herausforderungen, die eine Schulleitung mit sich bringen, annehmen will.  Vor 26 Jahren ist er an die Schule gekommen, fühlt sich wohl in der "verschworenen Schulgemeinschaft" am Rathenau. Man werde weiterhin respektvoll und voller Vertrauen miteinander umgehen, die Schule als Lernort und Lebensraum gestalten und Bildung mit Herz und Verstand vermitteln.  

    Ein Saxophon-Trio, bestehend aus Chiara Düring, Laura Marker und Tanja Berthold, sorgte für die musikalische Umrahmung der Veranstaltung. Foto: Helmut Glauch

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