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    Stadtlauringen

    Warum der "Krumme Baum" schon für die Soldaten wichtig war

    Fragt man einen Stadtlauringer nach dem „Krummen Baum“, kommt prompt die Antwort. Jedenfalls bei den Einheimischen. Denn der alte Weidenbaum ist den Stadtlauringern sprichwörtlich ans Herz gewachsen. Dieser mentale Halt reichte allerdings nicht aus, als Ende Juli 2018 ein Sturm über Stadtlauringen hinwegfegte, und die Weide fiel. Der Dreschgemeinschaft Stadtlauringen und die Flurbereinigungsgenossenschaft war es deshalb ein Anliegen, dem alten Standort sein besonderes Merkmal zurück zu geben.

    Natürlich war den Stiftern klar, dass es Jahrzehnte dauern werde, bis ein neuer Baum wieder diesen stattlichen Umfang seines Vorgängers erreichen wird. Und ob er dann so schräg wie der alte in der Flur stehen wird, das wollten die Stifter auch nicht garantieren. Allerdings war klar, dass sie trotzdem „für Nachwuchs“ sorgen wollten. Nach Rücksprache mit dem Bürgermeister gingen sie ans Werk, bereinigten die alte Fläche, gruben die Wurzel aus und bereiteten das Areal für eine Neupflanzung vor.

    Der Einladung zur Baumpflanzung, die mit Kaffee und Kuchen, Glühwein und Bratwürsten abgerundet wurde, waren zahlreiche Bürger aus dem Markt Stadtlauringen gefolgt. Anekdoten über die Geschichte des „Krummen Baumes“ wurden ausgetauscht. Großes Erstaunen rief eine Erzählung von Theo Zirkelbach aus Oberlauringen hervor. Er gilt als versierter Kenner der Geschichte des Marktes Stadtlauringen und berichtete, dass am 8. April 1945, kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges, amerikanische Soldaten auch in Oberlauringen in seinem elterlichen Hof stationiert gewesen waren. Nach ihrem Abzug fand Theo Zirkelbach eine von den Amerikanern zurückgelassene Karte in einem kleinen Maßstab. Die Orte Oberlauringen, Stadtlauringen und Theinfeld waren gekennzeichnet. Und als besonderes Merkmal sowie Orientierungspunkt war schon damals der „Krumme Baum“ in der Karte markiert.

    Bürgermeister Friedl Heckenlauer dankte der Dreschgemeinschaft unter der Leitung von Herrn Georg Bauer sowie der Flurbereinigungsgenossenschaft unter Vorsitz von Klaus Kaufmann für den neu gestifteten Baum. Rund 1000 Euro wurden hierfür ausgegeben. 

    Bearbeitet von Irene Spiegel

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