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    Werneck

    Warum die Menschen Gärten anlegen

    Im Liegestuhl sitzen und Fotos ausgewählter Gartenanlagen bewundern: Das bietet unter anderem die Wanderaustellung des Bezirks im Rathausfoyer Werneck. Foto: Silvia Eidel

    Vogelgezwitscher und eine weiße Parkbank empfangen derzeit die Besucher im Wernecker Rathaus. Sie garnieren mit weiteren Utensilien etliche große und bunte Tafeln mit Fotodrucken und Texten über "Gärten in Unterfranken". Die hochwertige Wanderausstellung des Bezirks wird bis 11. November im neuen Rathausfoyer gezeigt, der einzigen Station im Landkreis Schweinfurt.

    Ein raumhohes Foto vom Schlosspark Werneck, Liegestühle auf grünem Rasenteppich vor einem Bildschirm mit wechselnden Fotos von ausgewählten Gartenanlagen, dazu ein Korb voller Äpfel und Kastanien, Fühlkisten und Kinder-Brettspiele: Das macht Lust, sich mit allen Sinnen mit den dargestellten Gärten zu beschäftigen. Und mit den Menschen, die dahinter stehen.

    Denn es war und ist immer der Mensch, der aus verschiedensten Gründen Gärten und Parks anlegt: Weil er sich dort erholen will, weil er sich daraus ernähren will oder weil er damit Macht und Reichtum demonstrieren will. Daher trägt die Ausstellung auch den Untertitel "Mensch und Natur im Porträt".

    Kuratorin Katja Tschirwitz hat im Auftrag des Bezirks Unterfranken und in Zusammenarbeit mit dem Museum für Franken eine optisch ansprechende Schau gestaltet. Für Gartenliebhaber, Naturfreunde und Familien hat sie attraktive unterfränkische Gärten in den Fokus gestellt und auf große gelbe, grüne, rote, blaue, orangen- oder lilafarbene Tafeln gebannt: Vom Schlosspark Werneck und Bad Brückenau sowie den Hofgärten Würzburg und Veitshöchheim über den Würzburger Ringpark, den Ronkarzgarten Gemünden und den Rosengarten Arnstein bis zu den Grabengärten Mainbernheim.

    Es geht immer um das Zusammenspiel von Natur und Mensch, gerade wenn die verschiedenen Gartentypen – Schlosspark, Bürgergarten, Kurgarten, Nutzgarten, Botanischer Garten – vorgestellt werden. Dabei erhält der Besucher einen historischen Überblick über die Gartenentwicklung in Unterfranken.

    Diese beginnt beim Klostergarten des Mittelalters, in dem auf Geheiß Karls des Großen, des Königs des Fränkischen Reiches, Heilpflanzen vermehrt und von wo aus botanische Kenntnisse verbreitet wurden. Der Mensch veränderte immer wieder bestehende Gärten, passte sie seinen Bedürfnissen an. Es entstanden prächtige Herrschaftsgärten in der Barockzeit. In Werneck ließ Fürstbischof Friedrich Karl von Schönborn den Garten in großen Teilen für seine Fasanenjagd gestalten.

    Später wurden daraus Landschaftsgärten, mit einer Idealisierung der Natur, mit Raum für Emotionen und Romantik. In Werneck diente der englische Landschaftspark ab Mitte des 19. Jahrhunderts den Patienten der neu eröffneten "Kreisirrenanstalt" unter Bernhard von Gudden als Wandelgarten.

    Mit dem wachsenden Selbstbewusstsein des Bürgertums entstanden Volksparks, Obst- und Gartenbauvereine sowie Schreber- und Kleingartenanlagen. Die Selbstversorgung aus dem eigenen Garten blieb eine wichtige Lebensgrundlage. Einfamilienhäuser und ihre Wohngärten haben heute viele Nutzgärten abgelöst.

    Die Ausstellung ist zu den Öffnungszeiten des Wernecker Rathauses zu sehen: Montag und Dienstag 8 bis 12 und 13.30 bis 15.30 Uhr, Mittwoch 8 bis 13 Uhr, Donnerstag: 8 bis 12 und 13.30 bis 17.30 Uhr, Freitag 8 bis 12 Uhr.

    Liebevoll garniert ist die Ausstellung über "Gärten in Unterfranken" im Rathaus Werneck. Foto: Silvia Eidel
    Mit großformatigen Fotos auf Stellwänden beeindruckt die Ausstellung "Gärten in Unterfranken". Foto: Silvia Eidel
    Dem Obstbaukundler Johann Sickler und seiner Beschreibung zahlreicher Obstsorten ist eine der vielen Stellwände der Ausstellung "Gärten in Unterfranken" gewidmet. Foto: Silvia Eidel

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