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    Werneck

    Warum die Wäscherei in Werneck bald schließen könnte

    Die Wäscherei der Bezirkskrankenhäuser in Werneck ist sanierungsbedürftig. Deshalb plante der Bezirk einen Neubau. Nun könnten diese Pläne jedoch platzen.
    Wo jetzt die Wäscherei der Wernecker Bezirkseinrichtung steht (vorne links), plant der Bezirk den Neubau eines psychiatrischen Klinikgebäudes. Foto: Gerald Gerstner

    Der geplante Neubau der Wäscherei in Werneck (Lkr. Schweinfurt) steht auf der Kippe. Statt sieben Millionen Euro, wie in einer ersten Machbarkeitsstudie 2017 veranschlagt, schätzen Architekten die Baukosten nun auf etwa 14,1 Millionen Euro. "Damit wäre ein Neubau nicht mehr wirtschaftlich", sagt Markus Mauritz, Pressesprecher des Bezirks Unterfranken. Die Wäscherei, die bisher auf dem Schlossgelände in Werneck angesiedelt ist, reinigt sowohl die Wäsche der psychiatrischen als auch der orthopädischen Klinik. Nach einem Neubau würde sie auch die anderen Bezirkskrankenhäuser sowie Heime und Schulen versorgen.

    Externe Firmen reinigen preiswerter

    An diesem Dienstag wird der Bezirksausschuss darüber diskutieren, ob anstatt der bezirkseigenen Wäscherei zukünftig externe Firmen die Reinigungsaufträge übernehmen sollen. Ein Neubau wäre dann überflüssig. Insgesamt 1,3 bis 1,5 Millionen Euro könne der Bezirk dadurch pro Jahr einsparen, so Mauritz. Denn die hohen Baukosten müssten laut dem Pressesprecher auf den Wäschepreis umgelegt werden.

    Kritik kommt von der Belegschaft der Wäscherei: "Die Verwaltung ist sich der Tragweite dieses Vorschlags nicht bewusst", kritisiert ein Mitarbeiter, der namentlich nicht genannt werden möchte, gegenüber dieser Redaktion. Es sei nachvollziehbar, dass der Bezirk sparen möchte. Dass tatsächlich so hohe Einsparungen möglich sind, zweifelt der Angestellte jedoch an. 

    Wäscherei ist sanierungsbedürftig

    Schon vor zwei Jahren stellte der Bezirk fest, dass die Wäscherei auf dem Schlossgelände nicht wie bisher weiter betrieben werden kann. Das Gebäude und die Maschinen sind stark sanierungsbedürftig. Außerdem sollen auf dem Gelände neue Räumlichkeiten der psychiatrischen Klinik entstehen. Eine Schließung der Wäscherei würde insgesamt 29 Angestellte betreffen. Laut Mauritz sollen sie Arbeitsplätze in anderen Bezirkseinrichtungen bekommen.

    Trotzdem sind die Mitarbeiter unzufrieden mit dem Vorgehen des Bezirks. "Nachdem jahrelang von einem Neubau gesprochen wurde, werden wir jetzt vor vollendete Tatsachen gestellt", sagt der Mitarbeiter. Der Bezirk habe die Belegschaft nicht ausreichend auf dem Laufenden gehalten, so die Kritik.

    Zwar wird über die Schließung der Wäscherei am Dienstag der zuständige Ausschuss beraten. Der endgültige Beschluss soll aber erst am 19. Dezember im Bezirkstag fallen.

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