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    OBERWERRN

    Wasser und Eier für Urualla

    Am Montag, Mittwoch und Freitag darf ein jeder aus der näheren und weiteren Nachbarschaft kommen und sich Wasser holen. An sieben Tagen in der Woche fließt das kühle Nass für die Mitglieder der Pfarrei St. Michael in Urualla, der Patenschaftspfarrei der Pfarreiengemeinschaft Niederwerrn-Oberwerrn.

    Ohne die finanzielle Unterstützung der Nieder- und der Oberwerrner würde es weder den Brunnen noch den Hochbehälter geben – und auch keine frisch renovierten Ställe für alsbald 1000 Legehühner.

    Zwei Projekte

    Über die Patenschaft und die Projektförderung sprach beim diesjährigen Informationsabend im Pfarrheim in Oberwerrn Alfred Weidinger vom Arbeitskreis „Eine Welt“. Die Idee für einen Trinkwasserbrunnen für die Gemeinde gab es viele Jahre. Eine Bohrung bis in eine Tiefe von 600 Metern schreckte jedoch ab. 2015 wurde die Planung konkreter. 2016 wurde dann gebohrt. In einer Tiefe von 250 Metern stieß man auf Wasser.

    Finanziert wurde der Brunnen mit 16 000 Euro aus Ober- und Niederwerrn. Und von dort kamen 2017 weitere 8000 Euro für den Hochbehälter, in dem das geförderte Wasser gesammelt wird. Weitere knapp 9000 Euro kamen aus der Pfarreiengemeinschaft in diesen beiden Jahren jeweils für die Indienpatenschaft zusammen. Unter dem Strich stehen so 20 000 Euro pro Jahr für die Eine Welt.

    Das Hühnerprojekt

    Angegangen wurde in der Gemeinde Urualla im Jahr 2017 auch das „Hühnerprojekt“. Herzurichten waren Ställe für bis zu 1000 Legehühner. Auch bei diesem Vorhaben wurde nichts übereilt. Die Tierhaltung begann mit 300 Hühnern. Mittlerweile ist die Zahl des Federviehs auf 600 angewachsen. Im Herbst sollen 1000 Hühner in den Ställen (Bodenhaltung) stehen. Unterstützt wurde diese Aktion bislang mit knapp 7000 Euro aus der Pfarreiengemeinschaft.

    Die Stadt Urualla mit 70 000 Einwohnern liegt im fruchtbaren Süden von Nigeria, 200 Kilometer östlich der Zehn-Millionen-Stadt Lagos. In Urualla gibt es sieben katholische Pfarreien mit jeweils mindestens einem Priester. Gehalt bekommen die Seelsorger nicht. Die Gemeinden versorgen ihre Pfarrer.

    Bevölkerungsexplosion

    Wegen des wirtschaftlichen Aufschwungs des Landes zählt Nigeria zu den Schwellenländern – mit Reichtum und bitterer Armut. Alfred Weidinger berichtete von Korruption und Ungleichbehandlung zwischen dem muslimischen Norden (der die Mehrheit in der Regierung stellt) und dem Süden. Eines der ganz großen Probleme in dem Land mit 190 Millionen Einwohnern sei die Bevölkerungsexplosion. Angebote zur Familienplanung würden zwar angenommen, jedoch nicht von den Ärmsten, die nach wie vor sieben, acht oder mehr Kinder hätten, so der Referent.

    Pfarrer Emmanuel

    Seit Beginn der Patenschaft im Jahr 2006 kommt Jahr für Jahr Pfarrer Emmanuel von der Pfarrei St. Michael in Urualla im August nach Nieder- und Oberwerrn als Urlaubsvertretung. Am Infoabend reichte seine angeschlagene Stimme nur für die Begrüßung, weswegen Weidinger über die laufenden Projekte und auch über zwanzig Patenschaften für Kinder berichtete. Mit zehn Euro im Monat wird deren Schulbildung und Ausbildung finanziert.

    Über die Gemeinde St. Michael war von Alfred Weidinger weiter zu erfahren, dass diese einen Kindergarten, eine Schule, ein Pfarrhaus, eine Klosterschule (300 Schwesternschülerinnen) und ein Krankenhaus unterhält. Aktuell wird die neuere von zwei Kirchen renoviert. Bezahlt wird die Kirchensanierung von einer Industriellenfamilie aus Nigeria.

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