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    Niederwerrn

    Wegknickbare Poller an der Engstelle?

    Riskante Stelle in Oberwerrn: An der Hauptstraße wird es keine Tempo 30-Zone geben. Foto: Uwe Eichler

    Der Rekord lag bei 63 Stundenkilometern, an einem Sonntag um 3 Uhr nachts. Mit Hilfe einer verdeckten LED-Geschwindigkeitsanzeige hat die Gemeinde die Geschwindigkeit in der Oberwerrner Hauptstraße messen lassen. Es geht um die Engstelle im Bereich Sparkasse und Gastwirtschaft. Zwischen 12. Februar und 13. März wurden vier Geschwindigkeitsübertretungen festgestellt. Im Schnitt wären 95 Prozent der Verkehrsteilnehmer weniger als 33 Kilometer pro Stunde gefahren, hieß es seitens der Verwaltung: bei 160 bis 260 Fahrzeugen täglich in einer Fahrtrichtung. Ein Anwohner, dessen Ausfahrt direkt auf die Straße führt, hatte riskante Geschwindigkeiten beklagt und eine Tempo 30-Zone beantragt.

    Bei einer Hauptverkehrsstrecke brauche es dazu besonders geschützte Gebäude in der Umgebung, sagte Bürgermeisterin Bettina Bärmann im Gemeinderat, etwa Schulen, Kindergärten oder Seniorenheime: sonst wäre die Geschwindigkeitsreduzierung nicht zulässig. Roland Fick sprach von einer "gefährlichen Stelle". Es gebe nur eine optische Abgrenzung zwischen Bürgersteig und Straße. Wenn schon nicht mit Tempo 30, könne man den Risiko-Bereich mit Pollern sichern. Auf der Straße gebe es genügend Platz, um zwei Fahrzeuge passieren zu lassen, versetztes Parken zur Verkehrsberuhigung sei allerdings nicht möglich.

    Antrag auf Tempo 30 abgelehnt

    Gabriele Reuß vermisste ebenfalls einen rechtlichen Ansatz für Tempo 30. Sie sei sich auch nicht sicher, ob Poller die richtige Lösung wären. Der Verkehrsüberwachungsdienst sollte das richtige Parkverhalten sicherstellen. Bettina Bärmann erinnerte an landwirtschaftlichen Verkehr in diesem Bereich. Denkbar seien wegknickende Poller wie in Werneck, um Schäden an Autos zu vermeiden. Thomas Wohlfahrt verwies auf Überlegungen, den ganzen Altort als Tempo 30-Zone auszuweisen. "Wir sind die Gemeinde mit den meisten Geh- und Verboten im Landkreis," widersprach Martin Pensel: "Es klappt auch so." Bezüglich der Poller sollte es eine Orts-Besichtigung geben. Fußgänger seien auf den Seitenstreifen ebenfalls gefährdet, meinte Andreas Mauder. Man brauche eine Verkehrsberuhigung. Wolf-Dietrich Lang vermisst eine Definition, was eigentlich Straße, was Bürgersteig sei. Der Antrag auf Tempo 30 wurde mit einer Gegenstimme abgelehnt.

    Die Jahresrechnung 2018 schließt mit 12,4 Millionen Euro im Verwaltungshaushalt – im Ansatz waren knapp 12,9 Millionen Euro geplant. Nachdem mehrere Großprojekte verschoben worden sind, fiel der Vermögenshaushalt mit 2,9 Millionen Euro deutlich geringer aus als der Ansatz von rund 7,7 Millionen Euro. Die Zuführung vom Verwaltungs- in den Vermögenshaushalt ist mit fast 2,8 Millionen Euro etwa viermal so hoch wie geplant. Die hohen Rücklagen von zuletzt 15 Millionen Euro wurden 2018 noch nicht reduziert. Es sind sogar mehr als 640 000 Euro zugeführt  worden. Niederwerrn war zum Jahresende weiterhin schuldenfrei.

    Nicht genehmigt wurde der Wunsch einer freikirchlichen evangelischen Gemeinde, die Asylbewerber via Bürgerbus zu ihren Gottesdiensten nach Oberndorf fahren wollte. Gemäß Satzung wird der Transporter nur für Fahrten innerhalb der Gemeinde zur Verfügung gestellt. Genehmigt wurde eine Gebührenerhöhung in der Kinderkrippe Purzelbaum, um sechs Prozent ab 2020, was einer Anhebung jeweils um zehn bis 13 Euro entspricht. Probleme gab es mit der Mülltonnenleerung in Ober-, aber auch Niederwerrn. Durch ein Unwetter seien zudem mehrere nicht geleerte Tonnen umgefallen, monierte die Bürgermeisterin.

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