• aktualisiert:

    Dingolshausen

    Weinreisen: 13 Anbaugebiete in 13 Jahren

    Nachdem der Köhler und seine Prinzessinnen mit zahlreichen Weinfreunden unter der Federführung der ersten Weinprinzessin Anneliese Götz alle 13 deutschen Weinbaugebiete besucht haben, gab es ein großes Finale in der Dingolshäuser Sporthalle. Im Bild sind alle Teilnehmer, die mindestens zehn Weinbaugebiete besucht haben, zusammen mit Weinprinzessin Larissa Eichner (links) sowie Anneliese Götz und Ehrenköhler Willi Götz (rechts) zu sehen. Foto: Marion Heger

    Anneliese Götz und ihr Mann Norbert haben alle 13 deutschen Weinanbaugebiete besucht. Doch das taten sie nicht alleine. Das Dingolshäuser Ehepaar hatte immer zahlreiche Weinrepräsentanten dabei; meist den Köhler Willi Götz - der im Laufe der Jahre zum Ehrenköhler wurde - und zahlreiche ehemaligen Weinprinzessinnen – von denen es ja alle zwei bis drei Jahre eine mehr gibt. Und natürlich war oft auch die jeweils amtierende Weinhoheit mit von der Partie. Vor allem aber waren immer genug unternehmungslustige Dingolshäuser dabei, für die der durch Anneliese Götz organisierte jährliche Ausflug im Oktober längst zum festen Bestandteil im Jahreslauf geworden ist.

    In diesem Herbst besuchte man nun mit Franken nicht nur das heimatnäheste, sondern auch das letzte der insgesamt 13 deutschen Weinbaugebiete. Das war den Dingolshäuser Weinfreunden Anlass genug, die diesjährige Exkursion mit einem große Finale und einer deutschen Weinprobe  im Sportheim zu beenden, zu der auch Ehrengäste geladen und Gäste willkommen waren. Der Abend wurde von der Köhlerkapelle musikalisch stimmungsvoll gestaltet. Die ehemaligen Dingolshäuser Weinprinzessinnen - mit der allerersten Weinrepräsentantin Anneliese Götz und der amtierenden Hoheit Larissa Eichner an der Spitze - erinnerten an die dreizehn erlebnisreiche Fahrten und stellten aus jedem Anbaugebiet einen Wein vor, der dann natürlich auch verkostet wurde.

    Beginn an der Mosel

    Begonnen hatte alles im Jahr 2007 mit einem Ausflug an die Mosel, wo die Burg Eltz, Cochem , Trier und Bernkastel-Kues auf dem Programm standen. Entlang der Mosel erheben sich die steilsten Weinbergslagen Europas, an denen hauptsächlich Weißweine angebaut werden. 2008 führte die Busfahrt nach Sachsen mit Dresden, Meißen und Radebeul. Obwohl dieses Gebiet flächenmäßig mit 502 Hektar eher klein ist, hat es viel Interessantes zu bieten. Die Meißner Weine gelten als echte Rarität unter den deutschen Weinen.

    Das ausdehnungsmäßig längste und facettenreiche Weinanbaugebiet Baden war 2009 das Ziel der Dingolshäuser, wo der Besuch von Strasbourg einer der Höhepunkte war. Nicht nur die Weine, sondern auch den Sekt  ließ man sich 2010 dort gut schmecken. Nicht minder gelungen war 2011 die Fahrt in die Pfalz, wo heute ein Viertel aller deutschen Weine erzeugt werden. Der Anteil der trockenen Wein ist hier größer als in den meisten anderen Gebieten.

    Im Rotweinparadies Ahrtal

    Im Jahr darauf nahmen der Köhler und seine Prinzessinnen die Weinfreunde mit ins Ahrtal, wo unter anderem die Stadt Bad Neuenahr Ziel der Gruppe war. Das 564 Hektar kleine Gebiet gilt als Rotweinparadies. 2013 widmete man sich neben den Weinen wieder ausgiebig einer bekannten Sektmarke aus Freyburg und lernte vieles über das Anbaugebiet Saale-Unstrut, zu dem Flächen aus den  Bundesländern Sachsen-Anhalt, Thüringen und Brandenburg gehören.

    2014 lernten die Prinzessinnen und ihre Gäste die Weine aus Rheinhessen kennen und 2015 die aus Württemberg. Der Besuch der Felsengarten-Kellerei ist vielen Teilnehmern noch lebhaft in Erinnerung. Mit dem Rheingau erschloss man sich 2016 das zehnte deutsche Weinanbaugebiet und besuchte Kloster Eberbach und Wiesbaden. Hier wurde erstmals der Wert der Edelfäule entdeckt, was Grundlage für die Spätlese war.

    Die Weinreisegruppe aus Dingolshausen besuchte seit 2007 alle deutschen Weinanbaugebiete. Foto: Oswald Rippstein

    Vorletztes Jahr führte der Weg nach Windesheim ins Weingebiet Nahe und im vergangenen Jahr vervollständigte man mit der Hessischen Bergstraße die zwölf „fremden“ Weinbaugebiete. Beide zuletzt genannten Gebiete verfügen über zahlreiche unterschiedliche Bodentypen, die dann auch verschiedenartige Wein hervorbringen.

    Auch Kultur kennengelernt

    Nun war es aber  an der Zeit, sich ausgiebig dem Heimatweingebiet Franken zu widmen, wo man die Weine des südlichen Steigerwaldes verkostete und die Residenz in Würzburg und auch ein Weingut in Volkach besuchte. Das fränkische Anbaugebiet ist über 6000 Hektar groß und besteht aus einer Vielzahl kleiner Rebflächen.

    Das Resümee der Prinzessinnen und der Teilnehmer ist einhellig: Neben den köstlichen Weinen hat man bei den vielen Exkursionen auch sehr viel Kultur kennengelernt – zwei Komponenten, die untrennbar zusammengehören.

    Ein Krönchen für die treuen Damen

    Anneliese Götz ließ dann noch die Statistiken sprechen und  konnte einige treue Teilnehmer nennen, die schon zehnmal oder gar noch öfter an den Fahrten teilgenommen haben.  Dies sind Gabi und Willi Götz, Renate Lutz, Rita und Alois Öchsner, Irene und Guido Schreck, Elvira und Walter Burger, Edeltraud Heck, Wolfgang Malschok, Silvia und Reinhard Obergfell, Ella und Walter Kämmerer sowie Doris und Egon Scheller.  Alle weiblichen Teilnehmerinnen bei der diesjährigen Fahrt hatten schon unterwegs eine Krone bekommen, so dass sie jetzt nicht nur mit viel Wissen rund um die deutschen Weingebiete glänzen, sondern sich alle wie echte Weinprinzessinnen fühlen durften.

    Am Ende dankte Anneliese Götz noch ihrem Mann Norbert, der sie stets tatkräftig unterstützte. Und Ehrenköhler Willi Götz sprach der Organisatorin im Namen aller Teilnehmer sein Dankeschön aus.

    Und jetzt?

    Da diese Fahrten, die  aus einer spontanen Idee entstanden sind, kaum noch aus dem Dorfleben wegzudenken sind, wird Anneliese Götz natürlich oft gefragt, wie es denn nun weitergeht. Dies lässt sie zwar noch offen, man merkt ihr aber an, dass auch sie das Brauchtum nicht beenden, sondern in irgendeiner Form weiterführen möchte. Und so dürfen sich alle Weinfreunde aus Dingolshausen überraschen lassen...

    Weitere Artikel
    Fotos

      Kommentare (0)

        Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!