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    Schweinfurt

    Weiter Kritik an Neubau des Friederike-Schäfer-Heims

    Ist die Idee der Verwaltung, den Neubau des Friederike-Schäfer-Heims anstelle des Rückert-Baus mit dem markanten Kupferdach am Martin-Luther-Platz ab 2026 zu bauen, gut? Daran gibt es viel Kritik, Stadträtin Ulrike Schneider fordert nun eine neue Diskussion über den richtigen Standort. Foto: Hajo Dietz Nürnberg

    Vor kurzem stellte die Verwaltung eine neue Machbarkeitsstudie für einen Neubau des Friederike-Schäfer-Heims anstelle des Rückert-Baus am Martin-Luther-Platz vor. Der Stadtrat folgte mit 27 Ja-Stimmen der Empfehlung, die unter einem von der CSU geforderten Finanzierungsvorbehalt steht, ob sich die Hospitalstiftung den erst in sieben Jahren geplanten Neubau für 19 Millionen Euro leisten kann.

    Die Kritik war in den Gremien deutlich, nun hat Ulrike Schneider (Schweinfurter Liste/Freie Wähler) eine erneute Diskussion über den Standort gefordert, die sie mit Unterstützung von zwölf Stadtratskollegen als eigenen Tagesordnungspunkt bei einer der nächsten Sitzungen erreichen will. Schneider kritisierte die Neubaupläne der Verwaltung an dem gewählten Ort Martin-Luther-Platz und stimmte dagegen, ihre Fraktionskollegen Stefan Labus und Dagmar Bebersdorf waren im Stadtrat aber für die Verwaltungspläne.

    „Der Martin Luther Platz mit dem Ensemble um die altehrwürdige St. Johannis Kirche ist ein wunderschöner Ort, der nicht durch einen unüberlegten Schnellschuss beeinträchtigt werden darf“, so Schneider in ihrer Stellungnahme. Sie habe sich bestätigen lassen, dass Stadtheimatpfleger Dag Schröder von der Verwaltung nicht zu seiner Meinung zu dem Standort inmitten eines historischen, stadtbildprägenden Ensembles gefragt wurde. Dies sei ein Fehler, so Schneider.

    "Die Angst vor einem großen Baukörper, der – egal in welche Richtung nun angelegt – den Charakter des Platzes beeinträchtigen wird, ist begründet", so Schneider. Sie habe auf ihre Frage nach dem Volumen des Neubaus im Verhältnis zum bestehenden Rückert-Bau keine Antwort im Stadtrat von Seiten des Baureferenten bekommen. "Ähnlich dünn ist die Faktenlage bei der Finanzierung", so Schneider.

    Schneider: Innerstädtischer Standort ein CSU-Wahlkampfschwenk

    Dass die CSU-Fraktion, die sich bei der ersten Diskussion 2017 über einen Neubau des Friederike-Schäfer-Heimes, das im Bestand am Rusterberg nicht wirtschaftlich saniert werden kann, noch für den Verkehrsübungsplatz in der Friedrich-Stein-Straße aussprach, "plötzlich die Innenstadtlage für Senioren in den Fokus ihrer Argumentation stellt, ist bemerkenswert." Schneider stellt sich die Frage, "ob dies der inneren Einsicht oder doch eher dem anstehenden Wahlkampf geschuldet ist." In der Friedrich-Stein-Straße hätten die Senioren den Bus nehmen müssen, um in die Innenstadt zu kommen.

    Aus Schneiders Sicht habe es eine "objektive Prüfung des auch von anderen Fraktionen favorisierten Messeplatzes hinter der Kunsthalle nicht gegeben." Der Standort sei innenstadtnah, grenze direkt an einen Park. Sie will nun die nötigen Unterschriften bei Kollegen sammeln, um eine erneute Befassung im Stadtrat mit dem Thema zu erreichen. „Es ist bedauerlich, dass wir von OB und CSU zunehmend per Mehrheitsbeschluss vor vollendete Tatsachen gestellt werden, so dass man diese Umwege überhaupt wählen muss“, so Schneider in ihrer Stellungnahme.

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