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    Gerolzhofen

    Wenn Aktenvernichtung ins Geld geht

    Rechenschaftsberichte und Rechnungsprüfungen in Sitzungen von Stadt- und Gemeinderäten oder auch Schulverbänden und VG-Versammlungen etwa kommen zuweilen trocken daher, geben aber immer doch interessante Einblicke in ganz bestimmte Bereiche. So war es auch jetzt wieder in der jüngsten Sitzung der Gemeinschaftsversammlung der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Gerolzhofen. Die Aktenvernichtung war zum Beispiel teurer gekommen als gedacht.

    Zunächst legte Kämmerer René Borchardt seinen Rechenschaftsbericht für das Haushaltsjahr 2017 vor. Das schloss mit einem Überschuss von 1,147 Millionen Euro ab, was zu einem Rücklagenstand von 1,052 Millionen Euro am Jahresende 2017 führte.

    Den Bericht der örtlichen Rechnungsprüfer legte der Vorsitzende des Rechnungsprüfungsausschusses, Michelaus Bürgermeister Siegfried Ständecke vor. Er hatte die Rechnungen, Belege und vorgenommenen Buchungen zusammen mit Lülsfelds 2. Bürgermeister Lothar Riedel und der Gerolzhöfer Stadträtin Ingrid Feil stichprobenartig geprüft. Zu den Anmerkungen und Feststellungen der Rechnungsprüfer nahm jeweils der Kämmerer für die Verwaltung Stellung.

    Ständecke, Riedel und Feil hatten insbesondere größere Über- beziehungsweise Unterschreitungen gegenüber dem Haushaltsansatz überprüft. Aufgefallen war ihnen etwa, dass die Fernsprechgebühren auf über das Doppelte angestiegen waren. Der Grund war, dass die im September 2016 in Betrieb gegangenen neue Telefonanlage der Verwaltungsgemeinschaft geleast worden war. Die erstmals anfallenden Leasingraten waren für September 2016 bis Dezember 2017 komplett im Jahr 2017 verbucht, als insgesamt für 16 Monate.

    Auch der Haushaltsansatz für das Landkreisbehördennetz war deutlich überschritten worden, nachdem der Landkreis 2017 einen neuen Server angeschafft hatte. Wegen des neuen Datenschutzgesetzes war in dem Fall der IT-Aufwand angestiegen, was  mit zusätzlichem Personal aufgefangen wurde.

    Bei der erwähnten Aktenvernichtung lag der Ansatz bei 1200 Euro, das Ergebnis aber bei 6217 Euro. Hier hatte 2017 eine Firma mit der Vernichtung der im Keller des VG-Gebäudes gelagerten Akten beauftragt werden müssen.

    Die bereits 2016 vorgeschlagene Energiesparberatung für das VG-Gebäude wurde erneut angemahnt, nachdem hier von den Rechnungsprüfern ein entsprechendes Einsparpotential gesehen wird. Gegebenenfalls wird hier ein VG-Beschluss erwogen, um den Gebäudeeigentümer, sprich die Stadt Gerolzhofen, darum zu ersuchen.

    Ebenfalls erneut ins Feld geführt wurden neben verschiedenen anderen Feststellungen der schon häufiger monierte hohe Rücklagenstand von 1,052 Millionen Euro. Dem wird allerdings inzwischen dadurch Rechnung getragen, dass das angehäufte Finanzpolster in den Haushaltsjahren 2019 und 2020 auf das gesetzlich vorgeschriebene Mindestmaß abgeschmolzen wird.

    Ein weiterer Kritikpunkt betraf die Internetseite „Weinpanorama Steigerald", da sie noch nicht auf ein handygerechtes Format umprogrammiert und auch nicht an die aktuellen Datenschutzvorschriften angepasst worden ist. Hierzu stehen mittlerweile die nötigen Haushaltsmittel bereit, so René Borchard.

    Nicht nur Überschreitungen, auch Unterschreitungen von Haushaltsansätzen können übrigens zu Hinweisen führen. In diesem Fall ging es um die EDV-Anlage. Es sei nicht vorteilhaft, wenn Mitarbeiter mit veralteten Geräten arbeiten. Das wäre langfristig ineffizient, machten hierzu die Rechnungsprüfer deutlich.

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