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    Wenn Jakob liest: Achtjähriger sprengt Antolin-Rekorde

    Was würdest du lieber machen: Fußball spielen oder ein Buch lesen? Jakob überlegt kurz, dann grinst er und ein paar Zahnlücken spitzen hervor. „Ich würde erst den Ball kicken und dann lesen.“ Jakob lacht, sein Papa Gerald Günther auch. So ist das. Jakob liest – (fast) immer und überall. Im Auto, im Bus, zuhause, in der Schule. Ganze Buchreihen hat der Achtjährige verschlungen, der ein ganz normaler Junge ist, in der U 9 für den TSV Poppenhausen spielt, gerne Freunde trifft, manchmal frech, manchmal laut ist und gerne lacht.

    Seine Lieblingsfächer in der Schule? Sport und Mathe, sagt der Junge aus Kützberg, der gerade die zweite Klasse der Schweinfurter Montessori-Schule hinter sich hat. Und Deutsch? Naja, nur, beim Geschichtenschreiben. Denn auch das macht der Achtjährige gerne. Fünf Bücher hat er in Arbeit, bei dem einen ist er schon bei Kapitel vier, erzählt Jakob. Um was es geht? Unterschiedlich.

    Was Jakob liest? Alles: von Gregs Tagebuch bis zu den drei Fragezeichen

    Ein wenig erinnert das, was Jakob von seinen Büchern erzählt, an die Reihe „Die Drei Fragezeichen Kids“, wie er selbst sagt. Zum Beispiel die Geschichte von dem Dieb, der „zum Guten wird“ und dann auf Verbrecherjagd geht. Jakob hat Fantasie – und viele Lieblingsbücher. So richtig entscheiden kann und will er sich nicht. Gelesen hat er viele. Gregs Tagebuch, „weil das so witzig ist“, Das Magische Baumhaus, Die Olchis, Der kleine Drache Kokosnuss, Die Drei Fragezeichen Kids und viele andere. 77 Bücher gibt es aus der Reihe, bis Band 31 hat Jakob fast alle gelesen. Zwei fehlen ihm noch.

    Woher er das so genau weiß? Von Antolin, meint der Achtjährige, „da kann man nachschauen“. Das Leseförderprogramm für Kinder von der 1. bis zur 10. Klasse ist kein Wettbewerb, doch die Punkte, die es dort gibt, sollen Anreiz sein, damit Kinder und Jugendliche wieder gerne lesen. Daneben gibt es Buchtipps und viele Informationen. Punkte verleiht Antolin für richtig beantwortete Fragen zum Text. Wie viele es gibt, hängt vom Buch und der Altersgruppierung ab. Dass die Punkte auf dem Antolin-Konto aber fünfstellig sind, dürfte ein echte Ausnahme sein. Rekordlisten gibt es nicht, sagt Gerald Günther, der spaßhalber das Internet nach vergleichbaren Punktzahlen durchforstet und dabei keinen einzigen Einzelschüler mit mehr als 14 000 Punkten gefunden hat.

    Über 17 000 Punkte bei Antolin

    17 100 Antolin-Punkte hat Jakob in diesem Schuljahr erreicht, und dafür eine Urkunde bekommen. Mit der ist er nicht ganz zufrieden, denn nach seiner Meinung wären es 17 200 Punkte gewesen. Etwas weniger, als er sich vorgenommen hatte, nämlich 18 000. Eine absolute Ausnahme ist er trotzdem und der Beste an seiner Schule. Zum Vergleich: Seine Freunde haben zwischen 1000 und 3000 Punkte.

    So viel, wie Jakob letztes Jahr. Da waren es noch 1000 Punkte, sagt er. Erst vor einem halben Jahr hat er das Lesen so richtig für sich entdeckt. Und seitdem nicht nur Bücher für seine Altersklasse verschlungen. Beast Quest heißt seine neu entdeckte Lieblingsreihe – Drachen, Riesenschlangen, eine Mischung aus Fabel und Fantasy, aus der Jakob beim Gespräch mit der Redakteurin spontan ein Stück vorliest. Damit sie weiß, worum es geht.

    Sein Favorit: Die Bücherei in Niederwerrn

    Auch dieses Buch hat Jakob ausgeliehen. „Gottseidank gibt es Bücherein“, sagt Papa Gerald grinsend. Drei Anlaufstellen haben Günthers, in die sie fast jede Woche gehen: Das Bildungszentrum, die Stadtbücherei und die Bücherei in Niederwerrn. Seine Eltern Sylvia und Gerald sind stolz auf ihren Achtjährigen, der schon vor der Schule unbedingt ein bisschen lesen lernen wollte. Warum? Weil Lesen Spaß macht, sagt Jakob und schaut skeptisch. Was für eine Frage . . . Asterix allerdings liest ihm nach wie vor sein Papa vor. Ein schönes Ritual, für beide.

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