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    Gerolzhofen

    Wenn das Wort Versöhnung an erster Stelle steht

    Obwohl der Kreis der Mitglieder des Heimatkreisvereins Bilin von Jahr zu Jahr aus demografischen Gründen immer kleiner wird: An der Jahreshauptversammlung in der Patenstadt Gerolzhofen halten sie fest. Im Bild die Teilnehmer zusammen mit Bürgermeister Thorsten Wozniak, seine Kollegin Jaba Syslova und Brigita Janovska (vorne Mitte). Ganz links: Dietmar Heller (zweiter Vorsitzender) und Josef Liebscher (Vorsitzender).
    Obwohl der Kreis der Mitglieder des Heimatkreisvereins Bilin von Jahr zu Jahr aus demografischen Gründen immer kleiner wird: An der Jahreshauptversammlung in der Patenstadt Gerolzhofen halten sie fest. Im Bild die Teilnehmer zusammen mit Bürgermeister Thorsten Wozniak, seine Kollegin Jaba Syslova und Brigita Janovska (vorne Mitte). Ganz links: Dietmar Heller (zweiter Vorsitzender) und Josef Liebscher (Vorsitzender). Foto: Karin Sauer

    Sie lassen es sich nicht nehmen, einmal im Jahr zum Heimtatreffen in die Patenstadt Gerolzhofen zu kommen, um ihre Jahresversammlung abzuhalten. Es sind die Mitglieder des Heimatkreisvereins Bilin. Selbst lange Anfahrtswege nehmen sie in Kauf, schon seit über 20 Jahren.

    Was aber vor Jahren noch undenkbar war, ist mittlerweile zu einer festen Einrichtung geworden: Die Anwesenheit von Bürgermeisterin Jaba Syslova mit Koordinatorin Brigita Janovska, Gäste aus der alten Heimat aus Hrobschitz. "Sie sind uns immer willkommene Gäste. Ich glaube, es gibt nicht viele solch freundschaftliche Beziehungen zwischen Heimatvertriebenen und Neubürgern wie bei uns, gewachsen nach jetzt über zehn Jahren", so der Vorsitzende Josef Liebscher zu den tschechischen Gästen. Das Wort Versöhnung stehe an erster Stelle, es werde von beiden Seiten mittlerweile nicht nur gesprochen, sondern vor allem intensiv gelebt. Die alte Heimat aber bleibe dennoch tief im Herzen verwurzelt, das Wort Hass jedoch verliere an Bedeutung, gerade auch für die junge Generation im Zeichen von Europa.

    Vielfältige Aktivitäten

    Über die vielfältigen Aktivitäten des Heimatkreises im vergangenen Jahr informierte der Vorsitzende Josef Liebscher. Die Teilnahme am Sudetendeutschen Tag in Augsburg war wieder sehr erfolgreich. Die bayerische Sozialministerin stattete der Delegation an ihrem Stand  einen kurzen Besuch ab. Auch Bürgermeisterin Jaba Syslova und Brigita Janovka nahmen am Sudetendeutschen Tag teil. Interessant war auch die Ausstellung "Geschichte des Biliner Rathauses", die von der tschechischen Vereinigung Bilina 2006 initiiert wurde. Zur Ausstellungseröffnung reiste man im Rahmen des Herbsttreffens mit Hrobschitz und Bilin an.

    Dietmar Heller, zweiter Vorsitzender, verwies auf Renovierungsarbeiten durch den tschechischen Verein Omnium mit Unterstützung einiger Mitglieder an den Kirchen in Hrobschitz und Kautz und an der "Kirche im Feld" in Bilin-Ugest. "Durch den jetzigen Zutritt der Kirchen fällt es auch leichter, sich mit deren Geschichte und vor allem unserer Herkunft zu befassen. Ich freue mich deshalb auch, dass unsere Kirchen den jetzigen Einwohnern ein Teil ihres Lebens geworden sind", sagte Josef Liebscher.

    Auch in diesem Jahr konnte der Vorsitzende zwei Ausgaben des Mitteilungsheftes "Borschen-Echo" fertig stellen. Und er hofft, die Biliner Chronik im Sommer dieses Jahres abschließen zu können.

    Kassier Walter Egerer trug den Kassenbericht vor, der von Karl-Heinz Plattig bestätigt wurde. Somit wurde die Vorstandschaft entlastet. Die Anwesenden wählten Gabriela Liebschaften zur Schriftführerin.

    Grüße aus der alten Heimat überbrachte Jaba Syslova, Bürgermeisterin von Hrobschitz. "Gerne kommen wir als Freunde, schon seit zwölf Jahren ist die grenzübergreifende Zusammenarbeit sehr erfolgreich", so die Bürgermeisterin. Erfreulich seien auch die Projekte zur Erhaltung historischer Stätten in der ehemaligen Heimat. Demnächst stehe die Renovierung der Festung Hrobschitz an.

    Bürgermeister Thorsten erwähnte, dass die Stadt Gerolzhofen nun Mitglied im Heimatverein Bilin geworden ist. Nach 27 Jahren. Er lobte die Archivarbeit des Vereins, da auch das Stadtarchiv Gerolzhofen davon profitiere. Abschließend bedankte er sich für die Ehrung, die ihm zu Teil wurde, und wertete sie als weiteren Ansporn für gute Zusammenarbeit.

    Ehrungsreigen

    Die Ehrung verdienter Mitglieder und Förderer des Heimatvereins übernahmen Josef Liebscher und Dietmar Heller. Die Anstecknadel in Gold erhielten: Alois Hartmann, Ingrid Bauer, Georg Wodraschke, Dietmar Heller, Jaba Syslova, Brigita Janovska, Wolfgang Milt, Johanna Woska, Josef Liebscher und Gerolzhofens Bürgermeister Thorsten Wozniak. Mit Silber ausgezeichnet wurden: Kriemhild Heller, Jan Benes, Jana Biedermannova, Richard Hazdra, Jana Jermanova, Roland Lukasch, Pfarrer Marcin Saj, Karl Poppek, Karin Sauer (Main-Post Gerolzhofen), Ute Schülke, Inge Smetana und Walter Egerer.

    Elke Friedl und Doris Endres von der Musikschule Schweinfurt umrahmten die Generalversammlung musikalisch.

    Den Sonntag nutzten die Mitglieder zusammen mit dem tschechischen Besuch, um anstehende Archivarbeit über die alte Heimat zu überarbeiten und zu vervollständigen. Sie trafen sich in den "Heimatstuben Bilin" in der Pestalozzistraße.

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    Bearbeitet von Karin Sauer

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