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    Gerolzhofen

    Wenn ein Atemschutzträger bewusstlos wird

    Feuerwehrleute haben einen "bewusstlosen" Atemschutzträger aus einem verqualmten Wohnhaus gerettet und kümmern sich um ihn. Foto: Norbert Finster

    Glas und Holz splittern, Fenster und Türen werden eingeschlagen. Männer mit schwerem Atemschutz dringen in ein verrauchtes Wohnhaus ein, retten eine Person und alsbald auch einen Kollegen, der das Bewusstsein verloren hat.

    Echter als hier beschrieben hätte das Szenarium nicht sein können. Die Freiwillige Feuerwehr Gerolzhofen war am Donnerstagabend mit etwa 20 Mann zu einer Übung ausgerückt, bei der sie unter Ernstfall-Bedingungen arbeiten konnte. Jan Janousek und Peter Kruppa, die Geschäftsführer von der Immobilien Management & Bau Gmbh & Co KG in Schweinfurt und neue Eigentümer des Areals der ehemaligen Tankstelle Thomas an der Schallfelder Straße, hatten der Wehr nämlich erlaubt, auch unter Verlust von Türen und Fenstern auf dem Gelände und im dort stehenden Wohnhaus zu üben. Das Haus wir demnächst ohnehin abgerissen.

    Die beiden Geschäftsführer waren unter den Beobachtern der Übung. Angenommen war das Szenarium eines Wohnhausbrandes mit starker Rauchentwicklung und einer verletzten Person im Haus. Acht Feuerwehrmänner drangen mit schwerem Atemschutz in das Gebäude ein und holten den Verletzten in Form einer Puppe heraus. Andere Wehrleute verlegten parallel dazu die Schlauchleitungen für den Löschangriff. Auch das war nicht so einfach, weil der Weg zum Haus über einen verwilderten Garten führte. Die Truppe war mit zwei Löschfahrzeugen und einem Einsatzleitfahrzeug angerückt.

    Dann kam noch die Erschwernis, dass ein Kamerad das Bewusstsein verliert. Auch diese Aufgabe lösten die Feuerwehrler sehr zur Zufriedenheit von Zugführer Michael Mößlein, der an diesem Tag den Einsattz leitete. Er hatte auch zusammen mit Martin Zink und Martin Gürsching das Szenarium ausgetüftelt. Am Ende war zu erkennen, dass insbesondere die Atemschutzträger auch bei einer Übung einen schweren Job haben. Das belegte ihre Erschöpfung.

    Diese Übung auf dem ehemaligen, 2300 Quadratmeter großen Thomas-Gelände soll nicht die letzte gewesen sein. Es wird noch zwei weitere geben. Eine davon könnte sich um den bereits aufgestellten 20 Meter hohen Kran und seinem 35 Meter langen Ausleger drehen. Auch für diese Übungen hat die Feuerwehr bereits die Zustimmung der Eigentümer.

    Am Rande berichtete Jan Janousek, dass die Bauarbeiten auf dem Gelände im Oktober beginnen könnten, sofern die Genehmigungen vorliegen. Dann sollen zwei Häuser mit sieben und elf Eigentumswohnungen entstehen. Die Wohnungen werden behindertengerecht und barrierefrei gebaut. Laut Auskunft Janouseks liegen bereits zahlreiche Reservierungen vor.

    Das Verlegen einer Schlauchleitung durch einen verwilderten Garten gehörte zu den knifflige Aufgaben bei einer Übung der Feuerwehr Gerolzhofen. Foto: Norbert Finster

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