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    SCHWEBHEIM

    Wer vertilgt eine Million Schädlinge täglich?

    Lothar Schwarz von Arbeitskreis Arten- und Naturschutz zeigte den Kindern die faszinierende Welt der Waldameisen. Foto: Ursula Lux

    „Ich gehöre zu den Menschen, die vermutlich nie Rheuma bekommen.“ Lothar Schwarz vom Arbeitskreis Arten- und Naturschutz ist in seinem Element. Er liebt es, Kindern die Natur zu erklären. Gerade hat er seine Hand in einen Waldameisenhaufen gehalten und die Ameisen krabbeln ihm über den Arm.

    Das Ameisengift hilft gegen Rheuma, erklärt er den Kindern und rät dennoch ab, es ihm nachzutun. Einige Mutige lassen auch Ameisen über die Hand laufen. „Das kitzelt“, stellt ein Junge fest. Schwarz findet, dass die Ameisensäure „ein angenehmes Prickeln“ verursacht, besonders wenn sie über seine Zunge laufen, man könne Ameisen nämlich sogar essen, erklärt er der staunenden Kinderschar. „Aber das machen wir nicht“, warnt er.

    Und jetzt hat er schlechte Nachrichten, ein Ameisenvolk nach dem anderen verschwinde in der Natur. Es seien vor allem die Pestizide, die nicht nur ihnen, sondern vielen Insekten den Garaus machen. Dabei sind Ameisen nicht nur faszinierende Hautflügler sondern auch überaus nützlich. Jetzt dürfen die Kinder raten. Eine Hornisse vertilgt von Mai bis Oktober rund 100 000 schädliche Insekten, wie viel schafft ein Ameisenvolk am Tag? Auf die enorme Zahl von einer Million kommen die Kinder natürlich nicht.

    Weltweit gebe es ebenso viele Ameisen wie Menschen erzählt Schwarz und die seien genauso wie die Menschen staatlich organisiert. Die kahlrückige und die große Waldameise beherbergen oft sogar bis zu 2000 Königinnen in ihren Nestern. Diese können bis zu 25 Jahre alt werden.

    Schwarz' Wissensschatz was Flora und Fauna betrifft, ist unerschöpflich und die Kinder lassen sich gefangen nehmen. Nicht nur von den Ameisen. Der Artenschützer ist auch Imker und erzählt seinen aufmerksamen Zuhörern viel über Bienen und ihre Arbeit. „Toll wie die Bienen das machen“, lobt er und erzählt, dass in den Pyramiden 3000 Jahre alter Honig gefunden wurde, den man noch essen könne. Dann bekommt jedes Kind eine kleine Honigprobe, die so mancher gleich ausschleckt.

    Als er mit den Kindern einige Präparate in den kleinen Abstellraum über der Mehrzweckhalle zurückbringt, finden die Kinder plötzlich die großen Tiere noch viel interessanter als die Insekten. Schwarz geht darauf ein. Auch hier hat er ein Anliegen. „Ihr müsst euren Eltern sagen, dass sie keine geschützten Tiere oder Felle vom Urlaub mit nach Hause nehmen dürfen!“ Im Schrank sind viele vom Zoll beschlagnahmte Produkte, ein Luchs und ein Bär als Teppichvorlegen.

    „Es ist schade um die Tiere“, bedauert ein Mädchen. Ein Mantel aus Wildkatzenfell, „braucht man sowas“, fragt Schwarz und unisono kommt das „Nein“ von den Kindern. Ein Mädchen fragt nach Elfenbein und natürlich hat Schwarz auch hierfür zwei Exponate. Der Handel und der Besitz sind verboten, schärft er den Kindern ein. Händler können dafür sogar bis zu fünf Jahre ins Gefängnis wandern und müssten bis zu 50 000 Euro Strafe zahlen.

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