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    Werneck

    Werneck: Feuerwehr übt Kampf gegen Waldbrände

    Großangelegter Löschangriff der Feuerwehr bei einem fiktiven Waldbrand Foto: Anand Anders

    Es ist ein angenehm warmer Sommerabend kurz nach 18 Uhr. Noch ist alles ruhig im beschaulichen Örtchen Werneck. Einige Touristen flanieren im Schlosshof, andere schlendern entspannt über den Marktplatz.  Dann der Funkspruch, der Werneck für einen Abend lang in den absoluten Ausnahmezustand versetzen wird: "Werneck, Waldweg: Traktor mit Unfall. Eine Person bewusstlos."

    Im Wernecker Feuerwehrhaus herrscht Aufregung. Einige Feuerwehrleute streifen rasch ihre Arbeitskluft über, andere sprinten aus der näheren Umgebung herbei oder rasen mit dem Auto heran. Sie haben den Funkspruch in ihrer Freizeit erhalten und müssen sich beeilen, um rechtzeitig am Unfallort zu sein. Als sie dort ankommen, kommt es noch viel schlimmer: Der Traktor hat Feuer gefangen, es hat sich bereits auf den anliegenden Wald ausgebreitet. Rund 110 Rettungskräfte aus Werneck und den umliegenden Gemeinden sind gekommen, um zu retten, was zu retten ist.

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    Zunehmende Waldbrandgefahr

    "Schön, dass ihr alle da seid! Ich hoffe, es hat sich keiner verletzt oder ist aufgrund der Temperaturen dehydriert", begrüßt Manuel Rumpel, Truppführer der Feuerwehr Werneck, die Rettungskräfte mit einem Grinsen im Gesicht. Er gibt Entwarnung, es handelt sich nur um eine Übung. Den meisten Feuerwehrleuten war das davor schon klar. Sie konnten es dem Funkspruch entnehmen. Hochkonzentriert und mit Eifer bei der Sache sind sie trotzdem. Schließlich sind sie nicht zum Spaß hier, sondern müssen fit sein, wenn tatsächlich mal der Ernstfall droht. In Unterfranken könnte das jederzeit passieren.

    "Wir müssen für Unterfranken von einer zunehmenden Waldbrandgefahr ausgehen", sagt Truppenführer Manuel Rumpel. Die große Hitze und ausbleibende Regenfälle im Sommer würden solche Katastrophen wahrscheinlicher machen. Die Feuerwehr sei dafür aber nur bedingt vorbereitet.

    Gutes Tempo aber nicht genug Schläuche

    Genau darum soll es heute gehen: Vorbereitung und Erfahrungsgewinn. Elf Feuerwehren aus dem Wernecker Umland sind an der Aktion beteiligt. Ihre Aufgabe: Den vermeintlich bewusstlosen Landwirt retten, den fiktiven Waldbrand unter Kontrolle bringen und 1,7 Kilometer Schlauch von der Wern zum Unfallort verlegen. Nur so kommt genug Löschwasser an den Unfallort, der Wasservorrat der Einsatzfahrzeuge reicht dafür nicht aus. 

    Rund 100 Schlauchteile benötigen die Feuerwehrleute für die Strecke. Um in Ruhe arbeiten zu können, sperren sie den Ortskern von Werneck vorübergehend ab. Stück für Stück arbeiten die Rettungskräfte sich vor, kuppeln ein Schlauchstück an das nächste. Immer wieder stehen geparkte Autos im Weg – dadurch wird mehr Schlauch benötigt als ursprünglich vorgesehen. Obwohl die Feuerwehrleute zügig arbeiten, passiert rund 150 Meter vor dem Ziel dann das Debakel: Es gibt keine Schläuche mehr.

    Weil es heute nur um eine Übung geht, behelfen die Feuerwehrleute sich mit Alternativlösungen. Die Löschfahrzeuge am Unfallort haben noch Schläuche geladen. Die werden einfach rückwärts verlegt und dann mit den restlichen verkuppelt. Trotz Unterbrechung sind die Einsatzkräfte mit der Zeit zufrieden: Etwa 45 Minuten hat es gedauert, gerechnet hatten sie mit etwas über einer Stunde.

    Einsatzplan der Feuerwehr Werneck. Foto: Feuerwehr Werneck/ Bayern Atlas

    "Im Ernstfall hätte das besser funktioniert, da hätten wir schneller neue Einsatzfahrzeuge mit mehr Schläuchen angefordert", sagt Manuel Rumpel. "Außerdem hätten wir einen speziellen Schlauchwagen informiert."  Obwohl er mit dem Einsatz zufrieden ist, nimmt er für den Ernstfall doch einige Erkenntnisse mit. "Beim nächsten Mal müssen wir schneller nachalarmieren. Wir haben gemerkt, dass weitere Tanklöschfahrzeuge hier unbedingt notwendig sind."

    "Beim nächsten Mal müssen wir schneller nachalarmieren."
    Manuel Rumpel, Truppführer der Feuerwehr Werneck

    Für zukünftige Einsätze äußert er ein Anliegen: "Mein Wunsch ist, dass sich die zuständigen Stellen Gedanken darüber machen, ein bis zwei große Tanklöschfahrzeuge anzuschaffen." Der Trend in Unterfranken gehe eher dahin, mit kleinen Löschfahrzeugen zu arbeiten. Die seien jedoch der steigenden Waldbrandgefahr nicht vollends gewachsen. Die großen Tankfahrzeuge hingegen könnten strategisch sinnvoll in der Region stationiert werden, was die Sicherheit nachhaltig verbessern würde.

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