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    Dingolshausen

    Wie die Wallfahrt vonDingolshausen nachBurgwindheim verlief

    Singend und betend zogen die Dingolshäuser in Burgwindheim ein. Foto: Karin Sauer

    Vergangener Sonntag früh in Dingolshausen. Das Dorf schläft noch und doch herrscht reges Treiben vor der Pfarrkirche. Einige Bürger treffen und formieren sich zu einem  Zug. Zuerst der Träger mit dem Wallfahrtsbild, gefolgt von den Vorbetern, dann die Musiker und anschließend die Gläubigen. Wallfahrt nach Burgwindheim ist angesagt, wie seit ungefähr 100 Jahren.

    Etwas anders als heute war es damals allerdings. Es gab für die Dingolshäuser nämlich zwei Prozessionen. Die, die am Fronleichnam durch das Dorf führte und die zweite, eine Woche später in Burgwindheim. Und das kam so: Die Burgwindheimer feierten die 2. Fronleichnam, eine Woche darauf, sie nannten dies den "Hagelfeiertag", besonders groß. Von überall her kamen die Gläubigen, Bischöfe und Geistlichkeiten, die Straßen waren voll mit Devotionalienverkäufern. Das ist übrigens in Burgwindheim heute noch ein großes christliches Fest.

    Dieses Ereignis nahmen in früher Zeit die Dingolshäuser zum Anlass, ebenfalls nach Burgwindheim zu wallen. Sie liefen allerdings am Mittwoch schon los, übernachteten und liefen am nächsten Tag wieder zurück. Und so mancher Wallfahrer brachte  dann den sogenannten "Wallwedel" mit nach Hause, auf den die Kinder schon sehnsüchtig warteten, denn meistens waren er geschmückt mit Süßigkeiten. So erinnern sich viele an drei- bis viertausend Wallfahrer. "Der Zug war so lang, dass die Michelauer Musikkapelle den Zug anführte und die Burgwindheimer Musiker am Schluss liefen."

    Wallfahrt wurde verlegt

    Diese Mittwochsprozession verblasste mehr und mehr, es beteiligten sich immer weniger Gläubige daran. Das lag in erster Linie daran, dass mittlerweile sehr viele berufstätig waren. So entschloss sich die Kirchengemeinde, die Wallfahrt nach Burgwindheim auf den zweiten Sonntag nach Fronleichnam zu legen. Auch wird nur hin gelaufen und zurück gefahren.

    Wallfahrer ziehen durch das Land mit fliegenden Standarten, in diesem Fall mit dem Wallfahrtsbild, das eine Pieta zeigt, von Dingolshausen nach Burgwindheim. 20 Kilometer durch Steigerwaldfluren, durch Wiesen und Wälder. Singend und betend, abwechselnd begleitet von der Köhler Kapelle. Alois Kleespies unterstütze die Kapelle dahingehend, indem er dafür sorgte, dass auf unwegsamem Gelände die Musikinstrumente zum nächsten Ort gebracht werden. Zum ersten Mal war in diesem Jahr Weinprinzessin Larissa Eichner dabei. Spontan erklärte sie sich bereit, neben Gerald Effertz, Doris und Reinhard Geißler das Amt der Vorbeterin zu übernehmen.

    Natürlich sind auch wohlverdiente Pausen angesagt. Eine in Schmerb und eine in Unterweile. Für Speisen und Getränke sorgte Kirchenverwaltungsmitglied Rainer Mößlein. Hier las Larissa eine Stelle aus der Schrift vor. Und was geziemt sich für eine Weinprinzessin? Natürlich die Hochzeit zu Kana. Sie verwandelte zwar kein Wasser zu Wein, die Wallfahrer bekamen einen Schluck ihres kühlen Prinzessinnenweins. Gestärkt sang anschließend zwischen Unterweiler und dem Ziel Alois Kraft eine Marienlitanei.

    Sobald die Gruppe Burgwindheim erreicht hat, wurde sie am Ortseingang von Dekan Albert Müller und den Dingolshäuser  Ministranten begrüßt. Gemeinsam ziehen dann alle in die Blutskapelle ein, um den Gottesdienst zu feiern. Gerald Effertz spielte die Orgel, Claudia  Maul übernahm die Lesung und die Fürbitten.

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