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    Schweinfurt

    Wie gefährlich ist der Verkehr vor Schulen?

    Inwieweit Schulkinder in Schweinfurt durch den Verkehr gefährdet sind, prüfte der ACE-Kreis Schweinfurt. Foto: ACE/A.Friedemann

    Viel Verkehr, hohe Geschwindigkeiten sowie riskante Park- und Wendemanöver: Sogenannte Elterntaxis sorgen allmorgendlich für Chaos, Stau und erhöhte Unfallgefahr vor den Schulen, heißt es in einer Pressemitteilung des ACE-Kreises Schweinfurt. Mütter und Väter, die ihre Kinder direkt vor das Klassenzimmer fahren, würden dabei oft nicht bedenken, dass sie ihr Kind in seiner Selbstständigkeit einschränken, so die Mitteilung. Ein sicheres Verhalten im Straßenverkehr könne auf dem Autorücksitz nicht erlernt werden und mit jedem Pkw mehr steige das Risiko für Unfälle vor dem Schultor.

    Ehrenamtliche des ACE-Kreises Schweinfurt checkten deshalb am 7. Mai vor der Volksschule Körner in Schweinfurt den morgendlichen Bringverkehr. Das Ergebnis: ein Großteil der Kinder wird mit dem Auto gebracht. Laut Mitteilung kreuzten zwischen 7.30 Uhr und 8 Uhr 31 Autos den Schulweg der Kinder. Für diejenigen, die zu Fuß unterwegs sind und für all jene, die aussteigen und hinter den hohen Autotüren nicht gesehen werden, bedeute das eine enorme Unfallgefahr.

    "Jedes fünfte Kind wird zur Schule gefahren"

    Die meisten Autofahrer verhielten sich zudem nicht als regelkonform, heißt es weiter. Fast 93 Prozent der Elterntaxis, die ihre Kinder zur Schule kutschierten, parkten im Parkverbot, hielten auf dem Bürgersteig oder in der zweiten Reihe. Während zwei Kinder das elterliche Fahrzeug auf der Fahrbahnseite verließen, blockierte neun Autos die Feuerwehreinfahrt.

    „Schuld ist oftmals der morgendliche Stress der Eltern, übertriebene Fürsorge und manchmal auch Leichtsinn“, so Markus Gutgesell, Vorsitzender des ACE-Kreises Schweinfurt. „Aktuelle Zahlen zeigen, und zwar bundesweit, dass nahezu jedes fünfte Kind mit dem elterlichen Fahrzeug zur Schule gefahren wird. Kinder sollten jedoch unterstützt werden, eigenständig zu Fuß oder mit dem Fahrrad den Weg zum Unterricht zurückzulegen“, so Gutgesell.

    Wer seinem Kind möglichst viel abnehmen möchte, beraube es wichtiger Erfahrungen, Trainingssituationen und seinem Sicherheitsgefühl, den Schulweg zu meistern. "Entfernungen abschätzen, Geschwindigkeiten einschätzen und Reaktionen anderer Verkehrsteilnehmer vorhersehen – zunächst in Begleitung der Eltern – sollte morgens auf dem Weg zur Schule der erste Lehrstoff noch vor dem eigentlichen Unterrichtsbeginn sein“, appelliert Gutgesell an die Eltern in Schweinfurt.

    Auswertung nach dem Ende der Aktion

    Die ACE-Aktion „Goodbye Elterntaxi“ will aufklären, helfen und unterstützen. Ziel ist es laut Mitteilung, Unfallgefahren im unmittelbaren Schulumfeld zu vermeiden und Kindern die Chance zu geben, selbständig sicher unterwegs zu sein. Es ist die 15. bundesweite Clubinitiative zur Verkehrssicherheit und läuft deutschlandweit noch bis zum August. Im Anschluss an die Aktion wird der ACE eine bundesweite Auswertung vorlegen.

    Bearbeitet von Lena Köster

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