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    BERGRHEINFELD

    Wie geht es weiter mit der Deponie Rothmühle?

    „Es stehen wieder Veränderungen an“, stellte Bürgermeister Ulrich Werner zu Beginn der Sitzung fest. Die Gemeinde Bergrheinfeld erfahre ständige Begehrlichkeiten von Unternehmen, die landwirtschaftliche Flächen kaufen wollen. Die Besitzer könnten zwar frei entscheiden über Kauf oder Verkauf, doch stünden diese auch in der Verantwortung für die Zukunft.

    Auch im Abfallwirtschaftszentrum des Landkreises gibt es immer wieder Veränderungen. Darüber informierte Thomas Fackelmann, Sachgebietsleiter Abfallwirtschaft am Landratsamt. Die aktuellen Planungen würden noch im Detail in den Gemeinderat kommen.

    Zur möglichen Erweiterung der Bauschuttdeponie erklärte Fackelmann, zurzeit sei noch ein Restfüllvermögen von 348.000 m³ (Stand: 31.12.2017) vorhanden. Dieses Volumen reiche noch rund 15 Jahre. Aktuell gebe es Diskussionen, dass mehr Material auf der Deponie abgelagert werden solle, als wiederverwertet. Dazu müssten Mantelverträge geändert werden.

    Die einzig sinnvolle Erweiterung wäre Richtung Süden zur Autobahn A 71 und weiter Richtung Osten. Hier wäre aufgrund der bestehenden Deponie wenig Grundfläche nötig. Außerdem seien die Böden teilweise schlecht. Doch seien hier wegen notwendiger Tauschflächen langfristige Planungen im Raum von zehn bis 15 Jahren nötig.

    Zum Ausbau der Deponie sagte Fackelmann, ursprünglich habe das Volumen 3,2 Millionen m³ betragen. Aktuell sei noch ein Rest von 206 000 m³ vorhanden (Stand 31.12.2017). Der nächste Ausbauschritt sehe eine Fläche von 4,5 Hektar vor, auf der 1,5 Millionen m³ abgelagert werden können.

    Diese Fläche sei bereits im Besitz des Landkreises, und hier sei mit geringer Grundfläche eine große Verfüllmenge möglich. Die bisherige Höhe der Deponie von 257 m (ü.NN) würde auf 271 m wachsen. Das Sickerwasser würde in Speicherbecken gesammelt und könne dann Richtung Wern versickern. Drei Grundwassermessstellen würden neu ausgebaut werden. Aktuell würden die Unterlagen für die Gemeinde Bergrheinfeld zusammengestellt.

    Konkret werde es mit der Errichtung von zwei Erdbecken als Zwischenspeicher für Oberflächenwasser. Hier würde Wasser von den Deckflächen gesammelt und zur Bewässerung des Biomülls verwendet.

    Umgestaltet werden solle der Annahmebereich für die Vergärungsanlage, um die Geruchsbelästigung weiter herunter zu fahren. Geplant sei, den Biomüll in einer Halle abzukippen. Hier stehe eine Investition in Höhe von rund 1,7 Millionen Euro an.

    Von großen Eingriffen in die Natur sprach Gemeinderat Thomas Geißler. Er sieht diesen Flächenfraß kritisch und brachte die Belastung der Gemeinde durch Autobahnen, Umspannwerk, Strommasten und die Deponie zur Sprache. Er fragte, ob das alles notwendig sei.

    Dazu bemerkte Fackelmann, dass durch dieses Konzept der Flächenverbrauch möglichst geringgehalten werde und keine Existenzgefährdung für Landwirte bestehe. Außerdem sei die Abfallentsorgung eine Pflichtaufgabe des Landkreises. Nachsorge und Gebühren sollten auch möglichst niedrig gestaltet werden.

    Gemeinderat Klaus Eusemann sprach sich gegen einen weiteren Verbau von Flächen aus. Er sehe nicht ein, Bergrheinfelder Ackerland für Fremdanlieferer auf der Deponie herzugeben. Zweiter Bürgermeister Dieter Wagner fragte, welchen Vorteil dieser Standort habe.

    Die Deponie könne nach oben ausgebaut werden, so Fackelmann, damit sei nur wenig neue Fläche nötig. Außerdem könne so das Oberflächenwasser gesammelt werden, so dass ein Grundwasserschutz bestehe, anders als in einem tiefen Loch. Zur bestehenden Deponie gebe es im Landkreis keine Alternative.

    Auf die Frage von Wagner nach möglichem Abbruchmaterial aus dem Atomkraftwerk antwortete der Sachgebietsleiter, dass in den nächsten 15 Jahren maximal 2500 Tonnen bedingt freigemessener Bauschutt zusammenkommen könnten, was etwa zehn Lastwagen pro Jahr bedeute. „Wir wollen das aber nicht auf der Deponie“, sagte er.

    Bürgermeister Ulrich Werner warnte vor scheibchenweiser Information, die man im Gemeinderat bereits in anderem Zusammenhang hatte. Irgendwann sei die eingeforderte Solidarität erschöpft. Die Gemeinde Bergrheinfeld besitze eben nur begrenzte Flächen.

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