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    Üchtelhausen

    Wie schnell muss das Internet sein?

    In Madenhausen gibt es in diesem Jahr jede Menge Tiefbauarbeiten. Die Telekom wird den Mobilfunkmast am Feuerwehrhaus anschließen, das Bayernwerk neue Leitungen und der Abwasserzweckverband Obere Lauer gemeinsam mit der Gemeinde Kanäle sanieren. Das Amt für Breitband und Vermessung riet deshalb dringend, die Maßnahmen zu nutzen, um in diesen Bereichen ein Leerrohrnetz aufzubauen, das später für die Versorgung mit Glasfaserleitungen genutzt werden kann.

    Einen Breitbandmasterplan hat die Gemeinde bereits. Jetzt wurde die ausstellende Firma beauftragt, die Kosten für die Verlegung von Leerrohren im Bereich der ohnehin aufgemachten Straßen und Gehsteige zu berechnen. Bei Verzicht auf den Bau von Hausanschlüssen und nur einseitiger Verlegung sei mit Material und Verlegungskosten in Höhe von insgesamt rund 50 000 Euro zu rechnen, erklärte das Büro Corwese.

    Obwohl das Büro davon überzeugt ist, dass sich die von ihnen geplanten Leerrohrnetze eines Tages an Telekommunikationsunternehmen verkaufen ließen, bleibt ein gewisses Investitionsrisiko. Die Verwaltung bat deshalb den Gemeinderat um eine Grundsatzentscheidung, ob der Aufbau eines Leerrohrnetzes im Zuge der anstehenden Tiefbauarbeiten angegangen werden soll.

    Zukunftsorientiert oder gewagt?

    Wenn man zukunftsorientiert denke und die Straßen ohnehin aufgerissen würden, solle man das unbedingt machen, meinte Steffen Sperber. Fritz Geiß warnte, es bleibe nicht bei den 50 000 Euro, zum Teil müssten Gehsteige noch zusätzlich aufgerissen werden. Er hinterfragte auch, ob das überhaupt jemand kaufen will. Könnte sein, dass die Unternehmen aufgrund staatlicher Versorgungsquoten dazu gezwungen würden, spekulierte Geschäftsführer Harald Mantel, aber sicher sei das nicht. Ingo Göllner fragte nach dem aktuellen Stand der Technik, Geiß antwortete, dass bislang rund 100 MBit in Madenhausen zur Verfügung stünden, nach der nächsten Umstellung sogar 250 MBit. Unter der Voraussetzung, dass bis zu 250 MBIt möglich sind, sei diese Investition gewagt, meinte Göllner.

    Bürgermeisterin Birgit Göbhardt fragte sich, ob es in naher Zukunft überhaupt noch Kabel brauche, sie habe in einem Bericht gelesen, dass die Übertragung künftig per Satellit geplant sei. Außerdem rechnete sie mit endgültigen Kosten zwischen 100 000 und 300 000 Euro. Man wisse nicht, inwieweit die Firmen die Gemeinde an den Baggerkosten beteiligten, außerdem sei immer nur eine Straßenseite erschlossen, zur anderen müsse man weiter aufgraben.

    Die Bürger erstmal nach ihrem Bedarf fragen

    Vielleicht sollte man die Bürger in Madenhausen erst mal nach ihrem Bedarf fragen, schlug Joachim Zehner vor. Dies befürwortet auch Florian Grebner. Und Geiß meinte, die Frage sei doch, wer wirklich eine noch schnellere Verbindung brauche. Die Folgekosten müssten auf jeden Fall abgeklärt werden, bevor er zustimmen könne, betonte auch Sperber.

    "Bei Bauhoffahrzeugen reden wir uns für 20 000 Euro den Mund fusselig und jetzt wollen wir 50 000 Euro ausgeben für etwas, wovon wir gar nicht wissen, ob es gebraucht wird oder nicht", stellte Göllner fest.

    Schließlich wurde die Entscheidung vertagt und die Verwaltung beauftragt, erst einmal mit der Telekom Verhandlungen über eventuell anfallende weitere Kosten aufzunehmen.

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