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    Schweinfurt

    Wildgänse am Baggersee weiter ein Ärgernis

    Die Gänse am Schweinfurter Baggersee sorgen vor allem wegen ihres Kots für Ärger. Im Ferienausschuss erklärte Stadtgrün-Chef Axel Meffert, was die Stadt tut, um dem Problem Herr zu werden. Foto: Anand Anders

    Den Schweinfurtern ist ihr Baggersee zwischen Autobahn und B 286 ein willkommenes Ausflugsareal, gerade an heißen Sommertagen. Doch die Badegäste sind nicht allein, sie haben gefiederte Gäste um sich herum – Wildgänse. Die sind seit Jahren immer wieder Thema, in diesem  verstärkt, was man auch immer wieder an Kommentaren in Foren in Sozialen Medien sieht.

    SPD-Stadträtin Marianne Prowald fragte im Ferienausschuss an, was die Stadt unternehme, um dem Problem Herr zu werden. Axel Meffert, Chef des Servicebetriebs Bau und Stadtgrün, kennt das Thema seit mehr als fünf Jahren. Es gehe um zwei Bereiche, an denen sich die Gänse immer wieder ansiedelten, so Meffert: einmal die Naherholungsanlage Baggersee selbst, zum anderen die um sie herum gelegenen landwirtschaftlich genutzten Flächen.

    Der Gänse-Kot ist ein dauerhaftes Ärgernis und das seit Jahren, wie das Bild aus dem Jahr 2016 beweist. Foto: Anand Anders

    Gerade auf den landwirtschaftlichen Flächen werden die Gänse bejagt, so Meffert: "Sie fressen den Bauern das Saatgut aus dem Boden weg." Zwölf Gänse wurden laut Meffert in diesem Jahr erlegt, außerdem sei die Verdrängung durch Hunde ein effektives Mittel.

    Wenn Gänse am Baggersee gejagt werden, wird das Gebiet gesperrt

    Schwieriger ist das Bejagen am Baggersee direkt, denn aus Sicherheitsgründen muss dieser natürlich gesperrt werden. Dennoch wird die Bejagung auch am Baggersee immer wieder durchgeführt. Nach dem Ende der bis Mitte Juli andauernden Schonzeit seien in diesem Jahr die Gänse auch am Baggersee bejagt worden, 22 Tiere wurden erlegt, berichtete Meffert.

    Der tierische Familienausflug ist zwar putzig anzusehen. Wenn zu viele Gänse am Schweinfurter Baggersee sind, wird es aber mit der Verschmutzung problematisch. Foto: Waldemar Balzer

    Die massive Vergrämung zeige durchaus Wirkung, man beobachte auch, dass die Gänse wegflögen wenn das DLRG-Boot sich ihnen auf dem See annähert. Allerdings: "Die Gänse sind genauso intelligent wie die, die sie bejagen", stellte Meffert lakonisch fest. Der Bestand der Gänse schwankt sehr stark, 2017 stellte die Verwaltung rund 100 Gänse fest. Als man trotz Protesten von Naturschützern die Insel im Baggersee im Winter 2018 massiv auf Stock geschnitten hatte, fanden das die Gänse auch nicht mehr wirklich heimelig, in der darauf folgenden Badesaison waren nur noch 15 da.

    In diesem Jahr aber wurden Büsche und Bäume auf der Insel nicht geschnitten, die Gänse kamen wieder: gut 200 im Sommer. Die Konsequenz aus Mefferts Sicht ist nicht nur die intensivere Bejagung, sondern auch, dass "wir im Herbst wohl wieder die Insel auf Stock setzen werden."

    Die Insel im Baggersee der Schweinfurter Naherholungsanlage wurde im Winter 2018 auf Stock geschnitten, so dass hernach weniger Gänse dort siedelten. Foto: Waldemar Balzer

    Dass sich die Gänse am See heimisch fühlen, es für manche gar "paradiesische" Zustände sind, liegt aber auch an den Menschen selbst. Das Thema Füttern ist nach wie vor eines, so Meffert. Dass man seit Jahren eine Anlagensatzung hat, die das ausdrücklich verbietet und 25 Euro Strafe vorsieht, wenn die Ordnungsamtsmitarbeiter jemanden beim Gänse-Füttern erwischen, scheint manche Bürger nicht zu kümmern.

    Marianne Prowald hatte schon vor drei Jahren das Problem am Baggersee in einer Umweltausschusssitzung angesprochen und klare Worte gefunden: "Das ist eine Naherholungsanlage und kein Tierparadies." Für Meffert ist klar, dass die Stadt die Situation genau beobachten werde: "Wenn man nicht aufpasst, kann oder muss sogar der See gesperrt werden, wenn das Gesundheitsamt sagt, dass die Badegäste gefährdet werden."

    Das Problem mit den Gänsen ist im übrigen keines, das Schweinfurt exklusiv hat, es kommt in anderen Gemeinden in Unterfranken, in denen es Baggerseen gibt, auch vor, zum Beispiel in Erlabrunn. Eine am Brommbachsee, dem größten fränkischen See, vorgenommene Maßnahme schließt Meffert aus: "Die Eier dürfen wir nicht aus den Nestern nehmen, das ist in der Brutzeit verboten und man braucht einen Tierarzt dafür".

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