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    Birnfeld

    Winfried Reß verabschiedet sich aus dem HSV

    Sie sagen Danke: Rainer Erhard (von links), Winfried Reß und stellvertretende Vorsitzende Steffi Then. Foto: Monika Erhard

    Der Heimat- und Sportverein Birnfeld (HSV), gegründet 1957, hat mehr Mitglieder als das Dorf Einwohner. Jährlich fährt mindestens eine Korbballmannschaft eine Meisterschaft ein. Das Sportgelände mit großer Halle und kleinem Wirtsraum bietet vielen Aktivitäten des Breitensports und der Geselligkeit die nötigen Räumlichkeiten. Grund für all das ist der gute Zusammenhalt der Birnfelder und der weitsichtigen und engagierten Führungsmannschaft des HSV. Zu dieser zählte mehr als vier Jahrzehnte Winfried Reß, der sich jetzt im Frühjahr aus der Vereinsverantwortung zurückzog.

    Frauen wurden in den Verein sportlich integriert

    "Es war ein Raum von vier auf zwölf Metern vorhanden, da wurden die Getränke ausgeschenkt und die Bratwürst gebraten bei Heimspielen". So fand Winfried Reß die Situation vor, als er 1973 in den Verein eintrat und als Jugendspieler begann. Das Vereinslokal war die Dorfgaststätte, wo sich auch die Umkleiden und Duschen für die Fußballer befanden. "Es wird nicht mehr so üblich sein, dass sonntags der Mann zum Frühschoppen geht, am Nachmittag zum Fußballplatz und dann abends erst heimkommt und die Frauen und Kinder sitzen den ganzen Sonntag daheim", das waren damals seine Überlegungen. Deshalb entschied der damalige Vorstand des HSV auch Frauen in das sportliche und gesellschaftliche Geschehen integrieren zu wollen.

    Weitsicht und Hartnäckigkeit beim Sportheim-Bau

    "1987 wurde ein "Mini-Sportheim" fertiggestellt: Ein langer Schlauch mit Mini-Küche, Umkleiden und Duschen und Sanitäranlagen", erinnert sich Winfried Reß. Ende der 80er Jahre gab aus Altersgründen der Dorfwirt auf. Zeltkirchweihen spülten Geld in die Vereinskasse. Mit Weitsicht und Hartnäckigkeit verfolgte Winfried Reß mit den Vorstandsmitgliedern den Bau der Sporthalle.

    Mit Bernhard Dümpert fand der Sportverein einen "Supervereinswirt", versichern Winfried Reß und Rainer Erhard. Als dieser starb, rief Reß als Vorsitzender zusammen mit seiner Frau einen Wirtschaftsdienst ins Leben. Der Fußballplatz wurde in den Jahren 1989 bis 1991 mit viel Eigenleistung neu gebaut und der bisherige als Korbballfeld genutzt.

    Aufbau von Abteilungen

    Das fertiggestellte Sportheim ermöglichte auch Frauensport wie Gymnastik, Turnen und Mutter-Kind-Turnen. Monika Erhard, die bereits einige Jahre im Nachbarort Friesenhausen begeistert Korbball spielte und ab 1987 dem Vorstand angehörte, holte 1990 diese Sportart in ihr Heimatdorf. Da schnellte die Mitgliederzahl, die heute 353 Personen beträgt, auf 183 hoch. Zum Vergleich nennt Rainer Erhard die Mitgliederzahl 82 im Jahr 1974. "Da waren wir noch reiner Fußballverein". Heute sind im Verein Leichtathletik, Wandern, Laufen, Korbball oder Aerobic vertreten. Ansgar Albert als Fußballabteilungsleiter und Jugendleiter Rainer Erhard mit Stefan Hepp bauten in den 90er Jahren Jugendmannschaften auf.

    Ein eigener Jugendvorstand gibt den Jugendlichen die Möglichkeit eigene Ideen in voller Verantwortung umzusetzen und ist zugleich die Kaderschmiede für die aus Altersgründen ausscheidenden Vorstandschaftsmitglieder des HSV. "Nie hat Winfried Reß auf seinen verantwortungsvollen Posten im Verein Neuerungen ausgebremst", berichtet Monika Erhard.

    Engagement in der Kommunalpolitik

    Winfried Reß hinterlässt mit seinem Ausscheiden keine Lücke, denn er sieht genug junge Leute, die sich bereits in der Vereinsführung bewährt haben. "Man darf nicht den Zeitpunkt verpassen, sich zurückzuziehen". Als langjähriger Gemeinderat und stellvertretender Bürgermeister vertritt er seit Jahrzehnten seinen Heimatort im Stadtlauringer Kommunalparlament und freut sich nicht nur über die positive Entwicklung des HSV, sondern auch über die mannigfaltigen Vereinsaktivitäten im Ort, die sich von Parteien bis zu Gesangsverein, Feuerwehr, Verein für Gartenbau und Musikkapelle spannen.

    In Zukunft will sich Winfried Reß verstärkt den Belangen der zurzeit als Pilotprojekt laufenden Dorferneuerung "Am Haßbergtrauf" widmen, die neben Birnfeld die Nachbarorte Mailes, Oberlauringen und Wetzhausen zusammenfasst.

    Treffpunkt für Sport und Geselligkeit: Das Sportheim des HSV Birnfeld. Foto: Monika Erhard

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