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    DITTELBRUNN

    Wohin geht die Reise auf dem Gottesacker?

    Die Erneuerung der abgesperrten Barockkapelle Pfändhausen nimmt Fahrt auf, allerdings in Etappen. Der Gemeinderat beschloss, zunächst das Dach zu sanieren und den Giebel zu sichern.

    Im Holz gibt es Feuchtigkeits-Probleme und Schädlingsbefall. Nun soll zunächst für 220 000 Euro (oder etwas mehr) der Dach-Verfall der einstigen Filialkirche „St. Antonius von Padua“ gestoppt werden. Als zweite Etappe folgt die Sanierung der Außenfassade. Angesichts von mehr als einer halben Millionen Euro Gesamtkosten, bei einer Förderzusage über 40 000 Euro durch die Bayerische Landesstiftung, hatte das Gremium zuletzt auf die Bremse getreten. Eine Rückmeldung seitens des Bischöflichen Ordinariats steht noch aus. Die Kapelle am Friedhof war als Aussegnungshalle von der Gemeinde übernommen worden.

    „Friedhof, ein spannendes Thema: Wohin geht die Reise?“ – Über die Sepulkralkultur und ihre Kosten drehte sich auch der Vortrag von Jens Düsterhöft, Friedhofsexperte der Freiburger Fachfirma Weiher. „In Zeiten, wo man sich seine Asche in Schrotkugeln pressen und Salut feuern oder daraus Diamanten formen lassen kann, kann ich nicht sagen, welche Bestattung in zehn Jahren gewünscht ist“, meinte der Referent, der den Dittelbrunnern bewusst keinen Komplettplan anbieten will. Selbst im katholischen Bayern habe man aber über 50 Prozent Feuerbestattung, teilweise schon über 70 Prozent: „Vor 20 Jahren war das noch undenkbar.“

    Die Grabflächen würden somit kleiner, die zu pflegenden und gestaltenden Grünflächen größer und damit teurer: „Kein Friedhof ist kostendeckend.“ In Zusammenarbeit mit den Bürgern soll nun eine ganzheitliche Friedhofsentwicklung betrieben werden. Auftakt würden Ortsbegehungen durch Fachleute und Workshops aller Beteiligten sein, bei einem oder mehreren „Strategietag(en)“ .

    Rainer Patzke fragte nach den Kosten. Etwa 5500 Euro würde ein Strategietag rund um den Friedhof Dittelbrunn kosten, als Problemfall in schwieriger Hanglage. 1020 Euro entfielen dann auf jeden weiteren Friedhof. Am Beispiel Hambach zeigte Düsterhöft mögliche Stärken (wie alte Grabsteine oder schattenspendende Bäume) und Schwächen, etwa bei der Beschaffenheit der Wassertröge eines Gottesackers. Ein Extralob gab es für Holzhausen, wo die Bürger ehrenamtlich die Umgestaltung begonnen haben. Jürgen Markert berichtete am Ratstisch von der Fertigstellung der Urnenmauer.

    Es gab auch kritische Töne. Man habe erst Begehungen in Hambach und Pfändhausen gehabt, sagte Matthias Windsauer. Auch Lukas Hartung wollte angesichts reger Vorschläge aus der Bürgerschaft wissen, was eine Firma zusätzlich leisten könne. „Eine Hecke in der falschen Ecke ist hinausgeworfenes Geld“, meinte Düsterhöft. Es gehe um ein langfristiges Gesamtkonzept, darum, festzustellen, was geleistet werden könne. Peter Härterich plädierte mit Lukas Hartung dafür, das Thema noch einmal in Ruhe durchzusprechen. „Irgendwann wird's uns alle betreffen“, meinte Martin Kraus. Er fände Strategietage gut, man würde, wie im Fall Hambach, auf Dinge gestoßen, die man sonst aus Betriebsblindheit nicht sehe.

    Für den Bürger sei es ein gutes Zeichen, wenn er von Anfang an beteiligt sei, assistierte Wolfgang Fuhl. Bürgermeister Willi Warmuth ist ein einheitliches „technisches und rechtliches“ Vorgehen in den Gemeindeteilen wichtig. Am Ende wurden (möglichst zusammengelegte) Strategietage für alle vier Friedhöfe beschlossen, im Gegenwert von rund 8500 Euro, bei zwei Gegenstimmen.

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