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    Schweinfurt

    ZF lässt 890 Parkplätze mit Photovoltaikanlage überdachen

    Bauausschuss genehmigt das Vorhaben einstimmig. Warum sich dennoch ein Streit entwickelte, bei dem die Stadtwerke die Hauptrolle spielen.
    Die Firma ZF will ihren Parkplatz an der Ernst-Sachs-Straße in Schweinfurt überdachen und 7872 Photovoltaik-Module installieren.
    Die Firma ZF will ihren Parkplatz an der Ernst-Sachs-Straße in Schweinfurt überdachen und 7872 Photovoltaik-Module installieren. Foto: Oliver Schikora

    Die Sache an sich ist sehr begrüßenswert, da waren sich alle Baustadträte einig: Der Industriekonzern ZF, mit 9500 Mitarbeitern in seinen Schweinfurter Werken Unterfrankens größter Arbeitgeber, plant ein echtes Vorzeigeprojekt: Der Parkplatz vor der Zentrale in der Ernst-Sachs-Straße soll mit einer Photovoltaik-Anlage überdacht werden. Dazu gibt es 30 Ladestationen für Elektro-Autos, mit dem erzeugten Strom wird auch das eigene Werk betrieben.

    Bei dem Millionenprojekt werden 7872 Photovoltaik-Module aufgeständert aufgebaut, so dass darunter die Autos parken können. Der auch im Rahmen des Nachsommers von Besuchern und sonst von den Beschäftigten genutzte Parkplatz hat 996 Plätze, 890 werden überdacht. Die Leistung der Anlage beträgt 2589 kWp. Es werden rechnerisch jährlich 1075 Tonnen Kohlendioxid eingespart. Aus Sicht von Umweltreferent Jan von Lackum eine Planung, "die wir auch aus Klimaschutzgründen außerordentlich begrüßen".

    Warum haben Schweinfurter Stadtwerke Auftrag nicht bekommen?

    So weit, so gut. Die Debatte drehte sich indes um einen anderen Aspekt, den Reginhard von Hirschhausen (Bündnis 90/Die Grüne) und Frank Firsching (Linke) ansprachen. ZF hat als Partner für das Projekt offenbar ein Tochterunternehmen der Nürnberger Stadtwerke ausgesucht. Warum nicht die Schweinfurter Stadtwerke, wunderten sich von Hirschhausen und Firsching. Der Linken-Fraktionschef fand deutliche Worte: "Dass die Stadtwerke ein solches Projekt mit ZF verschlafen, ist an Peinlichkeit nicht zu überbieten."

    Das wiederum wollte Oberbürgermeister Sebastian Remelé (CSU) so nicht stehen lassen. Man wisse doch gar nicht, wie der Vertrag zustande kam und ob ZF nicht auch mit den Schweinfurter Stadtwerken gesprochen habe. Im Übrigen sei es auch eine Frage der Größenordnung, die Nürnberger Stadtwerke hätten viel mehr Erfahrung mit solchen Projekten. Auch Rüdiger Köhler (CSU) verteidigte die Schweinfurter Stadtwerke. Kritische Fragen zu stellen, sei durchaus in Ordnung, "es ist aber kein Stil, einfach Behauptungen aufzustellen und so auf den Stadtwerken einzuschlagen".

    SPD-Frationschef Ralf Hofmann gab den Kritikern Recht, denn man habe seit Jahren gefordert, die Stadtwerke sollten sich mit Contracting-Modellen auseinander setzen und ihr Angebot erweitern. Dies sei immer abgelehnt worden, erst jetzt gebe es einen Wandel: "Dass der Erkenntnisprozess nun in Gang gesetzt wird, ist immerhin ein Erfolg." Trocken beendete Baureferent Ralf Brettin die Diskussion mit der Bemerkung, der "Umwelt ist es egal, ob der positive Klimaeffekt aus Schweinfurt oder aus Nürnberg kommt".

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