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    SCHWEINFURT

    Zeug gibt's: Angekommen im Klatschmagazin und der Geist von Oberwerrn

    Zeug gibt‘s: Kein Herz für Hunde
    _ Foto: Thomas End) aussehen werden, sollte die Baumschutzverordnung tatsächlich abgeschafft werden.

    Bei tropischen Temperaturen feierte fast ganz Schweinfurt das Stadtfest. 70 000 Besucher sollen es gewesen sein. Kein Sommermärchen, eher eine Odyssee mit Verzweiflung am Ende war für die Rollstuhlfahrer die Suche nach der Toilette. Da die Planer offenbar nirgendwo mehr Treppen als beim Aufgang vom Marktplatz zur Johanniskirche gefunden hatten, war genau dort die Behinderten-Toilette platziert.

    Heidi Klum und ihr Tom auf dem Titel, innen Brad Pitt und Leonardo DiCaprio und die Angst der Haya von Jordanien um ihre Kinder. Informationen, die eigentlich niemand wirklich braucht und für die es doch eine ungeheure Nachfrage gibt. Nun muss man nicht vermuten, dass das Gesellschaftsmagazin „Bunte“ bei Andrea Brandl auf dem Nachttisch liegt. Dass die Chefin der Kunsthalle es aber derzeit mit einigem Stolz zur Hand nimmt, liegt an den „100 Hot-Spots in Bayern“, die das Magazin auch in Buchform veröffentlicht hat.

    Darin werden die Leser, wie es im Editorial heißt, „jenseits aller Klischees auf eine Reise durch ein lebensfrohes, liberales und modernes Bayern genommen, in dem man herrlich genießen, trinken, essen, entspannen, sich verzaubern lassen kann“.

    Gegliedert ist das Büchlein in zehn Kapitel. Eines davon heißt „Kunst, Szene und Kultur“. Wer dort Neuschwanstein, die Würzburger Residenz oder den Bamberger Dom vermuten würde, reibt sich möglicherweise ein wenig die Augen. Angeführt wird es nämlich von der Kunsthalle Schweinfurt, die gerade mit einem äußerst erfreulichen auch überregionalen Medienecho ihr zehnjähriges Bestehen gefeiert hat. „Spannend ist schon die Geschichte des Museums. Der Industrielle Ernst Sachs, Großvater von Playboy Gunter Sachs, stiftete einst das Gebäude – als Hallenbad“, heißt es im Text und das deutet darauf hin, dass es das Haus nicht nur wegen seiner spannenden Kunst in die Bunte geschafft hat.

    Bundesweit bangen die Koalitionspartner um die Macht. Doch in Oberwerrn, da ist die Welt für die CSU noch in Ordnung. In der Einladung zur Feier des 60-jährigen Bestehens in der Festscheune hat der Ortsverband als Redner „unseren designierten Landrat Lothar Zachmann“ angekündigt. Der ist aber nur nach erfolgreicher Wahl der für das Amt des Landrats bestimmte Mann. Sollte der Wähler jedoch gar auf den bisherigen Landrat Florian Töpper nicht verzichten wollen, dann wäre Lothar Zachmann allerhöchstens ein resignierter Landratskandidat.

    Der Streit geht seit Jahrzehnten zwischen den Förstern, die fürchten, dass jedes noch so junge Bäumchen von den Rehen gefressen wird, und den Jägern, die befürchten, dass es dem Reh ergeht wie dem Yeti, von dem man weiß, dass er existiert, den aber keiner sieht. „Wald vor Wild“, „Wild vor Wald“ und „Wald und Wild“ hießen über Jahrzehnte die Alternativen. Wenn jetzt aber der Klimawandel so weiter geht, müssen Jäger und Förster, Staatssekretär Gerhard Eck und der grüne Landtagsabgeordnete Paul Knoblach bald nicht mehr streiten. „Kein Wald, kein Wild“ wird für klare, aber keinesfalls für bessere Verhältnisse sorgen.

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