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    Obbach

    Zukunft 2.0 für Modellprojekt Bauhütte Obbach

    Die zehn Bürgermeister der Interkommunalen Allianz Oberes Werntal wollen das Modellprojekt Bauhütte Obbach fortführen (von links): Oliver Brust (Geldersheim), Ludwig Nätscher (Poppenhausen), Willi Warmuth (Dittelbrunn), Ulrich Werner (Bergrheinfeld), Anton Gößmann (Wasserlosen), Bettina Bärmann (Niederwerrn), Arthur Arnold (Euerbach), Edeltraud Baumgartl (Werneck), Franz Kuhn (Oerlenbach) und Peter Pfister (Waigolshausen). Foto: Eva Braksiek

    Neuland hatte vor etwa 15 Jahren die Gemeinde Euerbach betreten, als sie zu Beginn der Dorferneuerung Obbach das bayerische Modellprojekt "Bauhütte Obbach" kreierte. Vorbildhaft sollte an einem leer stehenden Doppelhof gezeigt werden, wie Abriss, Sanierung und Neubau im Altort mit Rücksicht auf fränkische Bausubstanz gelingen kann. Auch wenn die Zweckbindung der damaligen Fördermittel nun im nächsten Jahr endet, will die Allianz Oberes Werntal das Modellprojekt fortführen.

    In welcher Form und wo das geschehen soll, wird eine Konzeptstudie zur "Bauhütte 2.0" klären, erläuterte auf Anfrage Allianzmanagerin Eva Braksiek. Auf jeden Fall soll die Kontinuität des Angebots sichergestellt werden, um das Thema Innenentwicklung weiter voran zu treiben. Das bekräftigten die Bürgermeister der zehn Allianzgemeinden bei einer Sondersitzung in Obbach.

    Grundstück 2004 gekauft

    Die Gemeinde Euerbach habe großes Interesse, die Bauhütte in Obbach zu halten, bestätigte Bürgermeister Arthur Arnold, Sprecher der Interkommunalen Allianz. Sie sei bereit, sich weiter in besonderer Weise dafür zu engagieren. "Das Bauen im Innenbereich sollte auf neue Weise, zusammen mit Handwerkern und Planern, im Maßstab eins zu eins gezeigt und erlebbar werden." Bis das neue Konzept stehe, müsse das "Informationsgebäude" in Obbach Bestand haben.

    Das Modellprojekt geht auf die Initiative des mittlerweile verstorbenen Professors Mathias Reichenbach-Klinke von der Technischen Universität München und seinem Lehrstuhl für Bauen und Planen im ländlichen Raum zurück. 2004 kaufte die Teilnehmergemeinschaft der Dorferneuerung Obbach mit Unterstützung des Amtes für Ländliche Entwicklung Unterfranken eine 1200 Quadratmeter große Hofstelle im Altort. Die Um- und Neunutzung eines für Franken typischen Grundstücks sollte beispielhaft demonstriert werden.

    Drei Module kennzeichnen daher das Modellprojekt. Zum einen wurde 2008 die eigentliche Bauhütte neu erstellt, ein Holzständerbau, der verschiedene innovative Bau- und Sanierungsmethoden und –techniken zeigt: von der Dacheindeckung über die Wände bis zu den Fußböden. Beispiele zur fränkischen Baukultur ergänzen das kleine Gebäude, das als Treffpunkt für potentielle Bauherren, regionale Handwerker und Architekten gilt.

    Infoangebot soll weiter bestehen

    Allianzmanagerin Eva Braksiek organisiert die vielen Fachvorträge, die ein immer größeres Publikum finden. Aus der kleinen Bauhütte wurden sie daher zunächst in das ehemalige Rathaus, dann in das evangelische Gemeindehaus verlagert. Dieses Informations- und Beratungsangebot soll auf jeden Fall weiter gewährleistet sein.

    Zweiter Bestandteil des Projekts ist das ehemalige Bauernhaus, das als Sanierungsobjekt modellhaft zurückgebaut wurde zu einem eingeschossigen Gebäude mit Holzfachwerk. Ein Privatmann hatte mit Beratung und Begleitung des Amts für Ländliche Entwicklung und mit enormer Eigenleistung das Häuschen in ein kleines Schmuckstück verwandelt. Die eigentliche Bauhütte wurde als Nebengebäude zu diesem Grundstück dazugeschlagen.

    Das dritte Modul bildet ein Neubaugrundstück im hinteren Teil des Geländes, das im Zuge der Dorferneuerung Obbach neu geordnet wurde. Abgebrochen wurde dafür eine alte Scheune mit Stallung. Der 450 Quadratmeter große innerörtliche Bauplatz, hinter dem der Obbacher Bach fließt, ist mittlerweile mit einem Familienhaus bebaut. Zwar nicht nach der Musterlösung des Amts, wie Eva Braksiek zugibt, "aber es ist wichtig, dass es lebt. Wir wollen kein Museumsdorf".

    Die Garagen für beide Familien liegen nun gemeinsam an einer Seite des großen Grundstücks. Geregelt wurde im Zuge der Neuordnung des Grundstücks auch das Überfahrtsrecht zu einem weiteren Anwesen im hinteren Bereich.

    Immer wieder ist das Modellprojekt Bauhütte Anlaufpunkt für Exkursionsgruppen aus der ganzen Welt, um sich mit den Themen Reaktivierung der Dorfkerne und Flächenmanagement auseinanderzusetzen.

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