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    Grafenrheinfeld

    Zwei neue Dirigenten geben den Takt an

    Der neue Dirigent des SBO Raphael Schollenberger Foto: Ulrike Haßelbacher

    Im Musikverein war 2018 einiges los. Erst kündigte im Jubiläumsjahr zum 25-jährigen Bestehen der langjährige Dirigent des Symphonischen Blasorchesters (SBO) Christian Lang berufsbedingt seinen Rücktritt an, ein paar Monate später dann der Leiter der beiden Nachwuchsorchester Jürgen Elsen.

    Gleich zwei neue Dirigenten mussten also gefunden werden. Christian Lang, mit guten Beziehungen zur Würzburger Dirigentenklasse, hatte schon frühzeitig seine "Fühler" ausgestreckt und brachte den Oberallgäuer Raphael Schollenberger (29) ins Gespräch, 2018 Masterstudent in Würzburg im Fach Blasorchesterleitung und als studierter Trompeter Blasmusiker durch und durch. Doch ganz einfach machten es sich SBO und potentieller Dirigent trotzdem nicht, wie Raphael Schollenberger, der lieber "Raphi" genannt werden will, weil "Namen und Schlips nichts über das Können sagen" – im Gespräch verrät.

    Vordirigieren mit Überraschungen

    Zum Vordirigieren hatte sich nämlich der Musikverein ein schwieriges Pflichtstück mit Notenblattvorlage ausgesucht, wenig später drehte dann Schollenberger den Spieß um und dirigierte das Orchester durch die anspruchsvolle Oberstufenliteratur von "Appalachian Overture", schon um quasi heraus zu kitzeln, wie das SBO so tickt, wie es mitgeht und sich durchbeißt.

    Lange Rede kurzer Sinn: Es hat geklappt, die Chemie hat gestimmt, spätestens als "Raphi" vor dem Dirigieren ganz unkompliziert ein Radler verlangte.  Zweimal hatte der 29-Jährige schon nach einem Probedirigat "nein Danke" gesagt, diesmal war er sich sicher: Das geht gut, zumal Christian Lang in seinen acht Jahren "sehr gute Vorarbeit" geleistet hat und so überzeugte das SBO als klangfarbiger, balancierter, dynamischer, technisch versierter Klangkörper.

    Nach einem ersten Einstand bei der Grafenrheinfelder Kirchweih fand zum Themenkonzert im Herbst der offizielle Stabwechsel statt. Zum aktuellen Frühjahrskonzert ging dann das SBO auf große musikalische Reise ganz unter Leitung von Schollenberger. Erstmals trat da auch die neue Dirigentin der Nachwuchsorchester in Aktion:  mit Musikstudentin Magdalena Haßelbacher, auch staatlich geprüfte Ensembleleiterin, wurde eine "wunderbare engagierte und hochmotivierte" Orchesterleiterin gefunden, wie Schollenberger findet.

    Der neue Dirigent und seine Pläne 

    Raphael Schollenberger hat einiges mit seinem SBO vor: Als nächstes steht am 22. Juni ab 17.30 Uhr die stimmungsvolle Serenade an der Fahrradhalle am Wehrbusch an. Neben dem traditionellen Kirchweihauftritt findet in diesem Jahr wieder ein Weihnachtskonzert statt, dazu ist 2020 ein Ausflug zum Wertungsspiel nach Füssen geplant und das große Masterkonzert des jungen Dirigenten im April, für das wohl im September die Proben beginnen und den Musikern – wie Schollenberger grinst, ohne Angst machen zu wollen – wohl so einiges abverlangen wird. Seit zehn Jahren lebt der gebürtige Oberallgäuer, der aus einer Musikerfamilie stammt, in Würzburg, einzig unterbrochen für einen Studienaufenthalt in Stockholm für den deutschlandweit ersten Abschluss für das Musikerziehungskonzept nach der Suzuki-Methode.

    Die neue Dirigentin der beiden Nachwuchsorchester: Magdalena Haßelbacher Foto: Ulrike Haßelbacher

    Mittlerweile ist ihm die unterfränkische Region Heimat geworden. Überhaupt, findet der Dirigent, der zum "Ausgleich" gerne praktisch mit seinen Händen werkelt, sind sich die Oberallgäuer und Unterfranken sich recht ähnlich: ruppig, aber herzerfrischend ehrlich und wenn sie auftauen doch sehr gesellig. Dazu liebt "Raphi" den guten Silvaner und möchte, wenn das bei ihm klappt und seine Freundin, die momentan in München unterrichtet, hier eine Stelle findet, gerne in Würzburg bleiben.  Der Grafenrheinfelder Musikverein würde sich sicherlich freuen.    

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