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    Gerolzhofen

    Zwei starke und zwei schwächere Tage

    Dem Gerolzhöfer Weinfest stattete am Sonntag auch die Fränkische Weinkönigin Carolin Meyer (Vierte von links) einen Besuch ab. Weiter im Bild (von links) Zweiter Bürgermeister und Festleiter Erich Servatius, Landtagsabgeordnete Barbara Becker, die Gerolzhöfer Weinprinzessin Julia Fuchs, Peter Popp als Markgraf Gerold, Bürgermeister Thorsten Wozniak und Festleiterin Beate Glotzmann. Foto: Norbert Finster

    "Da plant man Wochen und Monate zuvor, baut auf und hat und Angst vor Schlechtwetter, und dann ist alles im Nu vorbei." Fast ein wenig wehmütig klingt, was Weinfestleiterin Beate Glotzmann in ihrem Resümee zum Weinfest 2019 sagt. Das Wichtigste für sie: Es ist extrem wenig an Unfällen oder Handgreiflichkeiten passiert auf diesem Weinfest. Die Helfer vom Bayerischen Roten Kreuz hatten kaum etwas zu tun, außer hier und da mal ein Pflaster aufzukleben.

    Was Beate Glotzmann ebenfalls sehr freute, war die Tatsache, dass nach Ende der Musik und des Ausschanks das Festgelände schnell leer war und sich keine "Hocker" festsetzten. Das führt Glotzmann auch auf die kühle Witterung zurück, die an allen Abenden zu fortgeschrittener Stunde herrschte und die Gäste nach Hause oder in eine Gaststätte trieb.

    Hier geht's zu einem Video vom Montagabend.

    Fünf Wildpinkler

    Gut bewährt hat sich auch die Installation einer fünften Toilettenwagens zusätzlich zu der Toilette im Bürgerspital. Nirgendwo gab es Gedränge. Dennoch wurden wieder fünf Wildpinkler ertappt und mit entsprechenden Geldbußen belegt.

    Auch am Skaterplatz im Dunstkreis des Festes blieb es diesmal weitgehend ruhig. Dieser Platz war heuer nicht beleuchtet. Vielleicht war das der Grund, warum sich nur wenige Jugendliche dort versammelten. So vermeldet Jochen Belz, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion Gerolzhofen, keinen einzigen nennenswerten Einsatz auf dem Weinfest, bei dem auch ein Sicherheitsdienst patroullierte.

    Am Freitag, so räumt die Tourist-Info-Leiterin ein, war die Resonanz auf das Fest überschaubar. Zu pessimistische Wettervorhersagen hatten wohl manche vom Besuch angehalten. In umliegenden Orten hatten die Prognosen allerdings gestimmt und es schüttete wie aus Kübeln.

    Hier gibt es ein weiteres Video vom Montagabend.

     

    Der Samstag lief dagegen gut. "Es wurde ordentlich getrunken. Die Standbetreiber waren mit dem Samstag, dem Sonntagnachmittag und dem Montag sehr zufrieden." Zum Ausklang waren Marktplatz und Spitalgarten sowie die kleineren Sitzgruppen in den Seitenstraßen gut belegt.

    Der Sonntag ist traditionell der "Durchhänger-Tag" auf dem Gerolzhöfer Weinfest. So war das auch diesmal zumindest am Abend. Nach einem gut besuchten Familientag am Marktplatz und im Spitalgarten waren in den Abendstunden Tische und Bänke nur spärlich besetzt und mit Einbruch der Dunkelheit dünnte der Besucherstrom noch weiter aus. Als die Sonne weg war, wurde es ziemlich kühl und ein ruppiger Wind blies über den Marktplatz.

    Weinkönigin zu Gast

    Dafür gab es am Sonntag einen Höhepunkt. Die Fränkische Weinkönigin Carolin Meyer aus Greuth kam nämlich zum Antrittsbesuch nach Gerolzhofen. Für sie gehören zu einem Weinfest drei Dinge: Menschen, die das Herz am rechten Fleck tragen, kulinarische Köstlichkeiten und natürlich der Wein. Angesichts der Vielfalt im Angebot an den Weinständen ermunterte sie die Gäste, auch mal eine andere Rebsorte als die gewohnte zu probieren. 

    Dass es diesmal keine Rekordzahlen bei den Besuchern gab, lag sicher auch an anderen großen Festen in der näheren und weiteren Umgebung, so in Sand, Iphofen, Sommerach und am Main beim Fährenfestival. In den Sommermonaten werde sich aber kein Wochenende finden, an dem keine Konkurrenzveranstaltungen stattfinden, erklärt die Festleiterin. Daran ändert auch nichts, dass das Gerolzhöfer Weinfest vom dritten auf das zweite Juli-Wochenende vorgezogen wurde.

    Das ist ein Ergebnis einer Besprechung von Festveranstaltern, die auf Initiative des Dingolshäuser Bürgermeisters Lothar Zachmann zustande kam. Hier haben die Veranwortlichen bereits alle Termine im Juli und August in den nächsten fünf Jahren besprochen und festgelegt.

    Der Montag ist traditionell der Tag der Gerolzhöfer. Das Bild von dieser fröhlichen Runde entstand im Spitalgarten. Foto: Norbert Finster

    Beate Glotzmann und ihr Kollege in der Festleitung, Zweiter Bürgermeister Erich Servatius, waren all die Tage und Nächte über viel gefragte Ansprechpartner. Die Weinfestbesucher äußerten sich zur Musik, fragten, wo gerade was läuft und machten auch Vorschläge fürs nächste Mal. Mehrfach wurde der Wunsch genannt, doch wieder eine Schrammelmusik in den Spitalgarten zu verpflichten so wie das früher mit Sepp Fellner und seinem Städtischen Streichorchester der Fall war. Das werde aber schwer machbar sein, denn es gebe sehr wenige Ensembles mit dieser Musikrichtung und wenn, dann seien sie unbezahlbar teuer. Glotzmann kann sich aber vorstellen, im nächsten Jahr im Spitalhof Schrammelmusik vom Band laufen zu lassen.

    Gute Musik und 40 Weine

    Apropos Musik: Mit der Lautstärke waren die meisten Gäste in diesem Jahr im Gegensatz zum Vorjahr zufrieden. Auch die Qualität der Bands und Ensembles fand Lob. Neben guter Musik hatten die Besucher 40 Weine aus den Ständen von TV, FC, Weinbauverein und Tennisclub sowie ein großes Angebot an fränkischer und internationaler Kost zur Auswahl. Die "Falcons", also die Basketballer des TV Gerolzhofen, rundeten das Spektrum mit Sekt und Cocktails ab.

    Unter dem Strich bewertet Beate Glotzmann das 45. Gebietsweinfest "als kein Fest, das sämtliche Rekorde sprengt. Aber wir sind von den letzten Jahren verwöhnt."

    Auch nächstes Jahr soll es das Weinfest weiterhin im gewohnten Stil geben, blickt Beate Glotzmann  in die Zukunft. "Warum soll man etwas ändern, das Erfolg hat", meint die Festleiterin. Bereits im September geht an die Planung des nächsten Großfestes. Dann gibt es eine Nachbesprechung der Verantwortlichen. Und danach macht sich Beate Glotzmann daran, bereits die Musikkapellen fürs Weinfest 2020 zu engagieren.

    Zauberer Manolo verblüffte am Sonntag im Spitalgarten Jung und Alt mit seinen Tricks. Foto: Norbert Finster

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