• aktualisiert:

    Schweinfurt

    Zweiter Busbahnhof in Schweinfurt wird Jahre auf sich warten lassen

    Schweinfurts SPD brachte erneut einen Antrag ein, einen zweiten Busbahnhof am Hauptbahnhof zu planen. Warum er abgelehnt wurde und was der Nahverkehrsplan damit zu tun hat.
    Den Bau eines zweiten Busbahnhofes am Vorplatz des Hauptbahnhofes fordert die SPD. Die Verwaltung verweist darauf, dass erst das Nahverkehrsgutachten erstellt werden muss. Foto: Ruppert

    Das Thema Klimawandel und seine Auswirkungen ist komplex. Klar ist aber, dass es weniger Individualverkehr und deutlich besseren öffentlichen Personennahverkehr geben muss, um den Kohlendioxid-Ausstoß deutlich zu reduzieren. Doch wie kann das in Schweinfurt gelingen?

    Aus Sicht der SPD ist ein Weg, die Stadtwerke zu beauftragen für die Stadtbusse ein attraktiveres Liniennetz zu erarbeiten und darüber hinaus einen zweiten Busbahnhof neben dem am Roßmarkt zu bauen, nämlich am Hauptbahnhof, wo nicht nur Züge, sondern auch Fern- und Regionalbusse ankommen. Der Antrag wurde schon mehrmals eingebracht, zuletzt bei den Haushaltsberatungen. Er wurde von der Verwaltung zwar grundsätzlich nicht als unsinnig, aber aus verschiedenen Gründen als im Moment nicht prioritär erachtet.

    In der jüngsten Hauptausschusssitzung wurde Marietta Eders Antrag nun erneut mit 6:9 Stimmen abgelehnt. "Wir müssen den Zusammenschluss von Bus und Bahn hinbekommen und beim Thema ÖPNV vorankommen", hatte sie appelliert. Unterstützt wurde sie von Thomas Schmitt (Bündnis 90/Die Grünen), der anregte, eine externe Planung im Fall von Überlastung der Bauverwaltung für einen zweiten Busbahnhof und einen schöneren Bahnhofsvorplatz in Auftrag zu geben, wenn man bis zur Landesgartenschau 2026 fertig sein wolle.

    Ist es sinnvoll, dass alle Busse den Busbahnhof am Roßmarkt anfahren und von dort wieder wegfahren oder wären Ringlinien besser für Schweinfurt? Foto: Anand Anders

    Im März vergangenen Jahres beauftragte der Stadtrat die Verwaltung mit der Entwicklung eines Nahverkehrsplanes für Stadt und Landkreis, "der die planerische Basis für die bedarfsgerechte Entwicklung des ÖPNV in der Region bilden soll", wie Uwe Petzschner in Vertretung der erkrankten Finanzreferentin Anna Barbara Keck erklärte.

    Im Rahmen dieses Planes, der Grundlage für den neu zu gründenden Verkehrsverbund ist, werde das vorhandene Busnetz in der Stadt unter die Lupe genommen und sich gefragt, ob alle Linien in dieser Form zielführend sind. Bei den Haushaltsberatungen hatte CSU-Stadträtin Stefanie Stockinger-von Lackum die Einführung so genannter Ringlinien zur besseren Verbindung von Stadtteilen gefordert. Bisher laufen alle Buslinien zum zentralen Busbahnhof am Roßmarkt und gehen von dort wieder weg, was teilweise für kurze Wegstrecken lange Fahrtzeiten erzeugt. Stockinger-von Lackums Antrag war im November abgelehnt worden, auch da mit Verweis auf die Planungen zum Nahverkehrsverbund.

    Petzschner erklärte, im Rahmen des Nahverkehrsplaners werde natürlich auch der Vorplatz am Hauptbahnhof mit einbezogen. Dieser sei bereits jetzt ein Busbahnhof für die Busse des Regional-und Fernverkehrs. "Er spielt eine zentrale Rolle bei der Sicherstellung des ÖPNV in der Region. Alle Regionalbuslinien, die viele Einpendler aus der Region in die Stadt bringen, beginnen bzw. enden auf dem Bahnhofsvorplatz", so Petzschner.

    Der Auftrag für das Nahverkehrsgutachten soll laut Petzschner noch in diesem Monat vergeben werden. Im Ziel, "den Nutzeranteil des ÖPNV gegenüber dem Status quo zu erhöhen", seien sich Verwaltung und Antragsteller auch völlig einig.

    Kommentare (0)

      Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!