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    Zwischen Innigkeit und Melancholie

    Samira Spiegel (links) und Nina Scheidmantel brillierten mit Geige und Klavier im In- und Ausland.
    Samira Spiegel (links) und Nina Scheidmantel brillierten mit Geige und Klavier im In- und Ausland. Foto: Samira Spiegel
    Schweinfurt

    (kim) „ReifeZeiten“ lautet das Jahresmotto des Augustinum für 2020. Im Kulturprogramm geht es um alles, was reift: um die Früchte der Natur und ihre wunderbare Verarbeitung zu Wein, luftgetrocknete oder eingelegte Köstlichkeiten, genauso wie um das Reifen von Gefühlen, Vorsätzen und Plänen, Begabungen und Talenten. Und schließlich geht es auch um das Alter und das Altern. In der gesamten Menschheitsgeschichte hat es noch keine vergleichbare Zeit gegeben, in der das Thema Alter und Altern von größerer Bedeutung gewesen wäre als heute, wo das Alter mittlerweile eine eigene Lebensphase von gut 30 Jahren einnimmt. Werke von frühreifen Künstlerinnen und Künstlern werden zu hören und zu sehen sein, reife Spätwerke werden untersucht, und womöglich auch Unvollendetes vorgestellt. Es geht um Entstehungsprozesse, die manchmal ein ganzes Leben dauerten. Auch Reisevorträge dürfen nicht fehlen, nach dem Motto: „Reif für die Insel”. Einen besonderen Platz nimmt der Jubilar des Jahres 2020 Ludwig van Beethoven ein.

    Schaufenster Augustinum

    Mi., 15. Januar, 19.30 Uhr Die Zusammenarbeit mit dem Museum Otto Schäfer wird auch 2020 fortgesetzt. Parallel zu den Ausstellungen „Bertuchs Bilderbuch für Kinder“ und „Ludwig Richter – Schöne, heile Welt“ im Museum Otto bzw. Georg Schäfer wird im Augustinum „Literatur für Kinder im 19. Jahrhundert“ in den Fokus gestellt. Zu sehen sind Märchen- und Liederbücher – und weitere Beispiele von Bilderbüchern. Wenn man das Bilderbuch auffasst als eine szenische Bilderfolge, die zusammen mit dem begleitenden Text eine Geschichte erzählt, dann beginnt die Geschichte des Bilderbuchs 1844 mit Heinrich Hoffmanns „Struwwelpeter“. Die Ausstellung läuft bis 16. Februar und kann täglich von 9 bis 18 Uhr in der Eingangshalle besichtigt werden.

    Neujahrskonzert

    Fr., 17. Januar, 18 Uhr Schwungvoll wird das neue Jahr mit dem Trio Lisalkim bestehend aus Elisabeth Maria Fischbach, Sopran, Alkim Köker, Horn, Alexander Kleonow, Klavier, begrüßt, das auf eine musikalische Reise durch die Welt der Oper und Operette einlädt. Die Frankfurter Sopranistin Elisabeth Maria Fischbach und ihr Mann, der Hornist Alkim Köker, werden dabei begleitet vom Pianisten Alexander Kleonow. Da „küssen die Lippen so heiß“ und beim „Schwipslied“ lässt sich wunderbar auf das neue Jahr anstoßen. Vorverkauf und telefonische Kartenreservierung vom 7.-14. Januar ab 15 Uhr am Empfang oder unter Tel. (0 97 21) 7 24-0.

    Clara Schumann

    Do., 23. Januar, 19.30 Uhr Ein Leben in Fülle ließ das pianistische „Wunderkind“ Clara Wieck zu einer auf allen Konzertpodien Europas gefeierten Pianistin reifen. Darüber hinaus erfüllte sie noch viele Rollen: Sie war ihre eigene Konzertmanagerin, Komponistin, Ehefrau des Komponisten Robert Schumann, brachte acht Kinder auf die Welt, war Freundin, Ratgeberin und geschätzte Kollegin berühmter Musiker, Klavierpädagogin und Herausgeberin der Werke ihres verstorbenen Mannes. Sie führte nach heutigen Begriffen das Leben einer modernen Frau. Die Pädagogin, vormalige Direktorin am Didaktischen Zentrum für Lehrerbildung und Dozentin an der Musikakademie für Senioren in Hamburg Jutta Wilfert stellt dieses reiche Leben dar. Dazu bringt die Pianistin Jutta Müller-Vornehm das kompositorische Schaffen von Clara Schumann und deren musikalischen Freunden zum Klingen.

    früh übt sich . . .

    Di., 28. Januar, 17 Uhr Samira Spiegel und Nina Scheidmantel sind beides außergewöhnliche Talente am Klavier, Samira ebenfalls an der Geige. Sie brillierten in unzähligen Konzerten und Wettbewerben im In- und Ausland und konzertierten in namhaften Konzertsälen wie der Carnegie Hall New York, der Zhongshan Concert Hall Peking oder auch beim Kissinger Sommer. Das Programm der beiden jungen Musikerinnen beinhaltet Stücke, die den Interpretinnen seit Jahren besonders am Herzen liegen. Johannes Brahms schrieb insgesamt nur drei Violinsonaten, von denen die Sonate in G-Dur die Erste ist. Sie befindet sich in einem seltsamen Schwebezustand zwischen Dur und Moll, zwischen blühender Innigkeit und verhaltener Melancholie. Das zweite Stück des Programmes bildet die wohl bedeutendste französische Violinsonate des Fin de siecle, César Francks Sonate in A-Dur.

    Lebendige Geschichte

    Do., 30. Januar, 19.30 Uhr Die Geschichte seiner Heimatstadt Schweinfurt interessiert den Rechtsanwalt und langjährigen Stadtrat Peter Hofmann schon lange. Aus seiner unerschöpflichen Sammlung von historischen Fotodokumenten erstellte er die Internetseite „schweinfurtfuehrer.de“, auf der er die vielfältige Geschichte der einstmals freien Reichsstadt am Main illustriert. Wie kaum ein anderer kann er viel zu der Geschichte der Stadt erzählen. Mittlerweile ist ein zweiter Band mit historischen Aufnahmen erschienen. Durch welche Ereignisse wurde sie zu der, als die sie sich nun darstellt? Der Bildvortrag erzählt die jüngere Geschichte der Stadt. Wie haben die beiden Weltkriege die Industriestadt am Main getroffen und verändert? Wie hat die Stadtentwicklung der letzten Jahrzehnte lenkend eingegriffen und das Gesicht der Stadt neu geprägt?

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    Bearbeitet von Kirsten Mittelsteiner

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