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    Waigolshausen

    Bauantrag für Kläranlage bekommt grünes Licht

    Der Sachverhalt war eigentlich einfach: Auf der Grundlage früherer Gemeinderatsentscheidungen und in Absprache mit dem Wasserwirtschaftsamt hat das Büro Akut für die "Ertüchtigung der Kläranlage Hergolshausen" die erforderlichen Planungen ausgearbeitet. Um das Vorhaben weiter voranzubringen und die Pläne beim Landratsamt einreichen zu können, stellte die Gemeinde jetzt den Bauantrag. Diesem erteilte der Gemeinderat bei der jüngsten Sitzung mit großer Mehrheit das bauplanungsrechtliche Einvernehmen.

    Dagegen stimmten die Gemeinderäte Jürgen Petz und Ursula Keller aus Hergolshausen. Keller sprach von einer "hoch strittigen Geschichte", die für Hergolshausen "hochemotional" sei. Bevor sie einem Bauplan zustimmen könne, müssten noch offene Fragen geklärt werden: "Ich weiß bis zum heutigen Tag nicht, warum das so beschlossen worden ist". Hinsichtlich dieses Klärungsbedarfs verwies Petz auf eine ausstehende Bürgerversammlung, die Hergolshäuser Bürger Mitte Dezember beantragt hatten. Eine solche hatte die Gemeinde daraufhin unter Einbeziehung von Behördenvertretern und Planer auf den 18. März terminiert, musste die Veranstaltung Corona-bedingt aber wieder absagen.

    Fehlende Information bemängelt

    In der Sitzung erweckte Petz den Eindruck, die Gemeinde hätte viel früher eine Versammlung halten können. Wie er sagte, seien die Hergolshäuser "immer noch der Meinung", dass die geplante Kläranlage "überdimensioniert und überteuert" sei. Dass die Bürger kein Vertrauen gegenüber der Gemeinde hätten, läge an fehlender Transparenz, sagte Keller. Konkret bemängelt wurden von Petz fehlende Informationen zu den Abwasserwerten der Kläranlage. Welchen Sinn es haben soll, die Werte der letzten 20 Jahre zu kennen, wollte Thomas Steinlein allerdings nicht einleuchten.

    Grund für die Ertüchtigung der Anlage sind, wie mehrfach berichtet, die seit vielen Jahren von behördlicher Seite angemahnte Nitrifikation der Abwässer, außerdem undichte Teiche sowie eine fehlende Mischwasserbehandlung. Deutlich machte Bürgermeister Christian Zeißner, dass die Einreichung des Bauantrags ein normaler Vorgang im Verfahren bilde, womit den vom Gemeinderat schon getroffenen Entscheidungen gefolgt werde. Die vorliegende Planung erfülle genau die Vorgaben des Wasserwirtschaftsamtes.

    Fristverlängerungen erhalten

    Der Bau dränge, weil in Aussicht gestellte Förderungen zeitlich befristet sind und auch die wasserrechtliche Genehmigung der Anlage auf Ende 2021 befristet ist, sagte Zeißner. Letzteres wischte Petz mit Verweis auf wiederholte Verlängerungen als wenig bedrohlich vom Tisch. Tatsächlich bekam die Hergolshäuser Anlage seit 1991 mehrmals Fristverlängerungen für eine weitergehende Reinigung.

    Dem berechtigten Informationsbedürfnis der vielen neuen Gemeinderäte im Gremium Rechnung tragen wollten allerdings sowohl Bürgermeister Zeißner als auch Thomas Steinlein und Wolfgang Strobel. Dies könnte etwa im Rahmen einer Bauausschusssitzung zum Thema Kläranlage erfolgen. Auch die Bürgerversammlung ist laut Zeißner nicht gestrichen und momentan für Oktober angedacht. Die Diskussion beendete Martina Keller mit dem Hinweis, dass der Gemeinderat dem Bauantrag das gemeindliche Einvernehmen gar nicht verweigern könne, sofern dem baurechtlich nichts entgegen stehe. Andernfalls könne das Landratsamt die Zustimmung der Gemeinde ersetzen. Erfahren habe sie dies bei einem Vorgespräch mit dem Geschäftsleiter der Gemeinde Josef Zeißner.

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