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    Sennfeld

    Bauherr Knieß widerspricht: „Ich war nicht untätig“

    Die Terrasse ist gebaut, aber durfte sie gebaut werden? Innen- oder Außenbereich, das ist hier die Frage. Der Bauherr schildert seine Sicht der lage.
    Geplante Erweiterungen rund um dieses Wohnhaus am Ortsrand von Sennfeld wurden im Gemeinderat strittig diskutiert.
    Geplante Erweiterungen rund um dieses Wohnhaus am Ortsrand von Sennfeld wurden im Gemeinderat strittig diskutiert. Foto: Silvia Eidel

    Die Berichterstattung über die Gemeinderatssitzung in Sennfeld habe ihn "erstaunt", lässt Gemeinderat Peter Knieß in einer Stellungnahme an die Redaktion wissen. Unter der Überschrift "Was ist Innen-, was Außenbereich?" war die Diskussion über seinen Bauantrag zu einer bereits gebauten großen Terrasse, zur Errichtung von fünf Stellplätzen und zur Ergänzung des bestehenden Zaunes auf seinen Grundstücken Am Partensee 9 widergegeben worden.

    Vermessung noch nicht erfolgt

    Dargestellt war in dem Bericht unter anderem, dass Bürgermeister Oliver Schulze in seinem Überblick zur Situation vorgetragen hatte, die Vermessung des Grenzverlaufs zwischen dem Baugrundstück und der daneben liegenden Fläche des Bauherrn – als Auflage aus der Baugenehmigung des Landratsamtes 2013 – sei noch nicht erfolgt. Auch eine nachträgliche Sicherung der Erschließung des Baugrundstücks durch Dienstbarkeiten müsse noch vollzogen werden.

    Für die Einhaltung der noch offenen Fragen in Verbindung mit der Baugenehmigung sei allein das Landratsamt zuständig, teilt CSU-Fraktionssprecher Peter Knieß in einer Stellungnahme mit. "Die Gemeindeverwaltung hat damit in der Regel nichts mehr zu tun". Er sei aber gar nicht untätig gewesen, sondern "seit langem diesbezüglich in Kontakt und Abstimmung mit dem Landratsamt Schweinfurt". Ein Schriftverkehr seiner Rechtsanwältin seit Mitte 2019 und ein Entwurf einer Notarurkunde zur Grunddienstbarkeit, die er der Stellungnahme beifügte, soll das belegen. Auch Gemeinderatskollege Stefan Eichhorn habe in der Ratssitzung darauf hingewiesen, so Knieß.

    Zudem sei sein Wohnhaus 2013 nicht aus Großzügigkeit der Gemeinde am jetzigen Standort gebaut worden. Vor dem Bau des Hauses sei eine Halle abgerissen worden. Diese stand allerdings nicht auf dem heutigen Standort des Wohnhauses, teilt die Bauverwaltung der Gemeinde Sennfeld auf Nachfrage der Redaktion mit, sondern daneben, an der Stelle des heutigen Carports.

    Bauvoranfrage zugestimmt

    Laut Knieß habe zuerst das Landratsamt bei einer Bauvoranfrage dem Wohnhaus im Innenbereich so zugestimmt. Eine von ihm angebotene Grenzbebauung zum Nachbarn hin sei von der Genehmigungsbehörde zugunsten des jetzigen Standorts verschoben worden.

    Nur so konnten damals aber die vorgeschriebenen Abstandsflächen zum Nachbarn eingehalten werden, gibt die Gemeinde Auskunft. Dadurch wurde das Wohnhaus um 2,50 Meter über die Grenze der beiden Grundstücke des Bauherrn gebaut. Beantragt habe Knieß jetzt die Einzäunung einer Fläche Richtung Osten – in den Außenbereich – von 12,50 mal 30 Meter, so Bürgermeister Schulze. Die bereits gebaute Terrasse sei etwa sechs Meter breit und 16 Meter lang.

    Terrasse in den Plänen eingezeichnet

    Nach Auffassung der Gemeinde – und des Landratsamtes – sei das parallele, zweite Grundstück des Bauherrn, das von ihm mittlerweile ebenso geteilt wurde wie das erste, eindeutig Außenbereich. Weshalb keine weitere Bebauung dort zulässig sei.

    Er, so Knieß, sei davon ausgegangen, dass Terrassen verfahrensfreie Bauvorhaben seien und keine Genehmigung bräuchten. Zudem sei in den genehmigten Plänen eine Terrasse mit Aufschüttung eingezeichnet, "ohne Bemaßung". Diese alten Pläne will der Gemeinderat auf Antrag von Christian Birkmeyer in der nächsten Sitzung einsehen und dann einen Beschluss zu den Anträgen fassen.

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