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    Gochsheim

    Gochsheim: Bauland "auf Teufel komm raus"?

    Der Gemeinderat Gochsheim hat sich gegen ein zentrales Blockheizkraftwerk für ein neues Baugebiet entschieden. Der Bund Naturschutz kritisiert das und nennt Gründe dafür.
    Dass sich der Gochsheimer Gemeinderat gegen ein Blockheizkraftwerk (im Bild eine Wasserstoffvariante in Haßfurt) im Baugebiet 'Südost II' entschieden hat, kritisiert der Bund Naturschutz.
    Dass sich der Gochsheimer Gemeinderat gegen ein Blockheizkraftwerk (im Bild eine Wasserstoffvariante in Haßfurt) im Baugebiet "Südost II" entschieden hat, kritisiert der Bund Naturschutz. Foto: Peter Schmieder

    Der Bund Naturschutz (BUND) wirft eine Reihe von Fragen auf, nachdem der Gemeinderat von Gochsheim mehrheitlich den Plan verworfen hat, für das neue Wohnbaugebiet "Südost II" ein zentrales Blockheizkraftwerk für 35 Wohneinheiten vorzusehen. Nach einer Analyse, in der die Ostbayerische Technischen Hochschule Amberg/Weiden (OTH) unter anderem die zentrale Variante mit dezentralen Heizformen in den Häusern verglichen hat, rückte das Gremium wegen wirtschaftlicher und rechtlicher Bedenken von dem Ansinnen ab.

    Auch ohne Förderung günstiger?

    Wegen angeblich 19 Prozent Mehrkosten werde ein mehr als vierfach so hoher CO2-Ausstoß billigend in Kauf genommen, kritisiert der Bund Naturschutz die Ratsentscheidung in einer Pressemitteilung. Der angestellte Vergleich zwischen zentraler und dezentraler Wärmeversorgung sei einer "mit Äpfeln und Birnen". Die BUND-Kreisvertreter haben nach eigenen Angaben die OTH-Präsentation eingesehen  und kommen zum Schluss, dass die zentrale Variante ohne Förderung dennoch um elf Prozent günstiger sei als Individuallösungen mit Förderung, wenn man dort den Raumbedarf für Heizanlage und Pelletlager berücksichtigt. Weshalb habe es der Rat umgekehrt gesehen?, fragt der BUND. 

    Positives Beispiel in Schwebheim

    Er weist darauf hin, dass sich die CO2-Umlage bis 2025 mehr als verdoppeln werde. Dem BUND ist nicht klar, ob dies in die Betrachtung eingeflossen sei. Ebenso gebe es keine Hinweise darauf, ob man die so genannte ÜZ-Variante geprüft habe. Hier könne man Erfahrungen der Nachbargemeinde Schwebheim nutzen. In der Mitteilung stellt der Verband die generelle Frage, ob die Gemeinde Gochsheim ein Vorzeigeprojekt für die Energiewende schaffen oder Bauland "auf Teufel komm raus" verkaufen wolle.

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