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    Gerolzhofen

    Corona lockert langsam den Würgegriff in Gerolzhofen

    Bürgermeister Thorsten Wozniak hat den Stadtrat über die Auswirkungen der Corona-Krise auf die städtischen Einrichtungen informiert. Einige Stellen öffnen langsam wieder.
    An einer vom Bauhof zum Fenster umgebauten Tür der Stadtbibliothek werden seit dieser Woche nun 'Medientüten' mit fünf vorbestellten Medien ausgegeben. Hinter der Plexiglasscheibe und mit Nasen-Mund-Schutz arbeitet Doris Pfaff.
    An einer vom Bauhof zum Fenster umgebauten Tür der Stadtbibliothek werden seit dieser Woche nun "Medientüten" mit fünf vorbestellten Medien ausgegeben. Hinter der Plexiglasscheibe und mit Nasen-Mund-Schutz arbeitet Doris Pfaff. Foto: Klaus Vogt

    Nachdem Thomas Vizl (Geo-net) in der konstituierenden Sitzung des Gerolzhöfer Stadtrates gebeten hatte, der Bürgermeister möge einen Zwischenbericht über die Auswirkungen der Corona-Krise auf die städtischen Einrichtungen vorlegen, kam Thorsten Wozniak dem Wunsch bereits in der jüngsten Sitzung nach. In einem 50-minütigen Vortrag ging der Bürgermeister in aller Ausführlichkeit auf die Lage in den verschiedenen Abteilungen ein.

    Im Mittelpunkt aller Überlegungen, so Wozniak, stehe immer der Schutz der Bevölkerung und der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei Stadt und Verwaltungsgemeinschaft (VG), aber auch die Aufrechterhaltung einer funktionierenden Verwaltung. Die Corona-Krise werde finanziell gesehen "sicherlich sehr starke" Auswirkungen für die Stadt haben. "Es stehen schwierige Jahre vor uns." Genauere Berechnungen und Vorhersagen seien der Kämmerei aber erst ab Juli möglich.

    Neue Dienstgestaltung

    Grundsätzlich versuche man, so Wozniak, einen zu engen Kontakt unter den Mitarbeitern zu vermeiden. Dies erreicht man durch Veränderung der Schreibtischpositionen, durch Homeoffice und durch "Schichtdienst". Die Arbeitszeiten sind jetzt von 5 bis 21 Uhr möglich, auch am Wochenende darf gearbeitet werden, um die "Schichten" zu erleichtern. Diese Dienstgestaltung soll auch denjenigen helfen, die zuhause Kinder oder Angehörige zu betreuen haben. Unbezahlter Urlaub, der Abbau von Überstunden und der Aufbau von Minusstunden werden umgesetzt. "Die Lage ist dynamisch", fasste es der Bürgermeister zusammen.

    Bauhof/Stadtgärtnerei

    Der Zugang zum Bauhof ist für Privatpersonen nicht möglich. Es wurden bereits Überstunden im dreistelligen Bereich abgebaut. Wegen des Wegfalls der Vor- und Nachbereitung von Stadtfesten konnten liegengebliebene Aufgaben erledigt werden, unter anderem Friedhof- und Stadtmauerarbeiten, Rattenbekämpfung und die Umgestaltung des Schechsgäßchens. Für andere städtische Einrichtungen wurden Abtrennungsmöbel geschreinert. Festzustellen ist - trotz Ausgangsbeschränkungen - eine gestiegene Müllmenge in den öffentlichen Mülleimern. 

    Stadtbauamt

    Das Amt ist seit 16. März geschlossen. Wegen der Corona-Krise sei ein organisatorischer Mehraufwand notwendig, so Wozniak. Denn: "Bürgerverfehlungen werden vermehrt angezeigt."

    Jugendhaus

    Das Haus ist seit 13. März geschlossen. Intern laufen Instandhaltungsmaßnahmen und frühere Projekte werden zu Archivzwecken digitalisiert. Momentan läuft auf die Vorbereitung der Ferienspaßaktion 2020, wobei allerdings noch unklar ist, ob die Aktion überhaupt stattfinden kann, weil mehrere Vereine ihr Mittun für dieses Jahr bereits abgesagt haben.

    Stadtwald/Gemeinsamer Bürgerwald

    Die Belegschaft muss auch hier mit Abstand arbeiten. Seit vergangener Woche ist es nun wieder erlaubt, dass Privatleute im Wald Holz machen dürfen. Ab sofort ist dies auch an den Wochenenden möglich. 

    Die Stadtgärtnerei hat das Schechsgäßchen neu gestaltet und optisch aufgewertet.
    Die Stadtgärtnerei hat das Schechsgäßchen neu gestaltet und optisch aufgewertet. Foto: Klaus Vogt

    Stadtarchiv

    Im Stadtarchiv findet derzeit kein Parteiverkehr statt. Der Stadtarchivar baut  Überstunden und Resturlaub ab.

    Museum Johanniskapelle

    Das Museum bleibt bis auf weiteres geschlossen. Die aufgebaute Sonderausstellung "Ruhe bitte - Die Stille hat das Wort!" bleibt stehen. Mit der Wiederöffnung des Museums wird das unterbrochene Rahmenprogramm dann fortgesetzt.

    Touristinformation

    Die Einrichtung im Alten Rathaus wird ab kommendem Montag werktags an den Vormittagen und Sonntags am Nachmittag zunächst für einige Stunden geöffnet. Gearbeitet wird im Schichtdienst. Der Arbeitsschwerpunkt liegt unter anderem auf der Absage von Veranstaltungen und den damit verbundenen Dienstleistungen, auf der Erstellung einer Homepage für das "Weinpanorama Steigerwald" und die Überarbeitung von www.gerolzhofen.de

    Stadtmuseum

    Das Stadtmuseum im Alten Rathaus wird ab 18. Mai nur zu den Öffnungszeiten der Touristinformation geöffnet. Die Besucher werden über getrennte Ein- und Ausgänge geschleust.

    Stadtteilmanagement/Altstadtbüro

    Der Schwerpunkt der Arbeit liegt hier auf der Bereitstellung von Informationen für lokale Händler und Gastronomiebetriebe hinsichtlich der Corona-Soforthilfen und auf der Zusammenstellung der Erreichbarkeiten von Händlern und Gastwirten. Zudem wird am Aufbau einer Internet-Plattform "Online-Marktplatz" gearbeitet. Die ersten Vergabeschritte für die anstehende Umgestaltung des Marktplatzes werden vorbereitet.

    Kläranlage/Wasserversorgung

    Das Betriebsgelände ist für Privatpersonen gesperrt. Seit dieser Woche läuft der Normalbetrieb langsam wieder an, die Mitarbeiter beginnen mit der Installation von Hausanschlüssen, auch an Samstagen. Erst ab dem 15. Juni werden Wasserzähler in den Häusern gewechselt. Notwendige Reparaturen werden aber schon jetzt ausgeführt.

    Volkshochschule

    Die Geschäftsstelle ist weiterhin für den Publikumsverkehr geschlossen. Aktuell sind 135 Kurse betroffen. Über 15 000 Euro an Honoraren werden nicht fällig, allerdings fehlen auch 20 000 Euro an Teilnehmergebühren. Für einzelne Kursstunden, die nicht mehr nachgeholt werden, wurden die Gebühren bereits rücküberwiesen. Zudem wird intern der Digitalisierungsprozess fortgesetzt.

    Stadtbibliothek

    Die Bibliothek wurde im Rahmen der Präventionsmaßnahmen am 13. März geschlossen. Seit dieser Woche gibt es ein spezielles Angebot: Über ein vom Bauhof eingebautes Fenster werden viermal die Woche Tüten mit fünf vorbestellten Medien ausgegeben. Geplant ist eine Öffnung der Bibliothek nach Pfingsten für maximal zehn Personen gleichzeitig zum Stöbern und selbstständigen Packen der Medientüten.

    Geomaris

    Das Bad ist seit 16. März geschlossen, Mitarbeiter sind ab April in Kurzarbeit. Wann wieder geöffnet werden kann, ist unklar. Um Energie zu sparen, wurde das Wasser im Außenschwimmbecken und innen in den Kurs- und Planschbecken abgelassen. In den anderen Becken wurde die Temperatur um fünf Grad gesenkt. Pro Monat fehlen momentan Einnahmen von rund 100 000 Euro im Monat, was ein Defizit von 20 000 Euro pro Woche aufbaut. Unterdessen werden verschiedene Szenarien für mögliche Öffnungsmodelle erarbeitet, unter anderem auch neue Tarife. Klarheit herrscht aber erst, wenn die staatlichen Auflagen für eine mögliche Öffnung des Bades feststehen.

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