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    Schweinfurt

    Der etwas andere Rapper aus Schweinfurt

    Der Schweinfurter Künstler Daniel Schnorr, auch "Jagi Lion King" genannt, will sich von Corona nicht bremsen lassen. Mit welcher Besonderheit der Musiker überzeugen möchte.
    Der Schweinfurter Daniel Schnorr will in seiner Musik auf 'assoziale Phrasen' verzichten.
    Der Schweinfurter Daniel Schnorr will in seiner Musik auf "assoziale Phrasen" verzichten. Foto: Nico Merz

    "Ich muss keinen Benz fahren, um die Kids zu beeindrucken", sagt Daniel Schnorr und beschreibt damit recht treffend, in welche Richtung seine Musik gehen soll. Der Künstler aus Schweinfurt, der in der Branche eher als "Jagi Lion King" bekannt ist, hat großes vor. Allerdings, und das macht er deutlich, will er es bewusst anders angehen, als es viele bekannte Künstler vorgemacht haben. Jetzt hat er ein Album veröffentlicht. Trotz Corona-Pandemie und keinerlei Möglichkeit, die Musik bei Auftritten zu präsentieren. Oder vielleicht gerade deshalb?

    Zusammen mit seinem Team produziert der 22-Jährige seit mehreren Jahren eigene Songs. "Wir bewegen uns weitestgehend im Bereich Hiphop und Rap, aber wir legen uns nicht fest", sagt Schnorr. Er will sich von der Kreativität leiten lassen und kombiniere den Rap auch häufig mit Gesang. "Wir versuchen immer viele Schweinfurter Local Artists mit ins Boot zu hohlen", sagt der Künstler, der sich in Schweinfurt wohlfühlt und die Stadt auch im Falle seines Durchbruchs nicht verlassen will.

    "Musik ist grundsätzlich jederzeit willkommen"

    "Vielleicht ist das jetzt der beste Zeitpunkt für die Veröffentlichung, da die Leute mehr Zeit haben und zuhause Musik hören können", mutmaßt der junge Schweinfurter. Zwar habe auch für ihn Corona dazu geführt, dass er viele Shows absagen musste, dennoch betont er optimistisch: "Musik ist grundsätzlich jederzeit willkommen." Mit dem neuen Album "I'm not here for you" beschreibt er Themen wie Liebe, Sehnsucht oder Angst, den Partner verlieren zu können. Die Besonderheit an seiner Musik ist aber nicht das Themenfeld, vielmehr die nicht branchenübliche Sprache.

    Daniel Schnorr, Künstlername 'Jagi Lion King', verbringt sehr viel Zeit im Musikstudio.
    Daniel Schnorr, Künstlername "Jagi Lion King", verbringt sehr viel Zeit im Musikstudio. Foto: Nicolas Bettinger

    "Wir distanzieren uns von assozialen Wortphrasen, wie sie so oft im Rap-Genre üblich sind", betont Schnorr. Sein Team könne sich damit nicht identifizieren, und es gehe schließlich darum, andere Menschen musikalisch zu berühren. Über 100 000 Mal wurde die Musik von "Jagi Lion King" bereits über diverse Streamingplattformen wie Spotify oder iTunes angehört. Und das weit über Schweinfurt hinaus. Trotzdem sagt Schnorr, dass die Schweinfurter Musikszene noch viel zu wenig Aufmerksamkeit bekommt. Gerade hier gebe es so viele talentierte Künstler, die ihren Hype "hoffentlich irgendwann erfahren werden".

    "Sobald das Corona-Thema zurück geht, planen wir mit vielen Künstlern Konzerte, um mal zu zeigen, was Schweinfurt eigentlich drauf hat", sagt Schnorr. Mit Kooperationen kennt er sich aus. Denn mit den international bekannten Schweinfurter Breakdancern "DDC" arbeitete er bereits mehrmals zusammen. In deren "DDC Factory", dem Kreativzentrum der Künstler, verbringt er viel Zeit und hat dort unter anderem sein Album aufgenommen. Auch Workshops und Rapkurse für Schulklassen hat Schnorr zusammen mit "DDC" bereits angeboten.

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