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    STADTMUSEUM

    Dichterzimmer mit Augenzwinkern

    So sah das alte Rückert-Zimmer im früheren Stadtmuseum im Alten Gymnasium aus. Auch im neuen Stadtmuseum, das in die Alte Reichsvogtei im Rahmen des Neubaus des Kulturforums kommt, wird Friedrich Rückert seinen Platz bekommen.
    So sah das alte Rückert-Zimmer im früheren Stadtmuseum im Alten Gymnasium aus. Auch im neuen Stadtmuseum, das in die Alte Reichsvogtei im Rahmen des Neubaus des Kulturforums kommt, wird Friedrich Rückert seinen Platz bekommen. Foto: Stadt Schweinfurt/Kulturforum

    Die Entwicklung der stadtgeschichtlichen Ausstellung im Kulturforum nimmt langsam Fahrt auf. Bereits seit einigen Monaten bitten die Mitarbeiter des Kulturforums die Schweinfurter Bürgerinnen und Bürger um Objekte für das neue Museum und nehmen – sobald es wieder möglich sein sollte – weiterhin gerne Objekte an.

    Für die neue Ausstellung müssen allerdings nicht nur Exponate gefunden werden, sondern diese müssen auch einen inhaltlichen Bezug zu den gezeigten Themen haben, schreibt die wissenschaftliche Mitarbeiterin Andrea Mayer in einer Pressemitteilung: „Ein Museum ist zwar ein bisschen wie ein Gemischtwarenladen, aber trotzdem wollen wir aus den vielen einzelnen Objekten und Geschichten eine Gesamtgeschichte erarbeiten.“

    Einer der geplanten Themenbereiche im neuen Museum wird sich mit Friedrich Rückert, dem großen Sohn der Stadt, dem Weltpoeten beschäftigen. Rückert gehörte zwar zu den meistgelesenen Schriftstellern seiner Zeit, ist aber heute etwas in Vergessenheit geraten. Die bisher gezeigte Präsentation zu Friedrich Rückert im „Alten Gymnasium“ war seit ihrer Konzeption 1892 beinahe unverändert.

    In der ihm gewidmeten Ausstellungsabteilung des neuen Stadtmuseums soll sein Leben und Wirken jetzt für die Besucher mit allen Sinnen und unter Einsatz interaktiver Elemente und Installationen „erfahrbar“ gemacht werden. In modernen Präsentationen genügt es nicht mehr, Porträts an die Wände zu hängen und Bücher in Vitrinen zu legen. Zwar werden die bekannten Werke und Objekte aus dem Nachlass Rückerts ihren Platz in der Ausstellung finden, wie zum Beispiel sein Stehpult, eine Haarlocke und sein Lehnstuhl, ein klassisches „Dichterzimmer“ soll allerdings nicht nachgebaut werden. Stattdessen wird eine zeitgemäße und innovative Präsentation angestrebt, die Rückert und sein Werk in die Gegenwart holt, erklärt Mayer.

    Thematisiert werden sollen auch Rückerts Leistungen auf den Gebieten des Spracherwerbs – er eignete sich im Laufe seines Lebens 44 Sprachen an – und seine Beschäftigung mit fremden Kulturen. Vor allem junge Menschen sollen so einen neuen Zugang zu Rückert bekommen und sich mit seinem Werk auseinandersetzen können.

    „Als erste Aktion dazu haben wir im Herbst 2019 einen Schülerkreativwettbewerb ausgerufen, der mit über 90 künstlerischen Beiträgen sehr erfolgreich war“, freut sich Katharina Christ, Leiterin des Kulturforums. Die ersten Bauplanen mit den Werken der Schüler hängen bereits deutlich sichtbar entlang der Baustelle für das Kulturforum am Martin-Luther-Platz, weitere folgen in den nächsten Wochen im gesamten Schweinfurter Stadtgebiet.

    Bei dem künstlerischen Kreativwettbewerb für Schülerinnen und Schüler aller Jahrgangsstufen der Schweinfurter Schulen wurden insgesamt 92 Kunstwerke aus neun Schulen von einzelnen Schülerinnen und Schülern oder in Gemeinschaftsarbeiten mit unterschiedlichsten Techniken und in verschiedenen Formaten angefertigt. Von Collage über Rollage, Pop Art und Comic bis gesticktem Scherenschnitt ist alles dabei.

    Die Schweinfurter Schulen nahmen an einem Rückert-Wettbewerb teil, hier das Siegerbild von Sena Akyildiz von der Frieden-Schule.
    Die Schweinfurter Schulen nahmen an einem Rückert-Wettbewerb teil, hier das Siegerbild von Sena Akyildiz von der Frieden-Schule. Foto: Mayer Kulturforum
    Die Bilder zum Friedrich-Rückert-Malwettbewerb der Schweinfurter Schulen werden auf Bauzaunplanen gezeigt.
    Die Bilder zum Friedrich-Rückert-Malwettbewerb der Schweinfurter Schulen werden auf Bauzaunplanen gezeigt. Foto: Mayer Kulturforum
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